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 Bastelecke
Cadfael Offline




Beiträge: 70

19.06.2008 18:37
Fender 1-Button Footswitch für 10 Euro antworten
Hallöli,

manchmal habe ich den Eindruck, dass Hersteller Amps nur nebenbei produzieren um dann mit den Fußschaltern richtig Kohle zu machen. So kostet der Fußschalter für den mittlerweile 111 Euro teuren Fender Frontman 25R um die 38 Euro.
Da musste es doch eine Alternative geben?!



Zum Glück hatte ich von meinem Fender Vollröhrenverstärker noch einen 1-Button Footswitch, der auch beim Frontman funktioniert. Also öffnete ich den Fender Fußschalter um zu sehen, wie er aufgebaut ist. Im Grunde ganz simpel. Hinter der Klinkenbuchse hängen eine Diode, eine Leuchtdiode und ein Schalter.



Vor einem halben Jahr hatte ich mir bereits aus einem Schalter, einer LED und einer Diode einen Umschalter für mein selbst gebasteltes Effektboard gebaut. Kosten um die 5 Euro. Besonderer Clou: Mit einem einzigen Schalter kann ich auf dem Board zwei Fender Amps gleichzeitig umschalten.

An dieser Stelle möchte ich aber beschrieben, wie sich jeder aus einem handelsüblichen Fußschalter einen 1-Button-Footswitch für Fender Amps bauen kann. Es gibt bestimmt noch mehr Besitzer von Fender Amps, die keine 38 Euro ausgeben möchten - oder gar können.

Komponenten:
Als Ausgangsbasis eignet sich ein Universalfußschalter (keinen Taster), den man für 9,90 Euro oder mehr irgendwo in den Weiten des Internets - oder im Musikgeschäft - kaufen kann.
Ich hatte mir bei Thomann dereinst mal so einen Schalter LFS-1 gekauft. Normalerweise schaltet bei ihm einer der beiden Schaltkreise an/aus, der andere Schaltkreis lässt über eine 9V-Blockbatterie und einen Widerstand eine LED leuchten. Die LED aus diesem Fußschalter kann man übrigens drin lassen für unseren Fender-Umbau.

Das einzige was man zusätzlich braucht ist eine Diode 1N4148. Man kann aber auch viele andere Dioden benutzen. Im Elektronikladen, aber bestimmt auch Radio- und Fernsehgeschäft, kriegt man die 1N4148 Diode (eine sehr verbreitete Diode) für ca. 10 Cent. Macht zusammen also glatte 10 Euro.
Wenn euch ein Elektroniker sagt, er hätte nur die XYZ, die könntet ihr aber genauso nehmen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr hoch, dass er Recht hat.

Der Schaltplan sieht so aus:



Umbau:

Zuerst öffnete ich das Gehäuse des LFS-1 Fußschalters, schraubte die Platine ab und lötete den Widerstand, Batterie-Clip und das Verbindungskabel ab. Die LED ließ ich, wie gesagt, auf der Platine fest gelötet.

Da ich ein Technikdepp bin wusste ich nicht, wo bei der LED Kathode und Anode sind. Es ist aber wichtig, wie rum man LED und Diode anlötet; sonst funktioniert die Schaltung nicht.
Also verlötete ich erstmal nach dem Try-and-Error-Prinzip alles provisorisch miteinander und überprüfte am Amp ob es funktioniert. Spätestens beim vierten Versuch musste der Schalter ja funktionieren, denn mehr Möglichkeiten gibt es nicht LED und Diode zu verdrahten. Klappt nicht? Dann Diode drehen. Klappt nicht? Dann Masse und Hot tauschen. Klappt nicht? Dann Diode noch mal drehen.
Bei mir schaltete der Amp nach dem dritten Versuch genau wie er sollte.

Nachdem ich wusste wie rum und woran welches Teil gehört, überlegte ich mir, in welche der Platinenbohrungen man die Komponenten am sinnigsten lötet. Für den Anfänger und Laien sind die Leiterbahnen bestimmt etwas verwirrend, aber wenn man sich Zeit lässt und überlegt, geht es.
Bei mir sah das Ergebnis so aus (die benutzen Leiterbahnen sind gelb markiert):



Nachdem ich alles auf der Platine fest gelötet hatte, probierte ich den Schalter vor dem Einbau noch mal aus. Sicher ist sicher - besonders wenn man ein Elektronikdepp wie ich ist. Da alles funktionierte schraubte ich die Platine am Gehäuseboden fest, machte den Deckel drauf und fertig war der Fußschalter.
Hier ein Bild des fertigen Schalters vor dem zusammenshrauben:



Danken möchte ich noch mal Ulf (Der Onkel), der mir als Technik-Depp bei drei Hintergrundfragen geholfen hat. Zu beachten ist auch sein Thread über den Fußschalter des Fender Twin! Schreibe ich in diesem Thread irgendwo Blödsinn, so liegt das nicht an Ulf, sondern einzig an mir! Ich bin eben in Elektronikfragen eher der Praktiker und verfüge über relativ wenig Hinterfrundinfos; aber es funktioniert!

Gruß
Andreas
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