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  • Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Beitrag für mehrere Foren vom 21.02.2008

    Hallöli,

    ich habe versucht ein Nachschlagewerk zu schreiben in dem immer wieder auftauchende Fragen von Anfängern und Fortgeschrittenen rund um Verstärker und Boxen (für Gitarristen und Bassisten) geklärt werden. Natürlich gäbe es noch mehr zu den Themen zu schreiben, aber 30 DIN A5 Seiten reichen erstmal.

    Ich bin kein Elektriker oder Elektroniker; aber vielleicht liegt gerade darin der Vorteil meines Kompendiums. Ich habe versucht allgemeinverständlich zu formulieren, nur in Fachwissen einzutauchen wo es nötig ist, alles so zu erklären, dass auch Laien es verstehen.
    Vielleicht muss man sich als Anfänger ein paar Sachen zweimal durchlesen um sie zu verstehen, aber eventuell begreift der ein oder andere mit Hilfe dieser Sammlung endlich doch die Regeln zur Parallel- und Reihenschaltung. Fachleute mögen an der ein oder anderen Stelle eine leichte (?) Gänsehaut bekommen. Priorität war für mich aber eine gewisse "Massenverständlichkeit".

    Einige HCAs und HFUs des Musiker-Boards (siehe Links) haben mein "Werk" freundlicherweise vorab durchgelesen, Verbesserungsvorschläge und Korrekturen gemacht. Dafür auch an dieser Stelle noch mal ein ganz ganz dickes Dankeschön! Alle Fehler die noch drin sind, gehen ausschließlich auf mein Konto!

    Themen sind u.a.:
    • Impedanz - was ist das?
    • Welche Besonderheiten gibt es bei Transistor- und Röhrenverstärker? Welche wichtigen Unterschiede? Was ist unbedingt zu beachten? Welche Impedanzen müssen die Boxen haben?
    • Wie funktionieren die Regeln zur Parallel- und Reihenschaltung? Gemischte Schaltungen.
    • Einiges zum Thema Wattangaben. Wie errechnet man die Belastung einzelner Lautsprecher in einem Setup?
    • Was ist bei Steckern und Lautsprecherkabeln zu beachten?
    • Anmerkungen zu den Themen Mono - Stereo und Fullrange - Bi-Amping

    Wegen den vielen Skizzen, der besseren Les-, Speicher- und Druckbarkeit habe ich mich dafür entschieden, meine Sammlung in Form einer PDF-Datei zu veröffentlichen.

    Viel Spaß damit
    Andreas

  • ParametrikDatum21.06.2008 08:01
    Thema von Cadfael im Forum Aktive Elektronik

    Parametrik
    Es gibt Aktiv-Bässe mit Mitten- oder sogar parametrischer Mittenreglung. Bei aktiver Höhen- oder Bassreglung ist meistens eine feste Center-Frequenz voreingestellt / vorgegeben. Diese Frequenz kann mit den Tonpotis verstärkt (geboostet) oder abgesenkt werden (roter Pfeil). Sind die Mitten parametrisch, kann man mit einem zusätzlichen Regler die Center-Frequenz verschieben (blauer Pfeil). Solch parametrischen Reglungen finden sich auch oft in Mischpulten. Der Anwender muss dabei zusätzlich wissen / lernen, welche Mittenfrequenz den Klang wie beeinflusst.

  • Thema von Cadfael im Forum Aktive Elektronik

    1. Stromversorgung
    Zum Betrieb einer aktiven Elektronik, wird eine Betriebsspannung benötigt. Diese Betriebsspannung beträgt bei Bässen meistens 9 oder 18 Volt. Hierzu werden ein oder zwei 9V Batterie- oder Akku-Blöcke eingesetzt. Die 9V Blöcke befinden sich meistens in einem separaten Batteriefach auf der Rückseite des Korpus; manchmal wird die Batterie aber auch einfach im Elektrikfach untergebracht.



    Wäre die Batterie wie in (Abbildung1 - oben) ständig an Hot und Masse angeschlossen, flösse ständig Strom und die Batterie wäre ständig leer. Daher verwendet man eine Stereo-Klinkenbuchse. Wird ein Stecker eingesteckt, ist über den Schaft des Steckers Masse (1) mit dem Minuspol der Batterie (3) verbunden.



    Wird der Bass nicht gespielt muss man daher darauf achten, dass das Klinkenkabel aus der Buchse des Basses gezogen wird. Steckt das Kabel auch in den Spielpausen oder über Nacht im Bass, ist die Elektronik aktiv und saugt auch in dieser Zeit die Batterie / den Akku leer.


    1.1 Warum zerrt mein Bass?
    Zerrt der Bass grundsätzlich - auch nach dem Einlegen einer frischen Batterie - kann ein zu hoch eingestelltes Preamp-Level die Ursache sein. Am Verstärker sollte man den Aktiv-Eingang benutzen und den Gain Regler kleiner einstellen. Hilft auch das nicht, sollte man den Bass in ein Musikgeschäft bringen, um das Preamp-Level von einem Elektroniker überprüfen zu lassen. Hat man Grundkenntnisse in Elektronik, kann man im Bass auch nach einem Trimmpoti suchen und dieses zurückdrehen. Allerdings sollte man vorher den ursprünglichen Stand genau notieren, um notfalls die Ausgangsposition wieder einstellen zu können.

    Hat man normalerweise keine Probleme mit seinem Bass, fängt er plötzlich an zu zerren, hat das vermutlich eine andere Ursache. Fast leere Batterien / Akkus kündigen nämlich durch Zerren an, dass sie bald leer gesaugt sind.


    1.2 Null-Euro Batterie-Tester
    Wie kann man den Ladestand einer Batterie / eines Akkus feststellen? Dafür gibt es eine einfache Methode: Mit der Zunge! Berührt man mit der Zunge gleichzeitig Plus- und Minuspol, bekommt man einen deutlich spürbaren Stromschlag. Je leerer die Batterie, desto geringer der Stromschlag. Irgendwann wird der Schlag zu einem leichten Kribbeln und ein säuerlicher Geschmack ist deutlicher wahrnehmbar als der der Stromschlag. Keine Angst! Jeder Weidezaun ist gefährlicher!

  • Aktiv - PassivDatum21.06.2008 07:58
    Thema von Cadfael im Forum Aktive Elektronik
    1. Aktive / Passive Bässe
    Betrachten wir einen E-Bass, können wir nicht auf Anhieb sehen, ob es sich um ein aktives oder passives Instrument handelt. Beide Typen können Volumenregler, Klangregler und Schalter haben - sie müssen es aber nicht.

    1.1 Passive Bässe
    In passiven Saiteninstrumenten werden (meistens) hochohmige Pickups (ca. 5 bis 15 k Ohm) verbaut. Um einem Bassverstärker Töne zu entlocken braucht man keine zusätzliche Stromquelle im Bass. Man verbindet einfach E-Bass und Verstärker per Klinkenkabel und los geht's.
    Wichtigster Unterschied zu aktiven Pickups: Lautstärke- und Klangregler fügen dem Signal der Pickups nichts hinzu; sie beschneiden lediglich das Ursprungssignal. Dreht man an der Klangreglung, beschneidet man die Höhen des Pickups - wodurch der Gesamtsound basslastiger wirkt. Es besteht zwar auch die Möglichkeit Bässe zu beschneiden, dieses Prinzip wird aber äußerst selten angewandt. Passive Elektrik macht das Signal nie lauter, man kann das Signal das von den Pickups kommt nur leiser machen.



    1.2 Warum aktive Elektronik?
    Wie bereits erwähnt, kann man das Pickup-Signal eines Basses mit rein passiver Elektronik lediglich beschneiden (siehe Grafik oben). Hier greifen die Vorteile aktiver Elektronik. Mit ihr kann sowohl Lautstärke, als auch bestimmte Frequenzen (per Klangreglung) absenken, aber auch erhöhen. Diese Erhöhung von Pegel oder Frequenz nennt man "boosten".



    Darüber hinaus haben manche Aktiv-Bässe zusätzlich noch einen Mittenregler, welcher manchmal sogar die gezielte Bearbeitung eines vom Spieler wählbaren Frequenzbereiches erlaubt (parametrische Mitten). Doch dazu später mehr.


    1.3 Passive Bässe mit Aktiv-Elektronik
    Bei manchen passiven Bässen wird zusätzlich aktive Elektronik eingesetzt. Der Vorteil dieser Mischung besteht darin, dass man zwischen aktivem und passivem Betrieb (z.B. wenn die Stromquelle während eines Auftritts ausfällt) hin und her schalten kann. Man genießt die Vorteile der aktiven Elektronik, ist ihr aber nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.
    Einige Bässe besitzen einen Preamp (Vorverstärker), bei dem man lediglich die Lautstärke per Trimmpoti (Poti mit einem fest einstellbarem Widerstand) verändern kann. Lautstärke- und Klangreglung laufen dabei weiterhin über die normale passive Schaltung.



    Wie im Diagramm unten zu sehen ist, liegt die maximale Lautstärke über dem eigentlichen Level des Pickup-Signals. Der maximale Lautstärkewert ist - wie bereits erwähnt - (oft) per Trimmpoti einstellbar.



    Durch den Einbau eines Preamps kann man das Ausgangssignal eines Basses um ca. 15 Dezibel anheben. Dadurch werden auch Störeinflüsse auf dem Weg zwischen Bass und Verstärker verringert.
    Allerdings sind die hochohmigen Pickups weiterhin genauso anfällig für Fremdstörungen (Trafos usw.) wie bei einem normalen passiven Bass. Durch das Boosten (besonders in der Klangreglung) können Störungen sogar noch verstärkt werden. Wo Lautstärke- oder Klangregler in Mischschaltungen sitzen ist individuell verschieden. Manchmal gehören sie zur aktiven Elektronik (und können dann auch geboostet werden), manchmal sitzen sie außerhalb.




    1.4 Aktiv Bässe mit niederohmigen Tonabnehmern
    Niederohmige Pickups brauchen eine Elektronik, die ihr Signal verstärkt. Ohne Aufbereitung durch einen Preamp im Bass ist das Signal für den normalen Live-Einsatz wertlos. Warum dann aber niederohmige Pickups? Niederohmigen Pickups sind weniger anfällig gegenüber Fremdstörungen; also Brummeinstreuung oder ähnliches. Sie liefern der aktiven Elektronik ein optimales Signal zur Weiterbearbeitung.

  • Eine Betrachtung vom 23.01.2007

    Hallöli,

    zur "Selbstbauwelle" habe ich mir einige Gedanken gemacht ...

    Es gibt zwei Arten eine eigene zu bauen.
    1. Body und vielleicht sogar Hals selbst anfertigen
    (die Hohe Schule des Gitarrenbaus für Mutige und Könner)
    2. Traumgitarre aus Einzelteilen zusammenbauen
    (nicht jeder kann ein Künstler sein und doch seine individuelle Gitarre bauen)

    Zur ersten Gruppe gehören sehr wenige - und egal wie gelungen das Resultat ist verdienen sie Respekt.
    Mir geht es hier um den "leichten Weg".

    Merksatz 1
    Eine gute Gitarre aus vorgefertigten Einzelteilen zu bauen ist im Normalfall TEURER als eine gleichwertige oder fast gleichwertige Gitarre zu kaufen!

    Guter Body: 140 bis 200 Euro (unlackiert)
    Guter Hals: 140 bis 300 Euro (lackiert)
    Gute Pickups: 100 bis 200 Euro (2 bis 3 Stück)
    Gute Mechaniken: 40 bis 80 Euro
    Gute Elektrik: 50 bis 100 Euro (Potis, Wahlschalter, Knöpfe, Buchsen ...)

    Ups! Da sind wir ja schon beim Preis einer Mexican Fender oder guten Epiphone!
    Dabei geht es immer noch teurer. Ich habe keine hohen Preise eingesetzt.

    Merksatz 2
    Wat nix kost, dat is auch nix.

    Viele preiswerte Bodys in der E-Bucht sind in Wirklichkeit nicht preiswert, sondern billig (und damit sogar oft überteuert!). Ebay lebt nicht von Sachen die man zuviel hat, sondern von Unwissenden, die Ware überteuert kaufen.
    Das trifft auf keinen Fall für alle Angebote zu! Aber man braucht einiges an Erfahrung und langem Studium um zu sehen ob ein Body billig, preiswert oder ein Schnäppchen ist.

    Merksatz 3
    Schnäppchen sind entweder sofort weg, sie werden erkannt und preisgerecht oder überteuert versteigert - oder in ganz seltenen Fällen verkannt.

    Es gibt genug Leute die sich seit langem mit Gitarrenbau beschäftigen. Die erkennen sofort was gut ist und wieviel es kosten darf. Jeder Anfänger wird da über den Tisch gezogen. Glück, wer einen Kenner wie Jean im Forum hat, der einen auf ein Schnäppchen hinweist! Nur sind die Schnäppchenpreise auch mal 150 Euro oder mehr ...

    Ich habe schon mal darüber geschrieben, dass die oben in der Liste erwähnten Teile in der E-Bucht nachweislich des öfteren aus Billiggitarren (42 bis 69 Euro für die gesamte Gitarre!) stammen. Und Bodys aus solchen Gitarren gehen dann für 50 Euro oder mehr über die E-Bucht-Theke.

    Ich würde NIE einen Maple-Neck ohne "Stinktierstreifen" (dunkler Holzstreifen auf der Rückseite) von Unbekannten kaufen.
    Ich bin zwar gelernter Schlosser und kein Schreiner, aber ich weiß wie professionelle Fräsungen aussehen müssen. NIE einen Body mit unprofessionellen Fräsungen - erst recht nicht wenn er lackiert ist.

    Merksatz 4
    Schuster bleib bei deinen Leisten - es geht auch anders ...

    Da kann es besser sein eine Justin Strat oder Tele zu kaufen und sie dann total umzumodeln. Da kosten Body plus Hals 69 Euro. Schlagbrett und Kontrollplatte hat man evtl. auch schon. Wer mehr Geld hat kann statt einer Justin auch eine Squier Standard Strat oder Tele als Basis seines Umbaus nehmen! Da kosten guter Body und Hals zusammen 240 Euro - und Pickgurad und Elektrik hat man auch schon.

    Alles auseinander nehmen, vielleicht Body abschleifen und neu lackieren, alles optimal aufarbeiten und wieder zusammenbauen. Oder Fräsungen und neue Pickups rein. Einen neuen Steg drauf? Die Elektrikschaltung verbessern?
    Vielleicht sogar Furnier beim Schreiner kaufen und selbst furnieren - oder beim Schreiner furnieren lassen.

    Man kann auch aus einer fertig gekauften Gitarre eine individuelle Gitarre machen!
    Dabei sammelt man so viele Erfahrungen, dass der spätere Bau einer richtig guten (und teuren) Selbstbaugitarre einiges besser wird. Falls man merkt dass der Gitarrenbau nichts für einen ist kann man notfalls alles wieder zusammenbauen. Falls man Blut geleckt hat und Spaß hat, kann man auch aus einer 69 Euro Gitarre - ohne Geldaufwand - eine 150 Euro Gitarre machen.

    Frankensteins Traum
    Frankenstein hatte den Traum aus Einzelteilen einen perfekten Menschen zu erschaffen. Er hatte aber nur "minderwertiges Material", weil auf seinen Teilelieferanten kein Verlass war.
    Man muss schon einige Erfahrung haben - und genug verlässliche Teilelieferanten - um eine wirklich gute Gitarre zu bauen. Nicht jeder Hals passt auf jeden Body (siehe Justin Tele Thread).
    So wie Frankenstein sein Monster liebte will ich aber niemandem absprechen sein eigenes Gitarrenmonster zu erschaffen und es lieb zu haben. Wir werden euch so oder so mit Tipps und Anregungen zur Seite stehen!

    Fazit
    Ich will niemanden abhalten SEINE Gitarre zu bauen! Ich ermutige und unterstütze euch sogar dabei!
    Seid euch nur über die Preise und Kosten bewußt! Geht evtl. den Weg aus einer (oder zwei!) fertigen Gitarre durch Umbau EURE Gitarre zu machen.

    Ein Anfänger sollte meiner Meinung nach mindestens 100 Stunden vorher recherchieren was es gibt und normalerweise kostet. Sozusagen die Rockinger / Warmoth Website auswendig lernen. Woraus besteht überhaupt eine Gitarre? Wo sind welche und wieviele Schrauben? Kann man an seiner jetzigen Gitarre studieren ohne sie auseinander zu nehmen! In den Rockinger Workshops steht auch jede Menge zu Elektrik und Einstellung. Was müssen gute Beschlagteile normalerweise Kosten?

    Tja; das wollte ich mal so in die Gitarrenbaurunde werfen ...
    Wie gesagt; seinen Body oder gar Hals selbst zu fräsen ist was völlig anderes!

    Gruß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Es gibt viele Musiker, die Probleme mit sich lösenden Schrauben beim Schaller Security Lock System haben. Die Schrauben der Security Locks haben oft einen geringeren Durchmesser als die original Gurthalteschrauben. Das Hauptproblem bei Security Locks sehe ich aber darin, dass die Leute ihre SLs anschrauben - und gut ist.

    Man sollte aber nach ca. 24 Stunden noch mal vorsichtig nachziehen - und nach einer Woche noch mal - und nach einem Monat auch noch mal.
    Für eine Schraube gibt es nichts schlimmeres, als wenn sie nicht richtig angezogen ist. Dann kann sie sich auch losvibrieren. Holz arbeitet aber auch immer etwas. Daher an Anfang noch mal schnell kontrollieren, ob die Schraube noch fest sitzt - aber nicht drehen wie ein Wilder, sonst ruiniert man das Gewinde im Holz.

    Ist das Befestigungsloch zu groß, gibr es verschiedene Möglichkeiten. Manche benutzen Dübel oder Zweikomponentenkleber. Ich bevorzuge Zahnstocker um das zu große Loch zu füllen - mit, meist aber sogar ohne Holzleim.

    Wird die Schraube gegen den Body gedrückt, erhält man eine sowohl form- als auch kraftschlüssige Verbindung. Das Prüfen der Schraube dient dazu, unbedingt die Kraftschlüssigkeit zu erhalten, denn eine lockere Schraube ist nur noch formschlüssig; wird sich rausrütteln und das Gewinde ruinieren. Stimmt der Kraftschluss, reicht das Auffüllen des Loches mit einem Zahnstocher vollkommen aus, um die Formschlüssigkeit zu gewährleisten.
    Mit meiner Methode (anfangs mehrmals den Kraftschluss prüfen) halten die Security Locks dann über viele Jahre.
    Einmal in Jahr sollte man sein Instrument aber eh überprüfen! Das gilt besonders für Instrumente, die sehr gut schwingen.

    Gruß
    Andreas

  • Impressum und RechtshinweiseDatum20.06.2008 09:22
    Thema von Cadfael im Forum Generelles zum Forum

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    Andreas Kühn

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    Andreas Kühn
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    Andreas Kühn

  • Mono- und Stereo-Verstärker SetupsDatum19.06.2008 18:54
    Thema von Cadfael im Forum Grundwissen
    Beitrag für Foren vom 23.06.2007

    Hallöli,

    da dazu immer wieder Fragen auftauchen mal was über mono und stereo ...

    Einleitung
    Es ist eine sehr berechtigte Frage, ob dieser Beitrag sich einzig an Anfänger wendet. Nach meinen Erfahrungen weiß nämlich mancher Gitarrist selbst nach Jahren noch nicht wirklich den Unterschied zwischen einem mono und einem Stereo Verstärker Setup.
    Immer wieder hört man, dass zwei Verstärker oder Boxen automatisch stereo wären. Das ist falsch. Selbst mit zwanzig Verstärkern und hundert Boxen kann man mono spielen. Mit einem einzigen Combo hingegen stereo.

    Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Mono und Stereo?
    Ein Setup ist mono, wenn das gleiche Signal kommt aus einer oder mehreren Boxen.
    Ein Setup ist stereo, wenn zwei unterschiedliche Signale aus mindestens zwei Lautsprechern kommen.

    99,9% aller Gitarren liefern ein Mono-Signal. Schickt man dieses Mono-Signal jedoch in ein Effektgerät das mit Verzögerungseffekten oder Modulation arbeitet (z.B. Delay, Chorus, Flanger), so erhält man einen Stereo-Effekt.
    Jetzt gibt es zwei Möglichkeiten. Lasse ich sich Originalsignal und Effektsignal überlagern und schicke es an einen einfachen Verstärker, bleibt das Signal mono; es gibt ja kein zweites Signal, das sich von diesem Signal unterscheidet. Trenne ich jedoch das Originalsignal vom Effektsignal und schicke die beiden an zwei Endstufen, so erhalte ich zwei Signale; also Stereo.

    Welche oder wieviele Effektgeräte zwischen Gitarre und Amp oder in den Einschleifweg gehangen werden ist für mono und stereo unerheblich. Ein Mono-Verstärker bleibt immer mono.

    Mono Setups
    Das klassische Beispiel für ein Mono-Setup ist die Gitarre, die ich in einen einfachen Combo-Verstärker stecke. Wie viel Kanäle dieser Amp hat spielt keine Rolle. Selbst ein Amp mit vier Kanälen kann mono sein (z.B. Hughes & Kettner Matrix). Neben Lautstärke und Verzerrung kann man in der Vorstufe auch den Klang regeln. Die meisten Amps haben auch Effekte oder Einschleifwege. Auch besagter Matrix verfügt über Chorus oder Delay. Wie oben erwähnt, schickt er dieses Signal aber nicht an zwei verschiedene Endstufen, sondern mischt einfach Original- und Effektsignal miteinander. Das Mischsignal wird dann an eine einzige Endstufe geschickt. Die verstärkt das Signal und gibt es an den Lautsprecher weiter. Eine Zusatzbox würde das Signal lediglich zusätzlich wiedergeben. Sie gäbe kein anderes Signal ab. Ein Matrix mit Zusatzbox bleibt also mono.



    Die meisten Gitarren-Tops haben zwei oder mehr Ausgänge für Lautsprecher. Hat der Verstärker jedoch nur eine Endstufe, ist es egal ob ein, zwei oder hundert Boxen angeschlossen sind. Da aus allen Boxen das gleiche Signal herauskommt, bleibt der Verstärker mono. Dabei spielt auch keine Rolle, ob die Boxen untereinander verbunden werden oder getrennt am Verstärker hängen (beides ist in der Skizze dargestellt).



    Was ist aber, wenn ich meine Gitarre in einen Splitter stecke, der das Signal an mehrere Verstärker gleichzeitig senden kann? Auch dann bleibt das Signal mono, da ja an beide Verstärker ein identisches Signal geschickt wird. Theoretisch kann ich also eine ganze Verstärkerwand auf der Bühne stehen haben und trotzdem mono fahren.




    Stereo Setups
    Von verschiedenen Herstellern gibt es seit Jahrzehnten Stereo-Amps zu kaufen. Einer der berühmtesten dürfte der Roland Jazz Chorus 120 sein. Peavey und andere Hersteller brachten aber auch ähnliche Modelle heraus. Alte Stereo-Verstärker arbeiten meist mit Chorus-Effekten. Digitale Delays waren viel zu teuer.
    Was diese Verstärker von normalen Verstärkern unterscheidet, sind die beiden eingebauten Endstufen. Von der Vorstufe geht es zuerst meist in Mono-Effekte. Am Ende der Kette steht dann ein Stereo-Effekt, der zwei unterschiedliche Signale liefert. Diese Signale werden dann getrennt an die beiden internen Endstufen geschickt. Jede Endstufe schickt das verstärkte Signal an (mindestens) einen Lautsprecher weiter.



    Im Grunde sieht der Aufbau mit einem Stereo-Topteil genauso aus - nur dass sich die Lautsprecher außerhalb des Verstärkers befinden. Nachteil beider Stereo-Setups ist, dass die beiden unterschiedlichen Signale durch die Nähe der Lautsprecher sehr nah aneinander liegen. Trotz Stereo ist ein Stereo-Effekt aus mittlerer Entfernung kaum zu hören.



    Eine weitere Variante ist es, sein Gitarrensignal an ein Bodeneffektgerät oder Multieffektgerät schicken. Von dort aus geht man in zwei Mono-Verstärker, die wiederum an eine Stereo-Box hängen. Dann gibt z.B. die linke Hälfte der Box das Signal von Verstärker A, die rechte Hälfte das Signal von Verstärker B wieder. Auch hier ist die zu geringe räumliche Trennung der beiden Signale ein Problem.



    Abhilfe schafft ein Stereo-Topteil mit zwei Boxen. Stellt man die Boxen weit auseinander oder im Winkel voneinander weg, ist der Stereo-Effekt deutlich zu hören.



    Zuletzt haben wird die Variante das Stereo-Signal erneut mit einem Bodeneffektgerät oder Multieffektgerät zu erzeugen. Von dort aus geht man in zwei Mono-Verstärker, die beide ihre eigene Box haben.




    Quadro Setups
    Hat man einmal angefangen rumzuspinnen, kann man sich natürlich die verrücktesten Setups ausdenken! Wie wäre es, mit vier Amps zu fahren? Abgesehen davon, dass echte Quadrophonie spätestens am Mischpult endet, sind aber auch mit mehr als zwei Verstärkern nette Effekte zu erzeugen. Meines Wissens erzeugt Brian May von Queen seinen Sound, indem er eine ganze Batterie von VOX AC30 mit leicht unterschiedlichen Signalen füttert.




    Und noch ein Setup
    Eine weitere Möglichkeit des Setups ist D/W/D-Amping (Dry/Wet/Dry).
    Hierbei wird das Gitarrensignal zuerst in einen normalen Gitarrenverstärker (Dry) geschickt und dort verarbeitet. Dieses Mono-Signal nimmt man mit einem Mikro oder einer DI-Box ab und schickt es über Effektgeräte in eine Stereo-Endstufe (Wet/Dry), die wiederum mit zwei oder mehr Boxen verbunden ist.
    Vorteil dieses Setups ist, dass ein im normalen Amp den Grundsound liefert - sowohl das Vorstufen als auch Endstufensignal. Dieses fertige Signal wird dann räumlich gemacht. Nachteil ist der enorme Aufwand, den man treiben muss.





    Fullrange, Bi-Amping, Tri-Amping
    Alle bisher vorgestellten Mono- und Stereo-Setups waren Fullrange Setups.
    Das gesamte Signal von tiefsten Bässen bis höchsten Höhen wird also in seiner vollen Bandbreite auf alle Speaker geschickt; es gibt keine Trennung nach Frequenzen. Bei einem Gitarrensignal ist das auch kein Problem. Im Gegensatz zu HiFi-, Bass-, oder PA-Anlagen ist die Aufgabe von Gitarrenanlagen den Sound zu verfälschen. Jeder der eine verzerrte Gitarre direkt in die HiFi-Anlage oder ins Mischpult gespielt hat weiß was ich meine. Bei linearer Wiedergabe kreischen die Höhen und dem Sound fehlt Charakter. Die Bandtauglichen Verstärker haben daher (fast) alle 10" oder 12" Speaker, die zum einen die Höhen abwürgen, zum anderen für einen (relativ) warmen mittigen Sound sorgen.

    Bei Bässen sieht die Sache anders aus. Hier werden - wie der Name bereits sagt - neben den Mitten wesentlich stärkere Bässe erzeugt und auch Höhen sind erwünscht. Daher ist es theoretisch möglich einen (unverzerrten) Bass direkt ins Mischpult zu spielen. Betreibt man eine Bassanlage Fullrange, muss ein Speaker gleichzeitig mit tiefen Bässen als auch spritzigen Höhen fertig werden. Fährt man z.B. eine Anlage mit einem 15er und 4x10ern, schafft der 15er es nicht die Höhen ausreichend wiederzugeben, die 10er die tiefen Bässe. Zusammen gleicht sih das jedoch aus.

    Für die Speaker ist das große Frequenzspektrum natürlich eine Belastung. Daher kam man auf die Idee aktive Frequenzeichen einzusetzen. Bei diesen Frequenzweichen kann man oft die Trennfrequenz, sowie die Flankensteilheit (also wie stark ein Signal ab einer bestimmten Frequenz abfällt) einstellen. Nachdem das Signal nach Frequenzen getrennt wurde, geht es an zwei Endstufen. Die HI-Speaker bekommen keine starken Hübe mehr ab und die LO-Speaker müssen sich nur um die tieferen Frequenzen kümmern. Da man für die Wiedergabe von Bässen wesentlich mehr Leistung braucht als für die Wiedergabe von Höhen (bei gleichem Lautstärkeempfinden) kann die HI-Endstufe wesentlich weniger Watt haben. Wie groß der Unterschied am besten ist, hängt on der Trennfrequenz ab.
    Stellt man die Boxen für HI und LO auseinander haben wir im Grunde ein frequenzabhängiges Stereo-Setup, obwohl das Signal nicht verzögert oder moduliert wird. Besonders gut hörbar wäre das bei einem geslappten Bass.



    Tri-Amping ist im Grunde das gleiche wie Bi-Amping, nur dass das Signal in Bässe, Mitten und Höhen aufgeteilt wird. Tri-Amping wird normalerweise nicht von Instrumentalisten eingesetzt, sondern findet seinen Einsatz hauptsächlich im PA-Bereich.


    Schlussbemerkung
    Selbstverständlich wäre zum Thema noch mehr zu schreiben. Einige Dinge hätten vielleicht auch noch näher ausgeführt und nicht so sehr simplifiziert werden sollen. Der geneigte Leser dürfte jedoch einen Überblick darüber bekommen haben was denn nun Mono und Stereo sind.

    Vielleicht wird es nach dem lesen nicht mehr ganz so wild durcheinander gewürfelt?

    Gruß
    Andreas
  • Hallöli,

    Vorwort
    Obwohl ich KEIN Experte für Vintage Amps, die Geschichte von Fender, Marshall oder anderer Herstellern bin möchte ich hier etwas über den wohl meist gebauten / nachgebauten Bassverstärker aller Zeiten schreiben - über den wahrscheinlich die wenigsten von uns Bassisten gespielt haben.
    Gewähr für hundertprozentig korrekte Angaben kann ich leider nicht übernehmen. Ich bitte darum, mich gegebenenfalls zu korrigieren!

    Die ersten Bassverstärker
    Die Geschichte des Bassverstärkers beginnt einige Jahre, bevor Leo Fender den ersten in Serie gebauten Bass auf den Markt bringt.
    Kontrabassisten hatten bereits seit den 1930er Jahre große Schwierigkeiten sich in lauten Bigbands Gehör zu verschaffen. So beschlossen zwei Amerikaner während des Zweiten Weltkriegs ein Tonabnehmer-Verstärker-System zu entwickeln und auf den Markt zu bringen. Der "Verstärkte - Pflock / Stift" (Amplified Peg) gab der Firma der beiden den Namen: "Ampeg". Die ersten Bassverstärker hatten die sensationelle Leistung von 18 Watt und einen großen 12" Lautsprecher.

    Leo Fender
    Nachdem Leo Fenders erste elektrische Gitarre, die Esquire (in späteren Abwandlungen Broadcaster / Nocaster / Telecaster genannt), ein riesiger Erfolg war, brachte Fender 1951 den ersten seriell gefertigten Bass mit Bundstäbchen auf den Markt.
    Die simpel anmutende Idee mit den Bundstäbchen vereinfachte das Erlernen des Bassspiels ungemein und ermöglichte einer großen Anzahl von Anfängern und Umsteigern, innerhalb kürzerer Zeit präzise Bass zu spielen. Wohl auch aus werbetechnischen Gründen erhielt der Bass den, Namen "Precision Bass".

    Leo Fender war, anders als Les Paul, kein Musiker / Gitarrist, sondern ein Techniker. Bevor er seine erste E-Gitarre auf den Markt brachte, hatte er bereits (1946) Gitarrenverstärker wie den Fender "Deluxe", "Princeton" oder "Professional" konstruiert und vermarktet. Was lag da näher, als auch Verstärker für seine neuen Bass-Gitarren (man verzeihe mir dieses Wort, das ich aus historischem Kontext benutze) herzustellen?!

    Der Fender Bassman
    So kam 1952 der erste Fender Bassman in die Musikgeschäfte. Die Bassmans veränderten jedes Jahr ihr Aussehen und wurden immer leistungsstärker. Der Bassman von 1955 hatte bereits vier 10" Lautsprecher, unterschied sich jedoch in einigen wichtigen Details vom 1959er Modell.



    Der Fender Bassman von 1961 stand mit seinen "echten" zwei Kanälen Pate für viele Verstärker der 1960er Jahre - aber das ist eine andere Geschichte. Hier geht es um den Bassverstärker, der zwischen diesen beiden Modellen liegt.
    Obwohl er nur zwei Jahre im Programm von Fender war (im Grunde ein Flop), wurde er das meist kopierte Verstärkerkonzept einer ganzen Ära. Auf ihn bauen die ersten Modelle von Traynor's (der YBA-1), der Mesa Boogie Mark I und last but not least der Marshall JTM45 auf. Urvater all dieser Amps ist der

    Fender Bassman 59.
    Fender Bassman 5F6-A

    Mit seinen 45 Watt war der Bassman von 1959 und 1960 ein relativ leistungsstarker Verstärker. Aufgrund seiner offenen Rückwand / Bauweise hörte der Frequenzgang jedoch bereits bei 90 Hz auf - nicht gerade berauschen für einen Bassverstärker. Das könnte ein Grund dafür sein, warum bereits zwei Jahre nach seiner Einführung der Bassman 61 als Top mit geschlossener Boxen auf den Markt kam.
    Gitarristen interessierte das Manko der mangelnden Basswiedergabe nicht - und so dürfte es bereits damals Gitarristen gegeben haben, die den Bassman mit seinen vier 10 Zoll Lautsprechern dem Deluxe oder Princeton vorzogen und den Bassman als Gitarrenverstärker "missbrauchten".
    Der Bassman 59 wäre wohl bedeutungslos für die Verstärkergeschichte geblieben, hätte nicht ein Mann auf der anderen Seite des Atlantiks in seinem kleinen Musik- und Elektronikladen bei London das Konzept "geklaut".




    Bevor wir uns diesem Mann widmen schauen wir uns kurz die Bedienfront des Bassman 59 (von rechts nach links) an, denn sie wird uns später wieder begegnen. Zuerst finden wir zwei unterschiedlich empfindliche Eingänge für den Normal Kanal. Dann folgen die beiden Eingänge für den Bright Kanal, die beiden Volumenregler, die Dreiband-Klangreglung (Vorstufe) und der Presence Regler für die Endstufe. Kontrollleuchte, Standby Schalter und Netzschalter (inkl. Sicherung) vervollständigen das Panel.

    Jim Marshall
    Anfang der 1960er Jahre unterrichtete Jim Marshall Musikschüler (unter anderem Noel Redding - den späteren Bassisten von Jimi Hendrix), hatte einen kleinen Musik- und Elektronikladen in Kensington bei London.
    Die Verstärker der damaligen Zeit waren bei weitem nicht so robust wie manche glauben mögen. Daher war die Kombination aus Musikgeschäft plus Werkstatt ideal im neuen Medium der elektrifizierten Musik.
    Herr Marshall verkaufte und reparierte also fleißig Verstärker mehrerer Marken; darunter auch Fender Verstärker. Die steigende Nachfrage hatte Lieferengpässe, sowohl bei Verstärkern als auch Ersatzteilen zur Folge.
    Also entschloss sich Herr Marshall, seine eigenen Verstärker zu produzieren und zu verkaufen. Und welchen Verstärker nahm er sich zum Vorbild? Das 10 Cent Stück dürfte gefallen sein. Ein Blick auf die Bedienfront eines Marshalls (besonders nach der vorherigen Aufzählung beim Bassman 59) sollte die Antwort geben.




    Damit keine Missverständnisse auftreten: Jim Marshall veränderte einiges am Innenleben seiner Amps im Vergleich zum Bassman. Es handelt sich, selbst bei den frühen Marshalls nicht um 1:1 Kopien.
    Ob die leicht veränderte Röhrenbestückung wirklich das Produkt ausgefeilter Soundtests war oder schlicht daran lag, dass amerikanische Röhren teurer und viel schwerer zu bekommen waren, lassen wir allerdings dahingestellt. Diese Frage wird sich niemals klären lassen. Fakt ist aber, dass gerade Engpässe in der Röhrenbeschaffung europäischen Werkstätten große Probleme machten. Auch andere Bauteile wie der Trafo und die Impedanz wurde geändert.

    Jim Marshalls Verstärker schlugen in England ein wie eine Bombe. Nicht zuletzt, weil zu Jims Kundschaft berühmte Musiker gehörten, deren Sonderwünsche Marshall umsetzten konnte. Zum Beispiel wollte Pete Townshend eine 812er Box haben, was sich jedoch schnell als kaum transportierbar herausstellte. Also baute Marshall ihm ein Fullstack aus zwei 412er Boxen. Diese Konstruktion zweier geschlossener Boxen behob gleichzeitig das Problem der Basswiedergabe - wodurch das Fullstack auch für Bassisten interessant wurde.
    London war nun mal ein "kleines Dorf". Profi-Musiker kannten sich untereinander und so gehörten auch Gitarristen wie Eric Clapton, Jack Bruce, Jim Page oder Paul Kossoff bald zu den Kunden. Zudem tat sich Marshalls Schüler Mitch Michell genau zu dieser Zeit mit einem ehemaligen Gitarristen von Little Richards Begleitband zusammen. Was lag näher, als dass dieser Gitarrist namens Jimi Hendrix ebenfalls Marshall Amps spielte?! Da es Mitte der 60er Jahre noch keine PAs im heutigen Sinne gab, trat Hendrix auch schon mal mit einem Setup aus 18 Marshall Verstärkern auf.
    Die Beatles sollen sich übrigens öfters die Haare gerauft haben, weil sie durch einen Vertrag an VOX gebunden waren.

    Bis Mitte der 1970er Jahre wurden diese Marshall Amps mit den verschiedensten Wattzahlen und mit kleinen Unterschieden regulär produziert. Es gab sie sowohl als Gitarren-, wie auch als Bassverstärker zu kaufen (mit 50 bis 200 Watt Leistung). Auch nach dem Verschwinden aus der "normalen Produktpalette" kommen immer wieder Sondermodelle dieses legendären Verstärkers auf den Markt.

    Gitarrenverstärker mit regelbarer Verzerrung durch einen Gain Regler gab es übrigens auch erst seit Mitte er 1970er Jahre! Vorher war Verzerrung einzig durch das Aufdrehen den Volumenreglers zu erreichen. Man erfand zwar "Power Soaks", die einen Teil der Leistung in Wärme statt Lautstärke umsetzten, toll war das aber nicht - dafür oft gefährlich.



    In eigener Sache
    In den 1980er Jahren habe ich als Gitarrist über ein gebraucht gekauftes 100 Watt Bass-Marshall Topteil aus den 70er Jahren gespielt. Die original 4x15er Bass Box (so groß wie ein Ampeg Kühlschrank aber mit dem Wirkungsgrad einer toten Schildkröte) tauschte ich gegen ein 412er Gitarren Box von Kitty Hawk, denn die war deutlich preiswerter als eine Marshall Box. Da das Top so tierisch laut war, war an Verzerrung nur mit vorgeschaltetem Overdirve-Pedal (BOSS SD-1) zu denken. Ein geiler Sound! Vom Verzerrer in eine A/B-Box, mit der ich auswählen konnte, ob der Bright oder Normalkanal befeuert wird.

    Schlussbemerkung
    Obwohl nur eine kleine Gruppe von Gitarristen (!) heutzutage noch den Fender Bassman 59 spielt, hat das Konzept dieses Bassverstärkers die Verstärkerwelt und Musikgeschichte geprägt wie kein anderer. Besonders wenn man bedenkt, dass nicht nur der Marshall, sondern auch der erste Mesa Boogie (Mark I) auf dem Konzept des Bassman aufbauen.

    Und wenn mal wieder ein Gitarrist über fehlende Kanäle oder Ausstattung an eurem Bassverstärker rumnörgelt, könnt ihr ihm sagen: Der wichtigste Verstärker in der Geschichte der Gitarrenverstärker war ursprünglich ein Bassverstärker! :)

    Gruß
    Andreas

  • Hallöli,

    vorab möchte ich betonen, dass ich keine Fender Experte bin und auch keine Bücher über Fender Gitarren oder Fender Bässe besitze! Die Infos in diesem Beitrag habe ich in 30 Jahren Musikerdasein aufgeschnappt (oder selbst erlebt). Hinzu kamen genaue Untersuchungen von Bildern der original Fender Bässe (aus denen man jede Menge ableiten kann).
    Wichtigste "Zusatzquellen" (besonders für Zeitbestimmungen) waren Artikel über Fender, die Precision und Telecaster Bässe in deutsch- und englischsprachigen Artikeln von Wikipedia. Wer die Artikel nachliest http://www.wikipedia.de wird aber feststellen, dass ich nicht einfach abgeschrieben oder übersetzt habe.
    Ich bitte alle Fender Experten, mich auf inhaltliche Fehler hinzuweisen!

    A bass is born
    1951 brachte Leo Fender mit dem "Precision Bass" den ersten Serien-E-Bass auf den Markt. Mit seiner simplen - aber genialen - Idee Bundstäbchen, wie bei einer Gitarre, auf dem Bass anzubringen (daher der Name "Precision" = "Präzision") revolutionierte Fender den Bassbau und das Bassspiel.
    Ohne die Erfindung des bundierten Solid-Body-Basses wäre die Musikgeschichte eindeutig anders verlaufen. Rockmusik ohne E-Bass ist schwer vorstellbar.

    Wann der Name Telecaster Bass entstand weiß ich nicht.
    Er könnte bereits Anfang der 1950er Jahre in Musikerkreisen benutzt worden sein. Schließlich war Leo Fenders Telecaster damals in aller Munde - und wem der Name des neuen Basses nicht einfiel, mag ihn - da er aus dem Hause Fender kam und der Telecaster Gitarre ähnelte - einfach Telecaster Bass genannt haben.
    Vielleicht kam der Name erst Ende der 50er Jahre auf, um das in vielen Punkten überarbeitete neue Precision Modell vom alten Precision Modell unterscheiden zu können.
    Die unwahrscheinlichste Variante ist, dass der Name Telecaster Bass erst 1968 bei Einführung des offiziellen Precision Basses entstand. Man hat bestimmt den inoffiziellen Namen des Ur-Precision für das erste Fender Bass Reissue übernommen.


    Fender Precision Bass von 1951 bis 1956
    Als der Precision auf den Markt kam, hatte sich Fenders Telecaster Gitarre bereits etabliert. Manche kuriosen - aber billigen - Fertigungsmethoden die Fender eingeführt hatte, waren vom Musikmarkt angenommen worden.
    Dazu gehören der geschraubte Hals, der Body aus Esche oder Erle und vor allem der einteilige Ahornhals. Heute werden diese Holzkombinationen und Fertigungstechniken oft als Non-Plus-Ultra des Gitarren- und Bassbaus angesehen. Hätte Fender sich damals billigeres Hartholz besorgen können oder wäre ihm nicht die Idee gekommen Gitarrenhälse wie Baseballschläger herzustellen, sähen Gitarren und Bässe vielleicht heute anders aus - und klängen anders.

    Fender hatte mit der Telecaster bereits die Erfahrung gemacht, dass auch ein Ahornhals einen Stahlstab (Trussrod) benötigt. Also erhielt auch der Precision Bass einen von hinten eingesetzten und am Body zugänglichen Halseinstellstab. Die Silhouette der Telecaster Kopfplatte wurde beim Bass weitgehend übernommen und auch die Vierpunkt-Halsbefestigungsplatte fand weiter Verwendung.
    Der Steg war ein einfaches Winkelblech. Wie bei der Tele war ein einstellbarer Reiter für zwei Saiten zuständig und auch die Saiten wurden durch den Body geführt (String Thru genannt).



    Ergonomisches Body-Shaping war 1951 scheinbar unbekannt. So wurden die Kanten beim ersten Precision (wie bei der Tele) lediglich leicht abgerundet. Spätere Modelle (ab 1954?) hatten eine "Bauch-Ausfräsung" auf der Rückseite und eine leichte Abschrägung für den rechten Arm.
    Die Body-Silhouette konnte man nicht von der Telecaster Gitarre übernehmen. Der Hals war dafür zu lang und die Mechaniken zu schwer. Bei einer Telecaster befindet sich die Gurthalterung auf Höhe des 16. Bundes. Damit wäre der Precision total kopflastig geworden. Lösung war ein zweites Horn, das bis zum 12. Bund hinauf reichte. Ein Prinzip, dass wenige Jahre später bei der Stratocaster mit übernommen wurde.



    Für den Precision Bass hatte man nur einen einzigen Tonabnehmer vorgesehen. Klangvielfalt beim Bass spielte 1950 keine große Rolle. Der Bass war eh nur ein untergeordnetes Instrument. Erst 15 Jahre später erhielt der Bass mit Leuten wie Jack Bruce, John Entwistle oder Andy Fraser eine neue Rolle. Da der Halstonabnehmer in der Telecaster gut funktionierte wurde, wurde er für den Bass nur leicht modifiziert. Der Humbucker war 1951 eh noch nicht erfunden. Leider übernahm man auch das Prinzip der zwei nicht abgeschirmten Litzen vom Pickup zum Elektrikfach - wodurch die Gefahr der Brummeinstreuung (wie bei Tele und Strat) zusätzlich erhöht wurde. Bis zum heutigen Tag hält es Fender nicht für nötig bei vielen Pickups abgeschirmte Kabel zu verwenden.
    Einen Wahlschalter brauchte man nicht. Das Prinzip der Kontrollplatte mit Volumen- und Tonregler (250k Ohm) plus seitlicher 1/4" Klinkenbuchse übernahm man aber von der Tele. Lediglich die Kapazität des Kondensators am Tonregler wurde auf 47nF erhöht.


    Fender Precision Bass von 1957
    Eigentlich ist der 1957er Precision Bass überhaupt nicht mein Thema. Ich gehe daher nur kurz auf ihn ein. Spricht man heutzutage über den Precision Bass, kommt den meisten Leuten nämlich das Bild des Fender Precision von 1957 (oder einem seiner Nachfahren) in den Sinn.
    Das Preci Modell von 1957 erhielt die Kopfplatte der sensationell eingeschlagenen Stratocaster. Zudem war das Ende des Halses an der Korpusseite nichtmehr gerade (wie bei der Telecaster), sondern angerundet (wie bei der Stratocaster).
    Jede Saite erhielt nun auch ihren eigenen Saitenreiter und die Saiten wurden nicht mehr durch den Body geführt. Die Kontrollplatte wurde durch ein durchgehendes Pickguard überflüssig.



    Wichtigster Unterschied war die Einführung eines Humbucking Pickups. Leider weiß ich nicht, wie Leo Fender auf die Idee des zweiteiligen Pickups kam. Wollte er mit den versetzten Spulen, die jeweils nur zwei Saiten abnehmen, den Klang beeinflussen? Oder wollte der Fuchs Fender damit das "Patent Applied For" von Gibson umgehen? Zuzutrauen ist es ihm. Auf jeden Fall dürfte sich Fender mit seiner Idee an den Patentrechten von Gibson vorbeigemogelt haben. Gleichzeitig hatten die beiden in Reihe geschalteten Spulen des P-Basses einen höheren Output als das Vorgängermodell und lieferten einen Sound mit wesentlich mehr Druck und Bässen.
    Weiterer Unterschied waren die Chromabdeckungen des Stegs und des Pickups.
    Doch die Geschichte des 1957 Precis soll jemand anderes erzählen ...


    Der Telecaster Bass
    Ende 1967 stellte Fender Musical Instruments Corporation erstmals den Telecaster Bass vor. Anfang 1968 kam er dann in die Musikgeschäfte. Bei Einführung war es weitgehend ein Kopie des Precision Basses von 1951.
    Weitgehend, weil Fender Anfang der 60er Jahre dazu übergegangen war alle Gitarren und Bässe mit Palisandergriffbrett auszustatten. Der One-Piece-Maple-Neck (einteiliger Ahornhals) war also - soviel ich weiß - aus dem Fender Programm verschwunden. Daher bestand der Hals des Telecaster Basses von 1968 aus zwei Teilen Ahorn, die aufeinander geleimt wurden - so wie man ein Palisandergriffbrett aufleimt. Echten 1968er Tele Bässen fehlt daher auch der dunkle "Stinktierstreifen" ("Skunk Stripe") auf der Halsrückseite. Spätere Telecaster Bässe haben den Streifen wieder.



    1972 bekam der Telecaster Bass ein Lifting verpasst.
    Man wollte die verchromte Metallkontrollplatte ersetzen. Damit glich man die Form des Pickguards des Telecaster Basses der Telecaster Custom Gitarre an. Wie die Custom erhielt auch der Tele Bass einen Humbucker am Hals.
    Leider erhielt der 1972er Bass auch die damals eingeführte 3-Punkt-Halsbefestigung. Mit ihr kann man den Halswinkel einstellen. Prinzipiell keine schlechte Idee; jedoch sollten für dieses Prinzip die Fertigungstoleranzen sehr gering sein um seitliches Wackeln des Halses zu vermeiden. Gerade die Fertigungstoleranzen waren aber bei Fender Anfang bis Mitte der 70er Jahre ein riesiges Problem.



    1977 erhielt der Telecaster Bass eine Brücke mit vier Saitenreitern, die der des Precision Basses stark ähnelte. Damit wurden die Saiten gleichzeitig nicht mehr durch den Body geführt.



    1979 wurde die Produktion des Telecaster Basses eingestellt.


    Der Telecaster Bass lebt weiter!
    Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre war der Telecaster öfters in Sendungen des Rockpalast zu sehen. Während der Bassist von Johnny Winters einen Original Fender Tele Bass spielte, hatte Dusty Hill (ein großer Tele Bass Fan) ein Custom Made Modell von Charvel (wenn ich mich nicht irre).
    Japanische Firmen wie Ibanez kopierten den Telecaster Bass und brachten damit bezahlbare Nachbauten auf den Markt. Die Kopien wurden dann durch den Lawsuit Act verboten.



    In den frühen 1990er Jahren zog Fender Japan mit einer eigenen Reissue des 51 Precission Basses nach. Dieser Bass wird bis zum heutigen Tag in Japan produziert.

    Der Tele Bass lebt bei Fender aber in leicht veränderter Form auch in Sondermodellen wie dem Sting Bass oder Mike Dirnt Bass weiter. Letzterer unterscheidet sich allerdings durch das Palisandergriffbrett, den P-Bass Pickup und die Badass Bridge vom Original.

    Fenders Tochterfirma Squier hat neben einer Mike Dirnt Version auch eine Version des Tele Basses zwischen 1972 und 1979 im Programm - allerdings (zum Glück) mit normaler Vierpunkthalsbefestigung.



    Für mich bleibt die Form des Ur-Precision die schönste Bassform; bei den Gitarren ist aber auch die Telecaster mein absoluter Liebling. Bässe werden kommen und gehen, aber der Telecaster Bass wird immer bleiben!
    Ich hoffe, euch hat diese kleine Geschichtsstunde etwas Spaß gemacht.

    Gruß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Bastelecke
    Kabel für "Recording Out" zu "Amp In" oder "Amp Return"
    Viele Roland Verstärker, besonders die kleinen, haben eine "Recording Out/Phone" Buchse. Hier kann man Kopfhörer einstecken oder aber mit einem Stereo-Klinkenkabel 6,3 mm auf Miniklinke in einen PC oder ein Aufnahmegerät gehen.
    Man kann vom "Recording Out" aber auch in einen leistungsstärkeren Instrumentenverstärker gehen und den kleinen Roland sozusagen als Preamp benutzen. Da die meisten Instrumentenverstärker aber Mono-Eingänge haben, braucht man ein Kabel von Stereo auf Mono.



    Hierzu kann man ein einfaches mono Instrumentenkabel nehmen. Zusätzlich braucht man noch einen Stereo-Klinkenstecker. An einer Seite lötet man den Mono-Stecker ab (oder kneift ihn ab).
    Vor dem Anlöten des Kabels an den neuen Stereo-Stecker sollte man darauf achten, dass die neue Schraubhülse über das Kabel gezogen wurde; sonst muss man später noch mal alles ablöten.
    Das Drahtgeflecht lötet man an die lange Zunge. Die innere Leitung wird an beide L-Winkel gelötet, die mit dem mittleren Ring und der Spitze verbunden sind. So sind beide "heißen" Stereo-Signale mit der Spitze des Mono-Steckers verbunden.


    Roland Doppelfußschalter selbstgemacht

    Der Roland Cube 20X, Cube 30X, Cube Bass 30, MicroCube RX und MicroCube Bass RX verfügen über eine 6,3 mm Stereo-Klinkenbuchse, an die man einen Doppelfußschalter anschließen kann. Der Doppelfußschalter hat je nach Verstärker andere Funktionen. Er schaltet Kanäle, Effekte oder steuert das Rhythmusgerät. Der Originalfußschalter kostet inkl. Verbindungskabel ca. 60 Euro. Man kann auch andere Fußschalter einsetzen, muss dann aber oftmals basten.
    Da Roland keine Schalter sondern Taster einsetzt ist das Angebot an preiswerten Fußtastern anderer Hersteller begrenzt. Das brachte mich auf die Idee eine alte Dreitasten-Computermaus umzubauen. Nicht optimal für den Proberaum oder Gigs, aber für den Heimgebraucht sehr gut - und platzsparend.

    Nachdem mein Fußschalter fertig war probierte ich ihn an meinem Roland MicroCube Bass RX aus. Zuerst dachte ich es funktioniere gar nicht. Dann merkte ich aber, dass ein Taster funktioniert, wenn der andere ebenfalls betätigt ist. Des Rätsels Lösung: Der Fußtaster funktioniert nicht als "Schließer" (Prinzip Wohnungsklingel), sondern als "Öffner" (Prinzip Kühlschrankbeleuchtung). Hier der grobe Schaltplan:



    Viele werden eine alte Computermaus bei sich rum fliegen haben. In allen Computermausen dürften Taster verbaut sein. Ob Zwei- oder Dreitastenmaus ist egal; beide sind verwendbar. Da die Mäuse innen drin unterschiedlich aussehen beschränke ich mich bei der Bastelanleitung auf allgemeine Beschreibungen.
    Zuerst öffnet man die Maus - oft wird das Oberteil mit einer Kreuzschraube auf der Unterseite gehalten. Dann hebelt man das Oberteil ab und kommt an die Innereien. Oft ist die Platine nur gesteckt und kann einfach entnommen werden.

    Die Drähtchen des Kabels kann man alle direkt über der Platine abkneifen.

    Als nächstes kann man (fast) alle Leiterbahnen die zu den Lötpunkten der Schalter gehen durchtrennen (violette Striche in Abbildung rechts). Dadurch verhindert man, dass irgendwo Widerstände, Dioden oder sonst was Einfluss auf den Schaltkreis haben. Ist eine Leiterbahn zwischen den mittleren Beinchen der Taster vorhanden, sollte man diese nicht trennen! Die mittleren Beinchen müssen miteinander verbunden sein. Notfalls kann man die Beinchen auch mit einem Stück Litze verbinden.

    Jetzt muss man feststellen, welcher der Kontakte der Öffner (Ö) und welcher der Schließer (S) ist. Mit einem Durchgangsprüfer, Ohm- oder Multimeter kann man das herausfinden. In ungedrücktem Zustand muss eine Verbindung zwischen dem linken oder rechten Beinchen des Schalters und dem mittleren Beinchen bestehen. Drückt man den Minischalter herunter, wird der Kontakt aufgehoben (siehe auch Skizze links).
    Bei einer Dreitastenmaus muss zusätzlich festgestellt werden, welches die beiden seitlichen Taster sind.



    An dem Mauskabel dürften fünf oder sechs Litzen sein. Bis auf drei Litzen kann man alle anderen abkneifen. Eine Litze (schwarz?) lötet man so an, dass sie mit den mittleren Beinchen verbunden ist.
    Das zweite Kabel kommt an den einen Öffner, das dritte an den anderen Öffner.

    Nun kneift man den alten Mausstecker. Vor dem Anlöten des Kabels an den neuen Stereo-Stecker sollte man auch hier darauf achten, dass die neue Schraubhülse über das Kabel gezogen wurde bevor man die Kabel anlötet; sonst muss man später noch mal alles ablöten.
    Jetzt lötet man die Litzen wie in der Skizze links zu sehen ist an den Stereo-Klinkenstecker an.

    Mit einem Durchgangsprüfer, Ohm- oder Multimeter kann man prüfen, ob "Spitze-Schaft" und "Ring-Schaft" verbunden und bei gedrückten Tasten geöffnet sind. Will man die Mausbelegung links-rechts tauschen, tauscht man einfach die Litzen an Spitze und Ring des Klinkensteckers. Fertig!

    Gruß
    Andreas
  • Thema von Cadfael im Forum Bastelecke
    Hallöli,

    manchmal habe ich den Eindruck, dass Hersteller Amps nur nebenbei produzieren um dann mit den Fußschaltern richtig Kohle zu machen. So kostet der Fußschalter für den mittlerweile 111 Euro teuren Fender Frontman 25R um die 38 Euro.
    Da musste es doch eine Alternative geben?!



    Zum Glück hatte ich von meinem Fender Vollröhrenverstärker noch einen 1-Button Footswitch, der auch beim Frontman funktioniert. Also öffnete ich den Fender Fußschalter um zu sehen, wie er aufgebaut ist. Im Grunde ganz simpel. Hinter der Klinkenbuchse hängen eine Diode, eine Leuchtdiode und ein Schalter.



    Vor einem halben Jahr hatte ich mir bereits aus einem Schalter, einer LED und einer Diode einen Umschalter für mein selbst gebasteltes Effektboard gebaut. Kosten um die 5 Euro. Besonderer Clou: Mit einem einzigen Schalter kann ich auf dem Board zwei Fender Amps gleichzeitig umschalten.

    An dieser Stelle möchte ich aber beschrieben, wie sich jeder aus einem handelsüblichen Fußschalter einen 1-Button-Footswitch für Fender Amps bauen kann. Es gibt bestimmt noch mehr Besitzer von Fender Amps, die keine 38 Euro ausgeben möchten - oder gar können.

    Komponenten:
    Als Ausgangsbasis eignet sich ein Universalfußschalter (keinen Taster), den man für 9,90 Euro oder mehr irgendwo in den Weiten des Internets - oder im Musikgeschäft - kaufen kann.
    Ich hatte mir bei Thomann dereinst mal so einen Schalter LFS-1 gekauft. Normalerweise schaltet bei ihm einer der beiden Schaltkreise an/aus, der andere Schaltkreis lässt über eine 9V-Blockbatterie und einen Widerstand eine LED leuchten. Die LED aus diesem Fußschalter kann man übrigens drin lassen für unseren Fender-Umbau.

    Das einzige was man zusätzlich braucht ist eine Diode 1N4148. Man kann aber auch viele andere Dioden benutzen. Im Elektronikladen, aber bestimmt auch Radio- und Fernsehgeschäft, kriegt man die 1N4148 Diode (eine sehr verbreitete Diode) für ca. 10 Cent. Macht zusammen also glatte 10 Euro.
    Wenn euch ein Elektroniker sagt, er hätte nur die XYZ, die könntet ihr aber genauso nehmen, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr sehr hoch, dass er Recht hat.

    Der Schaltplan sieht so aus:



    Umbau:

    Zuerst öffnete ich das Gehäuse des LFS-1 Fußschalters, schraubte die Platine ab und lötete den Widerstand, Batterie-Clip und das Verbindungskabel ab. Die LED ließ ich, wie gesagt, auf der Platine fest gelötet.

    Da ich ein Technikdepp bin wusste ich nicht, wo bei der LED Kathode und Anode sind. Es ist aber wichtig, wie rum man LED und Diode anlötet; sonst funktioniert die Schaltung nicht.
    Also verlötete ich erstmal nach dem Try-and-Error-Prinzip alles provisorisch miteinander und überprüfte am Amp ob es funktioniert. Spätestens beim vierten Versuch musste der Schalter ja funktionieren, denn mehr Möglichkeiten gibt es nicht LED und Diode zu verdrahten. Klappt nicht? Dann Diode drehen. Klappt nicht? Dann Masse und Hot tauschen. Klappt nicht? Dann Diode noch mal drehen.
    Bei mir schaltete der Amp nach dem dritten Versuch genau wie er sollte.

    Nachdem ich wusste wie rum und woran welches Teil gehört, überlegte ich mir, in welche der Platinenbohrungen man die Komponenten am sinnigsten lötet. Für den Anfänger und Laien sind die Leiterbahnen bestimmt etwas verwirrend, aber wenn man sich Zeit lässt und überlegt, geht es.
    Bei mir sah das Ergebnis so aus (die benutzen Leiterbahnen sind gelb markiert):



    Nachdem ich alles auf der Platine fest gelötet hatte, probierte ich den Schalter vor dem Einbau noch mal aus. Sicher ist sicher - besonders wenn man ein Elektronikdepp wie ich ist. Da alles funktionierte schraubte ich die Platine am Gehäuseboden fest, machte den Deckel drauf und fertig war der Fußschalter.
    Hier ein Bild des fertigen Schalters vor dem zusammenshrauben:



    Danken möchte ich noch mal Ulf (Der Onkel), der mir als Technik-Depp bei drei Hintergrundfragen geholfen hat. Zu beachten ist auch sein Thread über den Fußschalter des Fender Twin! Schreibe ich in diesem Thread irgendwo Blödsinn, so liegt das nicht an Ulf, sondern einzig an mir! Ich bin eben in Elektronikfragen eher der Praktiker und verfüge über relativ wenig Hinterfrundinfos; aber es funktioniert!

    Gruß
    Andreas
  • Thema von Cadfael im Forum Reviews Gitarre

    Review vom 16.09.2006

    Squier Fender Bullet Strat plus Fender Frontman 25R
    Blues & Vintage Rock für unter 300 Euro?

    Vor einem Monat kaufe ich mir eine Squier Fender Bullet Strat für 109? als Drittgitarre. Ich mag die Strat-Form fast genauso wie die Tele und Les Paul ? und mir fehlte noch eine Strat bzw. Single Coil Gitarre in meiner Sammlung.

    Warum die Bullet und keine Squier Affinity, Harley Benton oder Jack & Danny? Ich liebe die Form der 50er / frühe 60er Jahre Strats mit der schmaleren Kopfplatte. Fender hat mit den Rundungen ein designerisches Meisterwerk erschaffen. Und da die Kopfplatte noch Patentschutz genießt, kam eben nur eine original Fender oder Squier in Frage.
    Die Squier Affinity hat bereits den breiteren Headstock (=Kopfplatte) der später eingeführt wurde. Außerdem gefiel mir die Farbauswahl bei den Affinitys nicht. Die Squier Fender Bullet Strat in Arctic White, einem gelblichen Weiß, musste her.

    Squier Fender Bullet Strat
    Meine Bullet Strat, Baujahr 2006, hat - anders als auf der Squier Website zu sehen und zu lesen ? keinen festen Steg (was eigentlich das Zeichen der original Fender Bullet Serie war), sondern ein normales Fender Vintage Tremolo. Wahrscheinlich ist es herstellungstechnisch billiger einen gemeinsamen Body für fast alle Squier Strats zu machen, als das Tremolo weg zu lassen.
    Die Saitenreiter des Tremolos sind nicht aus billigem gebogenem Blech, sondern aus massivem (Guss-) Stahl. Ansonsten entspricht das Tremolo den gängigen 08/15 Vintage Tremolos. Ich war nie ein Freund des Tremolierens, aber es ist sogar weitestgehend stimmstabil. Den Hebel habe ich vor der Montage mit etwas Teflon-Fett eingeschmiert. Dann reibt nicht Stahl auf Stahl.
    Am wenigsten konnten mich die Mechaniken der Bullet Strat überzeugen. Sie laufen nicht sahnig rund, sondern haben leicht unterschiedliche Gängigkeit. Besser als das einfache seitliche Loch zur Saitendurchführung wäre auch das Einführen der Saiten von oben gewesen ? aber man sollte bedenken, dass diese Gitarre nur 109? gekostet hat!
    Die 21 Bünde sind sauber in das Rosewood Griffbrett eingesetzt und stehen nicht über. Ich bin kein Saitenzauberer, aber mir gefällt die Bespielbarkeit. Der Hals ist bis auf das Griffbrett seidenmatt lackiert. Ein, wie ich finde, angenehmes Griff- / Spielgefühl.
    Obwohl in den meisten Texten von laminiertem Holz gesprochen wird, ist es eindeutig keine dicke Sperrholzplatte die noch in den 70ern und 80ern. Ohne Verstärker klingt die Strat mittel laut und hat ein durchschnittliches Sustain. Der Klang dürfte etwas präziser sein; aber wie gesagt: 109? ...
    Wenn ich an meine erste Gitarre vor 25 Jahren zurück denke, ist das hier ein Schatz! Danach hätten wir uns alle die Finger geleckt!

    Schaltungstechnisch hat man es mit einer normalen Strat zu tun. 5-Weg-Schalter, Master Volume (gilt für alle drei Pickups), sowie separater Tone Regler für Hals- und mittleren Pickup.
    Schaut man unter das Schlagbrett findet man eine mehr als großzügige Ausfräsung für die Pickups. Theoretisch kann man auch Humbucker an Hals und Steg einsetzen. Die drei SingleCoil Pickups haben mit 8,3k bis 8,7k Ohm (Steg) erstaunlich viel Output, klingen aber auf definitiv wie ein SingleCoil nun mal klingen muss. Man sollte bedenken, dass ein kompletter Satz Fender Original Pickups bereits 50 Euro mehr als die gesamte Bullet Strat kostet. Wir haben es hier mit einer Gitarre für den ganz kleinen Feldbeutel zu tun und nicht mit einer Fender USA, die das 10fache oder mehr kostet. Wunder sollte man also nicht erwarten. Die Pickups sind von unten mit einer Stahlplatte gegen Brummeinstreuung abgeschirmt und auch die Kabel zur Elektrik sind abgeschirmt. Da habe ich schon viel Schlimmeres gesehen! Auch das Pickguard ist on unten mit Alu-Folie zur Abschirmung beklebt.

    Es sind wie im Vorbild 250k Ohm Potis (kleine Bauart) und ein 47nF Kondensator verbaut. Da ich diese Schaltung für Blödsinn halte, habe ich sie auch direkt geändert ...
    Den Kondensator (das grüne Ding) habe ich gegen einen 33nF Kondensator ausgetauscht. Jetzt kann man die Tone Regler voll zudrehen, ohne dass es viel zu dumpf klingt. Außerdem habe ich durch Umlöten zweier Kabel am 5-Weg-Schalter die Schaltung so verändert, dass der obere Tone Regler für Hals- und mittleren Pickup zuständig sind. Für den Steg Pickup, der ja am ehesten unangenehm schrill klingen kann, ist jetzt der untere Tone Regler zuständig.

    Fender Frontman 25R

    Meinen großen Fender 60W Vollröhren-Amp kann ich zuhause auf maximal 0,3 aufdrehen ohne Streit mit den Nachbarn zu bekommen. Das war mir zu nervig.
    Für ca. 150-160 Euro bekommt man im Musikgeschäft einen nagelneuen Fender Frontman 25R. Nachdem ihn anscheinend keiner haben wollte, habe ich meinen Fender Frontman 25R gebraucht (aber praktisch Neuzustand) für 80 Euro hier im Forum gekauft.
    Die 25 Watt scheinen auszureichen, um mit leisen Schlagzeugern mithalten zu können. Zum üben zuhause oder mit anderen Saitenzupfern reichen sie dicke! Ich habe meinen Frontman derzeit auf 2 stehen. Das ist laut genug.
    Der Frontman hat zwei Kanäle; Clean und Drive. Beim Drive kann man die Verzerrung (GAIN) und die Gesamtlautstärke regeln. Die Klangreglung aus Höhen, Mitten und Bässen ist für beide Kanäle gleichzeitig zuständig. Al letzten Regler finden wir den Reverb (Hall). Wie ich meine wichtig, da er das Klangbild etwas aufpeppen kann, wenn man ohne andere Effekte oder Begleiter im Wohnzimmer spielt.
    Weiterhin hat er Amp einen CD-In (zwei Chinch Buchsen), eine Buchse für einen Fußschalter (nicht im Lieferumfang) und einen Kopfhörerausgang. Spielt man über den Kopfhörer, muss man die Klangreglung etwas nachjustieren. Aber das dürfte normal sein.
    Auf der Rückseite befindet sich nur der Anschluss für das Netzkabel (Kaltgerätestecker). Die Verarbeitung ist gut. Reingeschaut in den Amp habe ich nicht - aber es dürfte die Technik von heute sein.
    Der Hall klingt im Vergleich zum großen Röhren-Fender etwas metallisch, ist aber dennoch brauchbar.

    Derzeit liegen wir bei einem Anschaffungspreis von ca. 260 Euro. Mit Tasche, Anschlusskabel (denn das fehlt noch), Gitarrenständer, Stimmgerät, Gurt und ein paar Plektren dürften wir knapp über oder unter 300 Euro liegen.

    Und nun die Frage aller Fragen: Was kann ich damit spielen?
    Durch die drei SingleCoils (besonders am Steg) ist die Auswahl etwas eingeschränkt. Das wäre aber auch bei einer 10.900? teuren Strat von 1956 der Fall.
    Allerdings kann einem niemand vorschreiben, wie der eigene Sound sein soll ? und Musik lebt durch Experimente und eigene Wege. Daher könnte man die Bullet Strat auch bei Rock, Punk oder im Schwermetall einsetzen. Man muss nur zu seinem eigenen Sound stehen.

    Ich habe in meiner Musikbox geblättert und mir ein paar CDs rausgesucht.
    Die Greatest Hit on Jimi Hendrix, Deep Purple, Eric Clapton und das Album Damn Right I?ve got the Blues von Buddy Guy.
    Eric Clapton bezeichnete Buddy Guy übrigens als den besten lebenden Blues Musiker! Wer Blues mag und dieses Album nicht kennt, sollte es unbedingt kaufen. Obwohl fast jedes Stück aus einer vollkommen anderen Bluesrichtung kommt, macht Buddy Guy daraus ein harmonisches Ganzes. Wer dieses Album gehört hat wird nie wieder behaupten, Blues sei langweilig oder eintönig. Das sture E, A, H kann man hier getrost vergessen!

    Wichtig ist, dass jeder Gitarrist anders klingt! Und auch die Lautstärke hat viel mit dem Klang zu tun. Trotzdem habe ich hier mal ein paar Einstellungen aufgeschrieben, wie ich Sounds mit der Squier und dem Frontman im Wohnzimmer hin bekommen habe. Klar; eine 1090? Strat bekommt den Sound über einen Röhrenverstärker besser hin! Aber selbst mit diesem billigen Equipment kommt man dem Original schon sehr nahe!

    Einstellungsbeispiele
    Bei der Gitarre sind die Wahlschalter Stellungen (P): Hals=1, Mitte=3, Steg=5. 2 und 4 sind die Mitteltellungen.
    (VT) 10/7/10 bezeichnet die Stellungen von Volume und Tone Reglern (verdrahteten wie bei einer normalen Strat)
    Beim Frontman beschränke ich mich auf die Einstellungen (G) Gain, (EQ) Höhen, Mitten und Bässe, sowie (R) Reverb. Das Volumen kann man je nach Geschmack aufdrehen.

    Fangen wir an mit
    Jimi Hendrix

    Hey Joe
    Rhythmus Gitarre: P5 - VT 10/10/10
    Amp: Clean Kanal - EQ 10/7/5 - R 3,5
    Solo Gitarre: P5 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 2 - EQ 7/7/5 - R 3,5

    Purple Haze
    Gitarre: P5 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 3,5 - EQ 10/7/5 - R 3

    The Wind cries Mary
    Gitarre: P5 - VT 10/7/10
    Amp: Clean Kanal - EQ 7/7/5 - R 3

    Foxy Lady
    Gitarre: P1 - VT 8/10/10 (im Solo Volumen auf 10)
    Amp: Drive Kanal - G 4,5 - EQ 10/7/5 - R 3


    Richie Blackmore / Deep Purple

    Black Nights
    Gitarre: P3 - VT 10/10/3
    Amp: Drive Kanal - G 4,75 - EQ 7/7/5 - R 2

    Speed King
    Gitarre: P1 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 4,75 - EQ 7/7/5 - R 2

    Strange kind of Woman
    Gitarre: P3 - VT 10/10/5
    Amp: Drive Kanal - G 4 - EQ 7/7/5 - R 3,5

    Woman from Tokyo
    Gitarre: P1 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 4 - EQ 5/7/5 - R 2

    Smoke on the Water (eigentlich mit Compressor)
    Gitarre: P4 - VT 10/10/0
    Amp: Drive Kanal - G 4- EQ 7/7/5 - R 2

    Eric Clapton

    Cocain
    Rhythmus Gitarre: P1 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 2 - EQ 7/7/5 - R 3
    Solo Gitarre: P1 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 4,5 - EQ 7/7/5 - R 3,5

    Lay Down Sally
    Gitarre 1: P4 - VT 10/10/7
    Amp: Clean Kanal - EQ 7/7/5 - R 3
    Gitarre 2: P4 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 2 - EQ 7/7/5 - R 3

    After Midnight
    Gitarre: P2 oder P4 - VT 10/10/7
    Amp: Drive Kanal - G 3 - EQ 7/7/5 - R 3


    Buddy Guy

    Damn Right I?ve Got the Blues
    Gitarre: P4 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 2,75 - EQ 7/7/5 - R 3,5

    Where is the next one coming from
    Gitarre: P3 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 3,5 - EQ 7/7/5 - R 2

    Five long years
    Gitarre: P4 - VT 10/10/7
    Amp: Drive Kanal - G 2,75 - EQ 7/7/5 - R 2

    Mustang Sally
    Rhythmus Gitarre: P3 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 2,25 - EQ 10/7/5 - R 0
    Solo Gitarre: P3 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 3,5 - EQ 7/7/5 - R 3

    Too broke to spend the night
    Gitarre: P2 - VT 10/10/10
    Amp: Drive Kanal - G 2,75 - EQ 7/7/5 - R 2

    Remember Steve
    Gitarre: P4 - VT 10/10/7
    Amp: Drive Kanal - G 2,75 - EQ 7/7/5 - R 2


    Fazit
    Wer sehr wenig Geld hat, eine billige Zweit- / Dritt-Gitarre sucht oder nicht soviel Gel ausgeben will, weil er noch nicht weiß ob Gitarre wirklich sein Ding ist, der ist mit dem Paket Squier Fender Bullet Strat + Fender Frontmann 25R + Zubehör (für insgesamt ca. 300 Euro) bestens bedient - wenn er ähnliche Sounds mag wie auf den ausgewählten Stücken.
    Wer lieber die Sau fliegen lässt, eher auf dicke Bratsound steht, runden mittigen Sound, der sollte besser zu einer Gitarre mit Humbuckern greifen.
    Aber wer behauptet, dass man für 300 Euro keine ähnlichen Sounds wie Hendrix, Blackmore, Clapton oder Buddy Guy hin kriegt, der hat es nie probiert - oder einfach die falschen Finger oder die falsche Anschlagtechnik für diese Musik.

    In diesem Sinne ...

    Gruß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Reviews Gitarre
    Review vom 18.02.2007


    Hallöli,

    vorausschickend möchte ich sagen, dass mein "Review" auf keinen Fall objektiv ist!
    Es wird zeifelsfrei rauszulesen sein, dass ich seit über 25 Jahren Rockinger Fan bin - und es auch bleiben werde.
    Bezahlt werde ich aber nicht für diesen Review!
    Ich hoffe mal, die Rockinger kriegen keinen Schock falls sie das hier lesen.

    Vor- Vorgeschichte
    Als Helmut Schmidt noch Kanzler war ...

    Die Vorgeschichte zu diesem Review beginnt um 1981 herum.
    Helmut Schmidt war damals noch Bundeskanzler, ich Gymnasiast und Schlagzeuger.
    Auf der Konzertgitarre meines Bruders machte ich meine ersten Gehversuche mit sechssaitigen Zupfinstrumenten. Da bekam ich die Gelegenheit äußerst preiswert an eine E-Gitarre zu kommen. Das dumme daran: An der japanischen Les Paul Custom Kopie fehlten die Potis, Knöpfe und die Verdrahtung. Ich versuchte es zuerst mit Teilen aus einem kleinen Elektronikladen, bis mir in einer Fachzeitschrift die Anzeige eines deutschen Gitarrenbauers auffiel: ROCKINGER
    Ich bestellte also einen Katalog - der im Laufe der Zeit so eine Art Mao-Bibel für mich wurde - und danach alle Teile um meine LP wieder in Ordnung zu bringen. Mit der Zeit kannte ich alle Rockinger Preise auswendig und stellte mir - in dem Wissen sie doch nicht bezahlen zu können - immer neue Traumgitarren zusammen.
    1985 - mittlerweile Student - war es dann soweit. Ich konnte mir zumindest einen Rockinger Telecaster Bausatz leisten. Daraus wurde meine Rockinger Cadicaster, die mich seit nunmehr 22 Jahren begleitet. Doch das ist eine andere Geschichte.


    Rockinger
    Gitarren aus Hannover

    Für die, die noch nie oder kaum etwas von Rockinger gehört haben, möchte ich kurz auf die Historie von Rockinger eingehen. Hoffe mal, ich erzähle nicht zuviel Mist.
    1978 wurde Rockinger in Hannover gegründet. Zuerst konnte man dort Gitarrenbausätze kaufen bei denen man die Body- und Kopfform selbst aussägen musste. Zudem bot man hochwertige Ersatzteile an. Das Programm wurde immer reichhaltiger. Dass die Scorpions gute Bekannte der Rockinger waren half bestimmt den amerikanischen Markt zu erobern. Selbst Eddie Van Halen besaß eine Rockinger.
    Rockinger wuchs und wuchs. Neben den gängigen Formen (Strat, Tele und zeitweilig auch Les Paul) gab es auch sehr exotische Gitarren wie die "Lady" oder die "Titcaster". Die Rockinger-Schmiede war auch für zahlreiche Entwicklungen im Hardwarebereich verantwortlich. Am berühmtesten dürfte die einfache aber geniale "Blackbox" sein, die ein Tremolo besser in Position hält. In den 80ern gab es neben den Bausätzen auch Custom-Shop-Gitarren und eine Reparaturwerkstatt. Kopf des Ladens war Atze Rockinger, der im wahren Leben Dieter Gölsdorf heißt und heute hinter Duesenberg, Göldo und - man beachte die Anfangsbuchstaben des Namens - Diego steht.
    1991 verließ Dieter Gölsdorf Rockinger, die Custom-Shop und Reparaturabteilung wurde aufgelöst. 1997 kamen dann auch wieder Rockinger Bausätze auf den Markt. Heute ist Andreas Mertens der Kopf von Rockinger.
    Vergleicht man das Programm von Göldo (Großhandel bei dem man als Privatmensch nicht direkt kaufen kann) mit dem von Rockinger, fallen bestimmte Parallelen auf. Das betrifft auch die Bodys, Hälse und die kompletten Tele und Strat Gitarren. Falls ich die Hausnummern richtig interpretiere liegen sich Göldo und Rockinger übrigens gegenüber.
    Rockinger will zwar nicht direkt bestätigen dass die Teles und Strats baugleich mit den Diegos sind, mir wurde jedoch mit einem Schmunzeln am Telefon gesagt, dass es da durchaus gewisse Parallelen zwischen den Rockinger und Diego Gitarren geben könnte. Ja ja ... die bösen Internet-Foren in denen man heutzutage durch Recherche und Vergleich hinter Geheimnisse kommen kann, die doch eigentlich niemand wissen soll.

    Was sich in all den vielen und bewegten Jahren nicht geändert hat ist, meiner Erfahrung nach, der exzellente Service und Support der Rockinger. Auf der anderen Seite des Telefons sind keine Musikalienhändler, sondern Musiker die hinter ihrem Produkt stehen und versuchen ihre Kunden zufrieden zu stellen. Rockinger gewinnt, meines Wissens, seine Kunden nicht hauptsächlich durch teure Anzeigen in Fachmagazinen, sondern durch Mund-zu-Mund-Propaganda - und behält sie meisten über Jahrzehnte.


    Vorgeschichte
    Eine Strat muss her

    Eigentlich mag ich ja gar keine Strats ...
    Ich bin mehr der Tele-Fan. Aber mit vier Teles musste es keine fünfte sein. Ich habe zwar eine, am Preis gemessen, sehr gute Squier Bullet Strat, doch eine Strat im Bereich um die 500 Euro ist irgendwie etwas anderes. Es hätte zwar auch eine Mexican Fender sein können, doch wozu den US-Imperialismus unterstützen, wenn man auch in Niedersachsen hochwertige Gitarren erwerben kann?!
    Die Farbe ... Die weiße Rockinger mit ihrem mintfarbenen Pickguard sieht traumhaft schön aus, aber meine Bullet ist bereits Arctic White. Auch die Gitarre in Surf Green gefällt mit ausgesprochen gut. Beide gibt es als Five-Minute-Kit - wobei man noch den Sattel nachkerben muss. Das übernimmt Rockinger aber auch für einen geringen Obolus. Die schwarze Strat, bei Rockinger heißt sie "ST", gibt es als Ready-to-Play. Hier kann man nach dem Stimmen direkt loslegen. Aber schwarz? Ich bin zwar Clapton Fan, aber seine Blacky hat mir nie gefallen. Schwarz? Naja ... man könnte die schwarze ST ja leicht modifizieren! Anfang der 80er spielte "The Edge" von U2 bei seinen Rockpalast Konzerten (habe ich noch live am Fernseher verfolgt!) doch auch so eine rattenscharfe schwarze Strat?!


    Bestellung
    mit Extrawünschen

    Also eine schwarze Rockinger ST "Ready-to-Play! "
    Neben der ST bestelle ich noch einige andere Teile, für die ST, aber auch für andere Gitarren. Außerdem 10 Satz Rockinger LH-Saiten. Ich liebe diesen 009-050 Satz, der auf den tiefen Saiten Bässe bis zum abwinken liefert.
    Da ich einige Sonderwünsche habe bestellte ich nicht direkt online, sondern per E-Mail. Falls möglich hätte ich gerne den Rockinger Schriftzug in der "alten Form" auf meiner neuen ST. Für meine alte Rockinger zusätzlich noch einen alten Schriftzug, denn der originale (damals noch aus Messingblech!) ist im Laufe der Jahre angegangen. Weil meine alte Rockinger Cadicaster zwischen 4 und 4,5 kg wiegt, und ich mich daran gewöhnt habe, sollte meine neue ST nicht - wie meist gewünscht - besonders leicht, sondern lieber besonders schwer sein. Ah ja; und bitte direkt mit LH-Saiten drauf - falls das möglich ist.
    Bestellung Sonntag abgeschickt, Mittwoch ist der Abholschein von DHL im Briefkasten. Donnerstag im Schneegestöber geht es in einer Rutschpartie zur Post und dann nachhause.


    Sie ist da
    Enttäuschungen

    Die Gitarre ist sehr sicher verpackt. Die meisten der Ersatzteile befinden sich in einem extra Karton und sind in Plastikschläuchen portioniert. Dass die ST den "neuen" Schriftzug auf der Kopfplatte trägt ist nicht so schlimm. Es ist ja auch keine "alte" Rockinger. Den "alten" Schriftzug für meine Cadicaster hat man mir aber dazugepackt.
    Erstmal wird alles sortiert und durchgeschaut. Auf der Rechnung steht extra vermerkt, dass man eine möglichst schwere ST gewählt hat - und der nette Satz: "Die Strat ist nur mit neuem Logo erhältlich. Ich hoffe, du liebst sie trotzdem."
    Selbst mit dem mintfarbenen Pickguard und den cremefarbenen Knöpfen und Kappen sieht die Rockinger ST schick und edel aus. Trotzdem wird sie nach meiner Operation bestimmt noch besser aussehen.

    Nach dem ersten Anspielen muss ich zugeben enttäuscht zu sein. Hals- und Mittel-Pickup klingen ganz gut, aber der Stegpickup klingt irgendwie zu schrill. Da hätte ich mehr erwartet. Ich schraube die Pickups höher, was jedoch mit heftiger Stratitis (Magnete beeinflussen die Saitenschwingung) beantwortet wird. Was mir jetzt auffällt ist, dass die Pickup-Kappen lose auf den Pickups schlackern und auch die Pickups nicht gegen das Pickguard gestemmt werden. Hm ...
    Morgen ist auch noch ein Tag. Vielleicht hat die Kälte der ST zugesetzt?

    Am Freitag nehme ich die Saiten ab und entferne das Pickguard. In der Tat. Die Silikonschläuche zwischen Pickups und Pickguard sind viel zu kurz. Teilweise ist dort sogar noch reichlich Luft. Im Nachhinein weiß ich nicht was den Sound vom Donnerstag so mies gemacht hat. Vielleicht war es wirklich die Pickup-Befestigung?
    Als ich das schwarze Austausch-Pickguard auf die ST lege mache ich große Augen. neun der elf Bohrungen stimmen nicht überein. Sie sind ein halbes bis dreiviertel Loch in alle Richtungen verschoben. An dieser Stelle sollte ich Fairerweise anmerken, dass es auch bei Original-Fender-Pickgurds durchaus zu Maßabweichungen kommen kann. Einzig die "Trefferquote" von 9:2 ist außergewöhnlich hoch.
    Eigentlich wollte ich die Seitenreiter austauschen und mit Ersatzteilen die Saitenreiter abwechselnd verchromt und schwarz machen. Ich als "alter Hase " hätte wissen müssen, dass es sich hier um ein echtes Vintage Tremolo handelt. Das heißt, der Saitenabstand ist nicht 54 mm, sondern 56 mm! Ein Satz mit X; dat war nix. Die Originalreiter sind 0,8 mm breiter als die Ersatzreiter. Durch genaues studieren der Website hätte ich darauf kommen können. Auch hier sei angemerkt, dass so etwas zum Bastler-Risiko gehört!
    Als ich dann den Hals abnehme blicke ich auf ein SHIMM (Ahornstreifen), der die Halsneigung vergrößert. Nun ist der Frust richtig groß. Ist das der Grund für den relativ schlechten Klang vom Donnerstag? Rockinger schreibt in seinem Workshop, dass SHIMMs den Klang nicht negativ beeinflussen. Nachdem ich den Hals wieder angeschraubt habe fällt mir auf, dass der Hals sehr tief in seiner Halstasche liegt. Das bestätigt auch der Vergleich mit der Squier und Fotos von anderen Rockingern und Diegos aus dem Internet.

    Ich breche meine Umbauversuche ab. Samstag und Sonntag sind vom Frust und dem schreiben einer langen E-Mail an Rockinger geprägt. Da ich große Teile der ST auseinander genommen habe kann ich mir gut vorstellen, dass der Umtausch ausgeschlossen ist.

    Montag rufe ich zusätzlich bei Rockinger an und spreche mit Andreas. Das mit den Silikongummis sehen wir gleich, in anderen Punkten haben wir Differenzen. Trotzdem fühle ich mich nicht abgespeist; es kommen keine platten sinnfreien Sprüche, sondern nachvollziehbare Argumente.
    Meiner E-Mail hatte ich eine kleine Liste von Teilen beigefügt, die ich zum "Rettungsversuch " benötige. Auch Teile, die mir mehrere Optionen offen lassen. Andreas verspricht mir die Teile schnell zu schicken. Zudem will er versuchen ein schwarzes Pickguard rauszusuchen, das vielleicht passt.
    Mittwoch wartet bereits ein Päckchen vor meiner Wohnungstür. Alle versprochenen Teile wurden geliefert. Leider ist beim zweiten Pickguard die Trefferquote auch nur bei 7:4.
    Jetzt habe ich aber Silikongummis, Pickup-Federn (vorsorglich bat ich um beides) und eine mintfarbene Tremoloabdeckung - falls alle Stricke reißen und das mintfarbene Pickguard doch drauf bleiben muss. Den Abend verbringe ich damit, mir eine Strategie zurecht zu legen.


    Umbau
    bisher habe ich es immer geschafft!

    Schaschlik
    Am Donnerstag besorge ich mit in der Montageabteilung unserer Firma Schaschlikspieße (die wir benutzen um in schwer zugänglichen Geräteecken zu putzen) und Holzleim. Die Schaschlikspieße will ich mit einem Cutter auf den Durchmesser der Pickguardschraubenlöcher bringen (man könnte sie auch schmirgeln). Danach sollen sie eingeleimt werden. Hoffentlich bekomme ich so die Pickguardschrauben senkrecht und ohne auszubrechen in ihre neuen Löcher.
    Den den späten Nachmittag verbringe damit die Schaschlikspieße auf Form zu bringen, sie abzulängen und einzukleben. Das dreischichtige schwarze Pickguard, das zwischenzeitlich auf meiner Squier platziert war, kommt wieder runter und auf die ST. Auch auf der Squier kommen die Schaschlikspieße zum Einsatz, denn das mintfarbene Pickguard der Rockinger sieht schon absolut rattenscharf aus und soll sein neues Heim auf der Squier finden.
    Der auf den Schraubendurchmesser angepasste Schaschlikspieß wird ins Bohrloch gesteckt um die Tiefe zu ermitteln und danach abgelängt. Dann fülle ich mit einem Zahnstocher Holzleim ins Bohrloch und betupfe das Füllstück ebenfalls. Mit dem Endstück eines Körners klopfe ich das Füllstück weitgehend ins Loch. Für das letzte Stück setze ich den Körner "richtig herum" an und klopfe vorsichtig, bis das Füllstück bündig im Bodyist. Vorsichtig den überschüssigen Holzleim entfernen, fertig.
    Nachdem der Leim hart ist wird eine Anreißnadel zweckentfremdet um die neuen Bohrlöcher exakt mittig festzulegen. Alles klappt und am späten Abend haben beide Strats ein neues Pickguard.


    Die Hochzeit
    Freitag geht es nach der Arbeit an die Elektrik sowie die Vereinigung von Pickguard und Body.
    Nehme ich den Silikonschlauch oder die Federn? Auf jeden Fall hat Rockinger mir sehr gute Federn geliefert. Keine Kugelschreibermienen, sondern Federn aus dickem Federstahl. Ich entscheide mich für die Federn. Da der Hals bei mir relativ niedrig aus dem Body ragt, müssen die SingleCoils tiefer im Body versenkt werden. Die exzellenten Federn üben selbst dann noch einen großen Druck aus.

    Die drei Rockinger ST-RAT Pickups sollen vorher noch schwarze Kappen erhalten. Die Befestigungslöcher in den Plastikkappen muss ich leicht mit einer Rundfeile nachfeilen. Null Problemo! Kappen auf die Pickups und dann rein in das Pickguard. Passt.
    Jetzt den 5-Weg-Schalter, das Volumen- und obere Ton-Poti. Passt. Das untere Ton-Poti muss draußen bleiben. Hier kommt ein Poti mit Push/Pull-Schalter zum Einsatz. Zieht man am Poti, so werden Hals- uns Steg-Pickup immer zugeschaltet. So kann ich zusätzlich Hals- und Steg Pickup oder alle drei Pickup zusammen anhaben.
    Außerdem wird die Belegung des 5-Weg-Schalters leicht geändert. Das obere Ton-Poti ist für Mitte und Hals zuständig, das untere für den Steg, denn der braucht am ehesten eine Soundkorrektur. Keine Ahnung, was Herr Fender sich damals bei seiner Schaltung gedacht hat.
    Rockinger setzt übrigens japanische Potis bester Qualität in seine Gitarren. Die Tone Potis sind logarithmische 250k Potis mit einem 22nF Kondensator (wenn ich mich nicht verlesen habe). Als Volumen-Poti kommt ein lineares 500k Poti zum Einsatz. Hier ist ein zusätzlicher Kondensator angelötet, der die Höhen beim zurückdrehen des Potis erhält. Fein! So soll es sein.

    Nach dem Löten messe ich erstmal alles durch. Klappt. Dann setze ich das Pickguard an den Body und löte die restlichen Kabel zur Klinkenbuchse und Erdung an. Hinein in die Ausfräsung, etwas hin und her geschoben, passt.
    Noch einmal kurz durchmessen ob das Signal an der Klinkenbuchse stimmt. Stimmt.
    Also rein mit den 11 Pickguardschrauben, die dank den Schaschlikspießen und dem Zentrieren der Löcher per Reißnadel auch alle mittig und senkrecht ihren Weg in die amerikanische Erle finden.

    Claptonisierung
    Wie schon anfangs erwähnt mag ich keine Strats.
    Das körpergerechte Shaping auf der Rückseite mag ich nicht; zum abfedern habe ich meinen Bierbauch! Außerdem stören mich Tremolos aus Prinzip. Anscheinend habe ich diese Abneigung mit Herrn Clapton gemeinsam. Seine Clapton Signature Strat wurde in den 80ern berühmt, weil sie ab Werk mit einem Holzblock ausgeliefert wurde, der das Tremolo stilllegt. Da ich momentan kein passendes Holzstück zur Verfügung habe löse ich das Problem auf einfachere Weise.
    Zuerst werden die sechs Halteschrauben etwas weiter runter geschraubt, dann hänge ich auf der Rückseite zwei zusätzliche Federn ein. Noch mal rumgedreht und erneut die sechs Schrauben mit wohl dosierter angezogen. Unter den sechs Schrauben ist das Tremolo, wie üblich, leicht angeschrägt. Also dürfen die Schrauben nicht zu hart angezogen werden. Und noch mal rumgedreht und die Federhalteplatte soweit ins Holz geschraubt, dass das Gewinde gerade eben verschwindet. Keine Ahnung ob das Einfluss auf das Sustain hat, aber immerhin hat man so eine optimale Verbindung zwischen Saiten, Steg, Federn und Body. Da bewegt sich nichts mehr.

    Zum Vintage Tremolo sei noch angemerkt, dass es ein echtes 62er Vintage Tremolo ist; demzufolge auch einen Saitenabstand von 56 mm hat. Viele Vintage Style Tremolos haben einen Abstand von 54 mm - was nicht dem Original entspricht. Mit diesem Tremolo erübrigt sich im Grunde die Frage der HSS-Umrüstung, da ein Humbucker zu schmal für die 56 mm ist. Wer also etwas heißeres möchte, sollte zu einem der zahlreichen Humbucker im SingleCoil-Format greifen.
    Des weiteren passen nur 10,5 oder 10,8 mm Saitenreiter auf dieses Tremolo. Die 10 mm Reiter eines 54 mm Tremolos ständen zu weit auseinander.

    Da mein Tremolo voll auf der Decke aufliegt muss ich etwas experimentieren, bis ich die Tremoloabdeckung richtig platziert habe. Das Schraubenloch rechts oben liegt sehr nahe an der Tremoloausfräsung, aber es passt alles. Nichts reißt aus. Diesmal war das Glück mit dem Dummen.

    Zum Schluss wird noch am Tremolohebel der weiße gegen einen Schwarzen Knauf getauscht. Statt einen Thread zu eröffnen wie ich den weißen runter kriegen soll greife ich beherzt zu einem Teppichmesser. Geht ...


    Saitensprünge
    Erstmal kommen die alten Saiten wieder drauf. Zumindest E bis G Saite.
    Vor Jahren hatte Rockinger in seinen Saiten-Sets immer doppelt e- und H-Saiten drin. Daher verfüge ich noch über eine ausreichende Anzahl.
    Die Kluson Mechaniken sind einfach genial. Die Saiten werden nicht durch ein seitliches Loch gefädelt, sondern in ein Loch von oben in die Mechaniken eingeführt. Man führt die Saite zur Mechanik, zieht sie an der Mechanik vorbei und schneidet die Saite ca. 5 cm hinter der Mechanik ab. Jetzt die Saite von oben in das Loch der Mechanik, Saite abwinkeln und ein paar mal um die Mechanik schlingen, Saite spannen, fertig. Es gibt keine Verletzungsgefahr durch herausstehende Saitenenden und die Stimmstabilität ist auch hervorragend. Bei der ST kann ich das noch nicht beurteilen, aber die 22 Jahre alten Kluson Mechaniken meiner Rockinger Cadicaster gehen nicht nur so weich wie am ersten Tag, sie sind auch ein Wunder an Stimmstabilität.
    Da ich noch zwei Rollen-Saitenniederhalter von Göldo zuhause rum fliegen habe, werden diese gegen den einzelnen Vintage-Saitenniederhalter getauscht. Sittlichen Nährwert haben die Rollen natürlich bei mir nicht - ohne Tremolo. Zumindest wird der Druck auf D- und G-Saite aber etwas erhöht.


    Was wichtig zu berichten wäre

    Ausstattung
    Wer eine Strat von 1962, gepaart mit den Errungenschaften des 21. Jahrhunderts sucht ist meiner Meinung nach falsch bei der Rockinger (und Diego).
    Die ST hat keinen Ibanez-High-Speed-Hals, der Saitenabstand am Tremolo beträgt 56 mm, das Tremolo ist - soweit ich gehört habe - nicht 100% stimmstabil, die SingleCoils rauschen und liefern einen zwar lauten, aber relativ spät verzerrenden Sound.
    Die ST will aber auch gar kein Wolf im Schafspelz sein. Sie ist ein Wolf im Wolfspelz. Die Rockinger ist aus erstklassigen Komponenten zusammengebaut; das betrifft sowohl Hölzer als auch Hardware. Die Maße für Hals und Body stammen von alten Instrumenten. Die Pickups rauschen zwar leicht, aber ich habe noch nie den Vorwurf gegenüber Clapton, Hendrix oder Blackmore gehört, ihre Gitarren hätten gerauscht - und das taten sie. Einziger - verzeihlicher - Stilbruch der ST ist der 5-Wegschalter, den es in den 60ern noch nicht gab.

    Rockinger ST "Ready-to-Play"
    Body: US-Erle, zweiteilig, vintage Shaping
    Hals: Ahornhals, Fat 60s Shaping
    Griffbrett: Palisander (Rosewood) Griffbrett, 7,5er Radius, 21 jumbo Bünde
    Mechaniken: Kluson Vintage
    Tremolo: Vintage Tremolo 56 mm mit Stahlblock, 3 Federn, keine Abdeckung serienmäßig
    Hals-Pickup: Rockinger Strat Pickup, 5,68 k Ohm, Alnico V
    Mittel-Pickup: Rockinger Strat Pickup, 5,78 k Ohm, Alnico V, reversed
    Hals-Pickup: Rockinger Strat Pickup, 6,44 k Ohm, Alnico V
    Regler: Ein Mastervolume, ein Tone jeweils für Hals und Mitte
    Schalter: US-Schalter, 5-Weg
    Hardware: Verchromt
    Pickup-Kappen und Knöpfe: creme (Aged White?)
    Pickguard: mint
    Farbe: schwarz
    Preis: 525 Euro

    Einstellung und Verarbeitung
    Großes Manko war natürlich, dass die Silikonschläuche der Pickup-Befestigung viel zu kurz waren.
    Ansonsten waren Oktavreinheit und Seitenlage bei Lieferung perfekt eingestellt, die Bünde gut abgerichtet. Ob das Tremolo perfekt eingestellt war kann ich nicht beurteilen - ich hasse die Dinger. An den etwas breiteren und ausladenden Hals muss man sich war erst etwas gewöhnen, aber die Bespielbarkeit ist sehr gut. Mit dem Baseballschläger-Hals meiner Tele kommt auch nicht jeder auf Anhieb klar. Das Griffbrett ist stärker gewölbt als die heutzutage üblichen 9 oder gar 12 Zoll. Das tut der Bespielbarkeit aber keinen Abbruch.
    Die Lackierung des Bodys ist erstklassig. Ob es nun Nitrolack oder sonst was ist weiß ich nicht. Polyurethan dürfte es aber nicht sein, da der Lack viel dünner und auch nicht so spröde ist. Im Tremolofach schimmert ganz leicht an einer kleinen Stelle die Grundierung durch und an einer Kante des Tremolofachs wurde wohl (professionell) mit einem Feilenstrich eine Nase entfernt. Anders kann ich mir den Feilenstrich nicht erklären. Anzumerken sei noch, dass schwarze Gitarren nicht nur schwer zu fotografieren sind, man sieht auch sofort jeden Fingerabdruck oder Staub. Und die schwarze Version gibt es zur Zeit nur bei Rockinger und nicht bei Diego.

    Die Kopfplatte ist glänzend lackiert (wem es gefällt), die Rückseite des Halses hingegen hat ein wunderschönes seidenmattes Finish. Der Trussrod wurde von oben in den Ahornhals eingesetzt. Es gibt also keinen "Stinktierstreifen" auf der Halsrückseite wie ihn auch einige Gitarren mit Rosewood-Griffbrett aufweisen. Das Palisandergriffbrett (Rosewood = Palisander und nicht Rosenholz) ist natürlich nicht lackiert.


    Der Klang
    Ich kann nur raten, nehme aber an, dass die losen Pickups für meine Enttäuschung am ersten Tag verantwortlich waren. Des weitern ist natürlich anzumerken, dass ich das Tremolo festgesetzt habe und dass man mir eine relativ schwere schwarze ST rausgesucht hat. Keine Ahnung wie eine leichte ST mit schwingend gelagertem Tremolo klingt. Hinzu kommt, dass ich 009-050 Saiten auf der Strat habe.
    Meine Strat ist trocken gespielt nur mittellaut - aber das sind meine Rockinger Cadicaster und Mexican Fender Deluxe Nashville Tele auch. Die Squier Bullet ist etwas lauter und "stratelt" auch etwas mehr. Vielleicht nicht verwunderlich, denn sie ist einiges leichter als die ST - die ich ja extra so haben wollte. Der Ton der ST ist richtig schön präzise und differenziert. Da matscht nichts. Gleichzeitig ist aber auch jede Menge Sustain da. Der SHIMM - also die Halseinlage aus Ahorn - scheint in der Tat keinen Einfluss auf das Sustain zu haben. Zumindest kann es die ST mit meiner Epiphone Les Paul Standard in Sachen Sustain aufnehmen.

    Über den Amp gespielt klingt meine Nashville Tele (ab Werk mit TexMex Strat Pickup!) in den Mittelstellungen etwas stratiger als die ST; etwas hohler und dünner. Sie hat aber auch noch 009-042er Saiten drauf.
    Die SingleCoils der Nashville bringen im Overdrive-Betrieb des Verstärkers mehr / früher Verzerrung. Das kann man als Vorteil sehen. Will man aber Clapton nachspielen steht man bei vielen Amps schnell vor dem Problem, dass die Pickups zu schnell zu sehr zerren. Die wenigsten dürften live Endstufenverzerrung gezielt zur Verzerrung einsetzen? Schönes Hörbeispiel ist "Cocain", wo man sich bei einigen der Gitarrenspuren im Hintergrund nicht entscheiden kann ob die Gitarre noch clean oder schon verzerrt ist.
    Ich habe mir aus Jux mal eine (bitte nicht schlagen!) Alba Tele gekauft. Deren Pickups verzerren ebenfalls recht spät. Während die Pickups der Alba aber immer dünn und kraftlos klingen sieht die Sache bei den ST-RAT Pickups ganz anders aus. Sie verzerren zwar relativ spät, haben dabei aber jede Menge Kraft und Wärme.
    Der Rockinger Hals-Pickup bringt richtig satte Bässe, ausgewogene Mitten und dezente Höhen, ohne dass die Gitarre an Durchsetzungskraft verliert. Matsch kennt die Rockinger eh nicht.
    Der mittlere Rockinger Pickup ist anders herum gewickelt um in den Zwischenstellungen das Brummen zu unterdrücken (was er auch sehr gut erledigt). Hier hat die ST etwas weniger Bass, die Mitten kommen schön mittiger (?) und die Höhen sind etwas kräftiger.
    Der Rockinger Steg-Pickup klingt nach dem Zusammenbau irgendwie total anders. Was vorher eher schrill klang hat jetzt schöne scharfe Höhen ohne im geringsten unangenehm zu sein. Die Bässe kommen natürlich drahtig rüber und die Mitten sind dezenter.

    Leider habe ich es absolut nicht mit dem Aufnehmen.
    Daher kann ich als Soundbeispiel nur sagen: Greift mal in eure Musikbox und holt die uralten U2 Scheiben raus. Der Sound von "Sunday Bloody Sunday", "New Years Day" oder "Gloria" könnte von meiner ST stammen. Vor fast 20 Jahren habe ich mal "New Years Day" in einer Band gespielt - mit einer Squier Japan Strat. Auf der Rockinger ST geht das um einiges einfacher! Die Sounds von Clapton, Blackmore, Hendrix, Buddy Guy und Co lassen sich auch recht schnell und gut einstellen.


    Hardware
    Wie bereits erwähnt sind die Kluson Mechaniken einfach nur genial. Die sind NICHT gekapselt, in Öl oder sonst was gelagert. Ich kann aber aus einem Langzeittest berichten, dass sie auch nach 22 Jahren (bis auf die Chromschicht) wie neu sind. An meiner Cadicaster habe ich es irgendwie geschafft mit dem obersten Stimmwirbel wo gegen zu latschen. Und? Der Pin sitzt jetzt zwar etwas schief, aber die Mechanik funktioniert als wäre nichts gewesen.
    Wegen der Optik will ich schwarze Strat-Potiknöpfe drauf haben. Dome Speeds fände ich nicht schön. Hat schon mal jemand versucht ein Push-Pull-Poti mit Strat-Knopf hochzuziehen? Was beim Dome Speed kinderleicht ist, kann man beim Strat-Knopf dank der Rillen vergessen. Also ein Satz mit X, aber was soll es?
    Die Gurtpins der ST passen übrigens zu den Schaller Security Locks. Sehr schön!


    Fazit
    Aus dem hässlichen Entlein ist ein wunderschöner schwarzer Schwan geworden!
    Keine Ahnung woran es an diesem verschneiten Donnerstag lag. Dass sich bei mir so viele Schwierigkeiten häuften ist Bastlerglück und meiner Erfahrung nach auch ein einmaliger Fall.
    Die schnelle und unbürokratische Hilfe von Andreas (Mertens) und dem Rockinger Team ist für mich definitiv ein Grund weiterhin treuer Rockinger-Fan zu bleiben. Ich bin vollstens mit der ST, dem Service und Support zufrieden!
    Jetzt habe ich eine (in meinen Augen) wunderschön aussehende und toll klingende Strat. An die Halsdimensionen und dem Saitenabstand werde ich mich noch ein wenig gewöhnen müssen. Das sehe ich aber auf keinen Fall als Manko. Die Frau für's Leben muss man auch nicht am ersten Abend rumkriegen.

    Wegen meiner Saitenwahl, dem festgesetzten Tremolo und dem schweren Body klingt meine ST bestimmt etwas anders als andere Rockinger oder Diegos. Aber klingen zwei Gitarren gleich? Die Rockinger ST braucht auf keinen Fall den Vergleich mit einer Fender Mexico oder USA zu scheuen. Zumindest nicht, wenn man die Philosophie die hinter diesen Gitarren steckt berücksichtigt. Alles andere hieße Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

    Ich kann die Rockinger ST wärmstens jedem empfehlen, der eine echte, ehrliche, qualitativ hochwertige - und nagelneue - Vintage Strat sucht. Leute die lediglich Vintage Sound ohne Vintage Feeling haben wollen wären vielleicht falsch beraten. Ibanez-Hals-Fans, Floyd-Rose-Fans und High-Speed-Fetischisten sollten sich meiner Meinung nach ebenfalls besser nach etwas anderem umsehen.

    Für den Preis von 525 Euro für die "Ready-to-Play" erhält man ein erstklassiges Vintage Instrument. Wer ein "Five-Minute-Kit" gerne als "Ready-to-Play" haben möchte, sollte einfach eine E-Mail an Rockinger schreiben oder in Hannover anrufen. Hoffentlich bringe ich Rockinger jetzt nicht in Bedrängnis! Solange nicht an der Gitarre rumgebastelt wurde - wie ich es tat (!!!) - besteht meines Wissens ein normales Rückgaberecht.

    Etwas schwärmerisch möchte ich anmerken:
    Fender sind eher wie Rolls Royces. Die kauft man sich weil man es sich leisten kann.
    Rockinger / Diego sind eher wie Bentleys. Eine Lebenseinstellung; so was gönnt man sich.

    Die Rockinger ist "keine Gitarre für eine Nacht" - sie ist eine Gitarre für Jahre oder das ganze Leben. Meine Rockinger Tele begleitet mich jetzt seit 22 Jahren und sie wird wohl bis zu meinem Lebensende bei mir bleiben (müssen). Aber jetzt ist sie ja nicht mehr alleine, sondern hat eine junge Halbschwester bei sich!


    Hier noch ein paar Bilder:

    Die ST vor dem Umbau:



    Die ST nach dem Umbau:



    Ich glaube das war jetzt erstmal genug. :D
    Aber es kommen ja bestimmt noch Fragen?!

    Gruß
    Andreas
  • Roland MicroCube Bass RXDatum19.06.2008 18:03
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Bass
    Ich bin erst seit acht Tagen im Besitz meines Roland MicroCube Bass RX. Daher kann ich hier nur meine ersten Erfahrungen und Eindrücke schildern. Da viele etwas über den RX wissen wollen, veröffentliche trotzdem jetzt schon diesen Review. Andere Besitzer können gerne ihre Eindrücke hier schildern - und mich eines besseren ggf. korrigieren.

    Einführung
    Anfang 2008 stellte Roland die beiden Modelle seiner neuen MicroCube RX-Serie erstmals der Öffentlichkeit vor. Seit Mitte Mai 2008 sind die beiden in Europa im Handel erhältlich.
    Die RX-Serie besteht aus dem MicroCube RX für die Eierschneiderfraktion und dem MicroCube Bass RX für die Liebhaber der tiefen Töne. Zwar sind die Modelings und Effekte der Verstärker auf die jeweilige Benutzergruppe abgestimmt, die Grundkonzeption beider Verstärker ist jedoch gleich.



    Obwohl Roland BOSS ein renommiertes Traditionsunternehmen mit legendären Effektgeräten (BOSS) ist, fristeten die Verstärker dieser Marke bei Bassisten lange ein Randdasein. Mit den Bass Cubes und der D-Bass-Serie hat sich das in den letzten Jahren geändert.
    Der Cube 30 Bass Verstärker gilt als vielseitiger und exzellenter Einsteiger- und Übungsverstärker. Sein großer Bruder, der Cube 100 Bass Verstärker, ist ein richtiger Brüllwürfel und kann sich auch in mittellauten Bands und bei Club-Gigs durchsetzen. Die Verstärker der D-Bass Serie sind voll bandtauglich und stellen sogar eine ernstzunehmende Alternative zu Verstärkern der Oberklasse dar.

    Der MicroCube Bass RX rundet die Roland Cube-Bass-Serie mit seine 2x 2,5 Watt leistungsmäßig nach unten ab, bietet aber gleichzeitig neue und nützliche Zusatz-Features. Eine Gegenüberstellung der drei Roland Cube Bass Modelle findet man in der angehängten PDF-Datei.


    Technische Daten
    Hersteller: Roland Corporation, Made in China
    Modell: MicroCube Bass RX
    Stromversorgung: 9V Netzteil (im Lieferumfang) oder Batterie (6x AA)

    Endstufe: Feed Forward Processing, 2x 2,5 Watt (stereo)
    Lautsprecher: 4x 4" (10 cm), teilweise Alu, weich aufgehängt

    Stimmgerät: 8 festgelegte Töne oder chromatisch
    Verstärkersektion: Compressor (on/off), 8 COSM-Modelings, Gain, Volume
    Klangreglung: Bass, Middle, Treble
    Effekte: Chorus, Flanger, T-Wah, Delay, Reverb
    Rhythmussektion: An/Aus, Tempo, Volume, 33 Rhythmen

    Eingänge: Instrument Input, Aux in (mono oder stereo)
    Ausgänge: Kopfhörer / Recording Out, Zweifach-Fußschalter (Stereo-Klinke) für Rhythmus

    Maße (B, H, T): Ca. 30 x 30 x 21 cm
    Gewicht: 6,8 kg
    Preis: Ca. 199 Euro


    Konzept
    Bei den Gitarristen war und ist der Roland MicroCube ein großer Erfolg. Er ist wegen seines Preises unter 100 Euro und seiner vielen Möglichkeiten ein beliebtes Einsteigermodell.
    Durch den möglichen Batteriebetrieb ist er aber auch ein sehr guter Übungsverstärker für den Musiker auf Tour oder abseits von Stromnetzen. Dieses Konzept greift die MicroCube RX-Serie auf. Beide Verstärker der RX-Serie können wahlweise mit 9V Netzteil oder - bis zu 11 Stunden - mit Batterien betrieben werden.

    Clou der RX-Serie ist die eingebaute Rhythmussektion. Endlich hat man einen Verstärker, der ein Stimmgerät, verschiedene Modeling Amps, Effekte und sogar eine Rhythmussektion in sich vereinigt. Besonders für Bassisten macht das Üben mit Rhythmusgerät Sinn - und es erhöht zudem den Spaß beim Üben.
    Das alles gibt es leider nicht für umsonst. Liegen die Preise anderer Übungsverstärker zwischen 50 und 150 Euro, kostet der RX stolze 199 Euro.




    Optik & Verarbeitung
    Das Gehäuse des MicroCube ist, wie für Roland typisch, mit einer robusten anthrazitfarbenen Strukturoberfläche lackiert. Mit seinen vier 10 cm Lautsprechern wirkt der Zwerg auf den ersten Blick wie eine 410er Hartke Box für Barbiepuppen. Eine Bassreflexöffnung ist nicht vorhanden. Das Gehäuse ist geschlossen.
    Der Verstärker steht fest auf vier Gummifüßen, alle Seitenkanten sind großzügig durch Kunststoffleisten geschützt. Die Bassversion des RX verfügt über ein gelochtes schwarzes Frontgitter auf dem das Roland-Logo sowie ein " Bass Feed Forward Processing" Schild angebracht sind. An den Seiten befinden sich Halterungen in die man einen mitgelieferten, an den Enden mit Leder verstärkten, Tragegriff einhängen kann. Billig wirkt der Tragegriff nicht; ich hätte mir trotzdem lieber einen konventionellen Griff gewünscht.
    Das Bedienteil präsentiert sich in gewohnter Roland-Optik mit augenschonenden Schwarz-, Grau- und Bronze-Tönen. Knöpfe und Schalter machen den bekannt wertigen Eindruck.


    Bedienelemente und Bedienung
    Der RX hat einen Power-Schalter mit LED-Anzeige. Die LED dient im Batteriebetrieb gleichzeitig als Statusanzeige. Neigt sich die Batterieleistung dem Ende zu, wird die Helligkeit der LED schwächer. Der RX verfügt über eine Einschaltverzögerung und meldet sich mit einem kaum wahrnehmbaren "Plöp" einsatzbereit.



    Stimmgerät
    Neben dem Instrumenteneingang befindet sich der Tuner-Knopf. Drückt man ihn, wird das Verstärkerteil gemutet (stumm geschaltet). Mit dem "Typ-Regler" stellt man den Stimmton ein. Es stehen H, E, A, D, G, C sowie Gis und G (A-Saite Halb- und Ganzton tiefer) zur Verfügung. Drei LEDs zeigen an ob die Stimmung zu hoch, zu tief oder richtig ist. Drückt man die Tuner Taste eine Sekunde, kann man mit dem Stimmgerät chromatisch stimmen.

    Verstärkersektion / Modeling
    Unter dem Tuner-Knopf befindet sich ein Schalter mit dem man den nicht regelbaren Compressor zuschalten kann. Der Compressor arbeitet sehr schön. Negativ ist, dass es keine Kontrollleuchte für ihn gibt. Die Schalterstellungen sind kaum zu unterscheiden und man muss eher hinhören, ob er an ist.

    Daneben befindet sich der achtstufige "Typ-Regler". Hier werden acht Modelings mit COSM-Technologie erzeugt: Octave Bass, Super Flat, Flip Top, B.Man, Bass360, Session, Concert810 und Mikrofon.
    Die meisten dieser Modelings dürften den Lesern aus Reviews über andere Verstärker der Cube-Serie bereits bekannt sein; daher erspare ich mir eine genaue Beschreibung. Wer sich tiefer einlesen möchte, kann nähere Einzelheiten und genaue Beschreibungen zu den Sounds im Handbuch nachlesen. Eine PDF-Version des Handbuchs, die auch die deutschsprachige Version enthält, kann auf der japanischen Website (siehe Link unten) downgeloadet werden.
    Im Unterschied zum Cube 100 Bass Verstärker hat der RX kein Trace Elliot Modeling. Dafür bietet der RX die Möglichkeit ein dynamisches Mikrofon anzuschließen, mit dem man z.B. seinen (A-) Bass abnimmt.
    Anzumerken sei, dass man den Drehschalter auch während dem Spielen ohne hässliche Nebengeräusche von einem Model zum nächsten schalten kann. Der Schalter ist leichtgängig, aber dennoch sehr exakt.

    Equalizer
    Der MicroCube verfügt wie der Cube 30 Bass über eine klassische Dreiband-Klangreglung: Bass, Middle, Treble (also Bass, Mitten, Höhen).

    Effekte
    Auch die Effektsektion des RX kennt man von den anderen Cubes. Mit dem ersten Drehregler kann man Chorus, Flanger oder T-Wah in verschiedenen Intensitätsstufen auswählen. Der zweite Regler bietet Delay (Echo) und Reverb (Hall). Anders als bei den beiden großen Brüdern sind die Effekte nicht per Fußschalter zu schalten.

    Rhythm Guide
    Besonderheit der MicroCube RX-Serie ist das eingebaute Rhythmusgerät.
    Mit einem Drehschalter kann man zwischen einem Metronom und 10 Drum-Patterns wählen. Für jede Stellung stehen drei Varianten zur Verfügung - also 33 Möglichkeiten. Die gewählte Variante wird dabei durch eine separate LED (aus/grün/rot) angezeigt. Beim Metronom stehen 4/4-, 3/4- und 2/4-Takt zur Verfügung.
    Der Start/Stop-Knopf besitzt ebenfalls eine zweifarbige LED (aus/grün/rot). Hat man das Rhythmusgerät gestartet, zeigt die Start/Stop-LED in allen 33 Einstellungen die Viertel an. Dabei leuchtet die "Eins" rot auf, alle weiteren Viertel werden grün angezeigt.
    Als ehemaligem Drummer fällt es mir leicht die "Eins" zu finden. Das wird auch erfahrenen Bassisten so gehen. Für Anfänger oder wenig geübte ist die Anzeige der "Eins" aber eine sinnige Sache. [Humor]Und wir sollten auch berücksichtigen, dass das gleiche Rhythmusgerät in der Version für Gitarristen eingebaut ist.[/Humor]

    Das Tempo kann man mit einem Tipp-Taster (TAP TEMPO) bestimmen. Hier wäre meiner Meinung nach ein Display mit genau einstellbarer bpm-Zahl besser gewesen. Aber abgesehen von Platzbedarf muss ja auch alles bezahlt werden.
    Am besten legt man das Tempo fest, indem man das Rhythmusgerät bei eingeschaltetem Verstärker erstmal ausschaltet. Mit der TAP Taste am Verstärker (oder per Fußschalter) tippt man mindestens zweimal im gewünschten Tempo. Man kann so lange/oft tippen wie man will. Das Gerät merkt sich den Zeitraum zwischen den letzten beiden Impulsen. Dann drückt man die Start/Stop-Taste und der Rhythmus geht los.

    Ganz rechts findet man noch den Lautstärkeregler, der unabhängig arbeitet. Weder Lautstärke-, Klang- noch Effektregler des Bassverstärkerteils haben Einfluss auf das Rhythmusgerät. Eine Änderung der Basslautstärke (Gain oder Volume) hat also keinen Einfluss auf die Lautstärke des Drum-Rhythmus. In Stellung 9 bis 12 Uhr dürfte das Rhythmusgerät für die meisten Wohnungen laut genug sein. Die Rhythmen haben untereinander teils unterschiedliche Lautstärken (z.B. Rhythmen mit/ohne Snare).

    Die Funktionen Start/Stop sowie TAP können auch per optionalem Fußtaster gesteuert werden. Der Anschluss dafür befindet sich auf der Rückseite des Gehäuses.

    Was in keiner Dokumentation vermerkt ist, ist das eingebaute Noisegate! Bei der Aufnahme am PC konnte ich bei der Nutzung eines SingleCoil Pickups deutlich hören, wie das Grundrauschen langsam ausgeblendet wird und verstummt. Man braucht keine Angst vor dem Noisegate zu haben, da es ab Werk perfekt eingestellt ist.



    Rückseite
    Auf der Rückseite befinden sich das Batteriefach, die Netzteil-Buchse, Zugentlastung sowie eine Anklemmschraube für einen möglichen Erdungsanschluss.

    Zudem befindet sich auf der Rückseite der bereits erwähnte Anschluss zur Steuerung der Rhythmussektion. Roland verwendet eine 6,3 mm Stereoklinkenbuchse zum Anschluss eines Doppel-Fußtasters. Über ein Y-Kabel können auch zwei einfache Fußtaster (Öffner) angeschlossen werden.

    Daneben befindet sich der Phone/Recording-Out Anschluss für Kopfhörer oder Aufnahmegeräte. Das hier anliegende Stereo-Signal wandert vorher durch einen fest eingestellten Boxensimulator.
    Die letzten beiden Buchsen sind eine Stereo-Mini-Klinkebuchse und eine 6,3 mm Mono-Klinkenbuchse für AUX-IN. Über sie kann man externe Abspielgeräte anschließen.
    Darunter befindet sich noch ein Sicherheitsschacht. Hier kann man eine Diebstahlsicherung der Firma Kensington anbringen.


    Sound
    Der MicroCube RX verfügt, genau wie der Cube 100 Bass, über 8 Modelings. Allerdings fehlt hier das Trace Elliot Model. Dafür gibt es eine Stellung für dynamische Mikrofone.
    Die Beschreibung der einzelnen Modeling-Sounds erspare ich mir; Wie erwähnt ist sie im deutschsprachigen Manual (Link unten) zu finden. Nur soviel: Es dürfte für fast jeden Bassisten etwas dabei sein.
    Damit die verschiedenen Verstärkertypen gut klingen muss man nicht erst lange an den Klangreglern rumarbeiten. Bereits bei Mittelstellung hat man schöne Klänge, die man ggf. verfeinern kann. Die Regler des Equalizers greifen da an, wo man es erwartet. Trotz Modeling sind sowohl die Charakteristik des Basses als auch die des Spielers deutlich zu vernehmen.

    Ich überlasse es qualifizierteren Bassisten die Authentizität der Modelings und die Feinfühligkeit des RX zu beurteilen. Da stoße ich vom Wissen und von der Spieltechnik an meine Grenzen.
    Ein abschließendes Urteil über die Soundmöglichkeiten kann ich mir nach weniger als einer Woche eh noch nicht erlauben. Aber es macht sehr viel Spaß mit dem RX zu üben. Man braucht wohl auch einige Zeit um seine persönlichen Setting-Favoriten herauszufinden.

    Mit den Effekten kann man den Sound zusätzlich aufpeppen oder interessant machen. Gerade das T-Wah bietet hier Möglichkeiten für interessante / abgefahrene Sounds. Für mich persönlich sind die Effekte aber eher Spielerei. Mir gefällt der RX am besten pur. Das mag auch mit meinem mangelnden Spielvermögen zu tun haben.

    Die Signale aus den Lautsprechern und aus dem Kopfhörer-/Recording-Ausgang klingen sehr ähnlich. Will man um 2 Uhr morgens seine Lebensgefährtin nicht wecken muss man sich also nicht mit magerem Kopfhörersound zufrieden geben oder den Equalizer anders einstellen. Der gewohnte RX Sound kommt weitgehend gleich rüber (bei qualitativ durchschnittlichen Kopfhörern).

    Vom Drumcomputer hätte ich - besonders bei einer Marke wie Roland - etwas mehr erwartet. Die Sounds klingen für mich nicht nach 21. Jahrhundert. Es erinnert mehr an die Drumcomputer der späten 1980er Jahre. Trotzdem sind einige wirklich schöne Rhythmen dabei. Mit der Zeit wird man sich wohl merken, welcher der 30 Rhythmen wo zu finden ist. Schade finde ich, dass keine Reggae Rhythmen vorhanden sind - aber man kann nicht alles haben.



    Vor einem Jahr hatte ich einmal einen Roland Cube 20X Gitarrenverstärker über den "Recording Out" vor einen großen Verstärker gehängt. Das klappte ganz gut. Also habe ich das Experiment mit dem RX und meinem Gallien-Krueger Backline 210 wiederholt. Diesmal habe ich aber als Verbindungskabel ein "Stereo-Mono-Kabel" benutz (Bastelanleitung als PDF angehängt), da der RX ja stereo ist.
    Das Ergebnis lässt sich wirklich hören! Man kann den RX also auch als Pre-Amp nutzen oder über eine DI-Box in das Mischpult einer PA geben. Der Speaker-Simulator ist zwar nicht einstellbar, aber der Sound wird ähnlich sein, wie man es vom kleinen Riesen gewohnt ist (je nach Anlage natürlich wesentlich wuchtiger).


    Soundsamples
    Wie bereits mehrfach erwähnt bin ich ein schlechter Bassist! Ich spiele erst seit gut einem Jahr, habe nicht eine einzige Minute Unterricht gehabt. Mir fehlt daher jede Menge Technik und "Insiderwissen". Wenn ich höre was andere Bassisten im Forum mit ihren Fingern zaubern kann ich nur staunen!

    Auf der japanischen Website von Roland (Link unten) solltet ihr euch die Videos zum Bass RX und auch zum Cube 100 ansehen. So kann der RX mit dem richtigen Bassisten klingen!
    Wer das RX Demo-Video auf der japanischen Roland Website gesehen hat wird sich bestimmt fragen, ob das Signal von Geo Valles RX auf der NAMM aus dem Recording Out kam, oder über die Speaker mit Mikro abgenommen wurde. Meiner Meinung nach ist durchaus beides möglich!
    Auf der japanischen Website gibt es auch ein Video zum Cube 100 Bass. Auch das sollte man sich anschauen, denn der RX hat weitgehend die Möglichkeiten und den Klang des Cube 100 Bass.
    Auf jeden Fall sind die beiden Videos nicht großartig getürkt oder digital nachbearbeitet. Ich erkenne den RX in diesen Videos wieder.

    Ich habe auch mal drei Soundsamples aufgenommen ...
    Alle drei Samples wurden mit meinem Fender Aerodyne P-Bass Special aufgenommen. Die Saiten sind ziemlich runter und eigentlich hätte ich sie vor den Aufnahmen wechseln sollen; stattdessen habe ich lieber am Review geschrieben und den RX gespielt. Ich mache in den nächsten Tagen vielleicht noch mal welche mit neuen Saiten.
    Bei allen Aufnahmen ist lediglich der P-Pickup an, Klangreglung und Volume voll auf. Alle Aufnahmen sind weitgehend mit Mittelstellung der Klangreglung am RX gemacht worden. Es wurden nur andere Models eingesetzt. Bei der dritten Aufnahme habe ich mal mit dem T-Wah gespielt.

    http://161589.homepagemodules.de/files/b.../f8t12p12n3.mp3
    http://161589.homepagemodules.de/files/b.../f8t12p12n4.mp3
    http://161589.homepagemodules.de/files/b.../f8t12p12n5.mp3

    Fazit
    Für den Preis von 200 Euro kann man sich einen anderen Übungsverstärker plus einfachem Multieffektgerät kaufen. Solche Sets können an Effekten und Modelings sogar mehr leisten als der RX. Der MicroCube RX ist also nicht konkurrenzlos und nicht der Stein / Amp der Weisen. Niemand sollte sofort seinen Übungsverstärker verkaufen um sich schnellstmöglich den RX zuzulegen!
    Ich würde auch nicht behaupten, dass der RX besser ist als der fast gleichteure Cube 30 Bass. Hier muss man die Wahl treffen, ob einem Rhythmusgerät und Batteriebetrieb wichtiger sind als die Leistung. Mit dem 30er kann man mühelos mit den meisten akustischen Instrumenten, sowie einem leisen Schlagzeug, mitspielen. Der RX wird bei einer Session in einem etwas größeren Raum oder beim Spiel mit einem Schlagzeug bestimmt schlapp machen.

    Was mir persönlich am RX gefällt - und die Kaufentscheidung maßgeblich beeinflusst hat - ist die Übersichtlichkeit trotz Vielfältigkeit. Ich muss mich nicht durch tausend Menüs auf einem Display steppen, sondern kann alle Parameter direkt verstellen; ich sehe auf einen Blick, was Sache ist. Ich habe keinen Kabelsalat und auch keine Leiste auf dem Boden liegen. Alles ist in dieser kleinen Kiste. Und mein selbstgebauter PC-Maus-Fußschalter zur Bedienung des Rhythmusgeräts (Bastelanleitung als PDF angehängt) nimmt kaum Platz weg.


    Positiv - Negativ
    Pluspunkte:
    + Aussehen
    + Klein und leicht
    + Leistung (ideal für Heim und kleine Einsätze - sehr gut dosierbar)
    + Viele gut klingende Amp-Modelings
    + Amp- und Recording-/Kopfhörer-Sound fast identisch
    + Effekte und Stimmgerät an Bord
    + Rhythmusgerät an Bord
    + Batterie- und Netzbetrieb möglich
    + Ausführliche Bedienungsanleitung
    + Preis

    Minuspunkte:
    - Leistung (schränkt Einsatzgebiet ein)
    - Drumsounds nur Mittelmaß
    - Keine bpm-genaue Takteinstellung möglich
    - Teurer Originalfußschalter
    - Tragegriff
    - Preis

    Ja ... das ist mein erstes Fazit zum Roland MicroCube Bass RX.
    Über Fragen, Kritik und Zusatzbemerkungen anderer RX-User würde ich mich freuen.

    Gruß
    Andreas


    Deutsche Website zum Roland MicroCube Bass RX:
    http://www.rolandmusik.de/produkte/MICRO...SS_RX/index.php
    Japanische Website (mit Benutzerhandbuch in Deutsch und Demo-Video):
    http://www.bosscorp.co.jp/products/en/MI...S_RX/index.html

    Cube Vergleich: http://www.ak-line.com/medium/cube.pdf
    Roland Do-It-Yourself: http://www.ak-line.com/medium/roland-diy.pdf

    P.S. (für die, die mich nicht kennen): Nein; ich bin kein Musikjournalist! Und ich werde auch von niemandem für meine Reviews bezahlt oder bekomme sonst etwas dafür! Ich zahle höchstens für den Traffic, wenn ihr die Soundsamples von meinem Server downloadet.
  • HK Telecaster STL 100Datum19.06.2008 17:54
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Gitarre

    Review vom 28.03.2007

    Hallöli,

    wie viele wissen werden bin ich ein Telecaster Fan.
    Beim stöbern in der ebucht stieß ich auf die HK Telecaster STL 100 des HeKe-Vertriebs. Da ich die abgebildete Farbe "High Gloss Green" - man könnte auch "Flaschengrün" sagen - wunderschön fand und der Gebotspreis noch niedrig war bot ich aus Spaß mit. Als Limit setzte ich mir 59,10 Euro, da sie plus 11,90 Euro Porto genauso teuer gekommen wäre wie meine ALBA oder Justin Tele.
    Tja; bei 58 Euro hieß es: 3-2-1-meins ...

    Mein Gebot scheint im Mittelfeld zu liegen. Je nach Versteigerung und Farbe bekommt man die Gitarre auch billiger oder teurer.
    Mittwoch ersteigert überwies ich am Donnerstag das Geld am guten alten Bankschalter. Montag kam eine Mail, dass meine Überweisung eingetroffen und die Gitarre unterwegs sei. Leider muss dann irgendwas schief gegangen sein, denn die Gitarre kam erst nach 8 weiteren Tagen bei mir an. Das scheint aber eine Ausnahme zu sein - wie andere Bewertungen zeigen. Als Trostpflaster packte man mir übrigens einen Gitarrengurt und einen Satz Plektren bei.

    Der HeKe-Vertrieb gibt alle wichtigen Kontaktdaten (inkl. Telefon, Fax, E-Mail) an. Meine E-Mails wurden immer äußerst zügig beantwortet. Die Rechtshinweise erscheinen mir fair und korrekt - ich bin aber kein Jurist. Wer seine Gitarre nicht direkt auseinander nimmt (wie ich das zu tun pflege) hat einen Monat volles Rückgaberecht ohne Angabe von Gründen. Natürlich sollte man die Schutzfolien drauf lassen und keinen Nietengürtel beim antesten tragen.

    Hier mal ein Bild der Tele wie sie bei ebay abgebildet war:



    In drei Punkten unterscheidet sich meine Tele von der abgebildeten Gitarre: Leider habe ich den schlichteren L-Steg statt es abgebildeten Vintage Stegs. Bei meiner Tele hängt der Hals-Pickup nicht im Body, sondern am Pickguard - was eher positiv ist. Statt des einschichtigen schwarzen Pickguard hat meine Tele ein sehr schön gemasertes dreischichtiges Pearl White Pickguard. Ansonsten stimmen alle Spezifikationen und Bilder mit meiner STL 100 überein.


    Der ebay Werbetext
    Der Text spricht zwar von einem "Vintage Tremelo System" (Tremelo?), aber das vergessen wir geflissentlich schnell wieder. Eine Tele mit Tremolo? Wobei - meine Cadicaster hat ein Vintage Tremolo hat! Kleiner Fehler im Werbetext, der durchaus verzeihlich ist.

    In seiner Werbung schreibt der HeKe-Vertrieb: "Bitte die Qualität von den günstigen Instrumenten nicht mit denen der Edel und Profi Serien vergleichen." Das ist genau meine Meinung und so werde ich auch versuchen in diesem Review vorzugehen.

    Weiterhin heißt es: "Linde ist ein weiches Holz welches sehr im Heavy Bereich verwendet wird. Es bietet ein sehr homogenes Klangspektrum und gehört zu den meist verwendeten Gitarren Hölzern! "
    Na ja ... Falls Linde so oft verwendet wird liegt das eher an den vielen Billig-Kopien als an der Klangqualität von Lindenholz. Linde ist eigentlich zu weich.
    Allerdings muss man fairer weise anmerken, dass Esche nur deswegen die Nummer Eins bei Teles ist, weil Herr Fender Anfang der 50er billig an eine riesige Menge Esche kam. Wäre Erle billiger gewesen, wäre heute Erle DAS Tele Holz.
    Auch den One-Piece-Maple-Neck (Hals aus einem einzigen Stück Ahorn) gibt es nur weil Herr Fender wusste, dass Baseballschläger einfach und preisgünstig maschinell gefertigt werden können. Da lag es nahe Gitarrenhälse ähnlich zu fertigen. Nicht umsonst werden klassische Tele-Hälse liebevoll von einigen Gitarristen als "Baseballschläger" bezeichnet. Doch ich schweife ab!


    Daten im Überblick
    Body: Linde (bei meiner offensichtlich einteilig!), schwarzes Binding oben (nicht im Anbietertext erwähnt), furnierte Decke (vermute ich zumindest stark)
    Hals: Ahorn mit Palisandergriffbrett, 22 Bünde, Dots aus Perlmut-Imitat, 2 Saitenniederhalter
    Mechaniken: 6 gekapselte Mechaniken (baugleich mit ALBA Tele)
    Steg: L-Winkel mit 3 Vintage Saitenreitern, kein String-Thru-Body
    Pickguard: dreischichtig, weiß - schwarz - Pearl White
    Regler: 1 Volumen (B250k), 1 Tone (A250k), 1 Dreiweg-Schalter
    Pickups: Tele-Steg (6,05k Ohm), Tele-Hals (5,67k Ohm)


    Sie ist da
    Die Gitarre kam gut verpackt in einem Gitarren-Karton an. Wie man auf dem Bild unten erahnen kann, war der Dreiweg-Schalter leicht verbogen. Ich vermute, dass das beim Transport passiert ist. Die Verpackung war ansonsten einwandfrei. Mitgeliefert wurden zwei Inbusschlüssel zur Einstellung von Reitern und Trussrod, sowie ein Gitarrenkabel (ein schöner Gimick für den Gitarrenanfänger).



    Mir war zwar die Saitenlage zu hoch, ansonsten war die Gitarre aber gut eingestellt. Das Pickguard war natürlich direkt der absolute Hingucker. Sieht richtig nobel aus und passt toll zum ungewöhnlichen transparenten Grün der Gitarre. Mein Vorhaben ein vorhandenes schwarzes dreischichtiges Pickguard drauf zu machen war sofort begraben. Schöner als die Body-Vorderseite finde ich sogar die Rückseite.

    Der Hals lässt sich gut bespielen. Die Bünde sind gut abgerichtet. Unverstärkt kommt der Klang zwar nicht an eine 600 Euro Tele heran - aber das ist ja auch das 10 fache des Preises. Verstärkt bringen beide Pickup einen durchaus brauchbaren Sound! Verwundert war ich, dass trotz zugedrehtem Volumenregler noch Signal von den Pickups kam. Später mehr dazu.

    Nach einer weiteren Inspektionen machte ich was ich fast immer mache: Ich nahm die Gitarre komplett auseinander. Die Halsbefestigungsschrauben sind gut dimensioniert, packen erstklassig und sind auch gerade - was bei preiswerten Instrumenten nicht selbstverständlich ist. Nun zu den Einzelteilen:


    Der Body
    Die dünne Lackierung des 42 mm dicken Linde Bodys in "High Gloss Green" ist gut ausgeführt. Auf der Rückseite gibt es an ein paar Stellen winzige Unregelmäßigkeiten, die aber nur beim Schwenken der Gitarre im richtigen Licht auffallen. Die schöne Maserung der Rückseite des einteiligen Bodys lässt das schnell vergessen. Außerdem schaffe ich es eh von alleine Macken in die Lackierung zu kriegen.



    Die Oberseite (mit furnierter Decke?) ist mit einem schwarzen Binding eingefasst und sehr gut lackiert. Verglichen mit meinen anderen beiden Billig-Teles ist diese Lackierung eindeutig die beste.
    Das untere Cutaway ist schlanker als bei meiner Justin Tele und sogar deutlich schlanker als bei einer ALBA Tele. Es kommt dem Fender Original äußerst nah. Die Rundung auf der anderen Seite des Halses ist zwar etwas abgewandelt, aber dennoch typisch Tele. Wer keine Fender Tele zum Vergleich hat wird den Unterschied nicht sehen.
    Die Halsausfräsung ist - wie die meisten Fräsungen dieser Gitarre - sehr professionell gemacht. Kein Vergleich zu den anderen Billig-Teles die ich kenne. Gerade an den heikeln Stellen ist nichts ausgebrochen oder abgesplittert. Hier hilft vielleicht auch das schwarze Binding auf der Oberseite.



    Positiv überrascht war ich, dass der Kabelkanal des Hals-Pickups nicht wie üblich ausgebaggert wurde. Vom Hals her führt eine (fast zu dünne) Bohrung zum Elektrikfach. Wären die Schraubenlöcher für das Pickguard nicht, könnte man das Pickguard weg lassen. Toll. Die Fräsungen für die Pickups sind ebenfalls sehr sauber und professionell ausgeführt. Zwischen Steghaltebohrungen und Steg-Pickup-Fräsung ist für das Erdungskabel eine extra Bohrung gemacht worden.


    Hals und Kopfplatte
    Die Kopfplatte erinnert nur entfernt an eine Tele. Hier liegt meine Justin Tele mit ihrer Kopfform unschlagbar vorne. Kopierschutzklagen muss die HK-Tele nicht fürchten. Hässlich ist die Form aber nicht.
    An der Kopfplatte der HK-Tele ist bei der Fertigung ein kleiner Fehler passiert. Man wollte wohl zuerst den Niederhalter für D- und G-Saite zu weit rechts platzieren, hat es dann aber noch bemerkt. Geblieben ist eine Zentrierung im Holz. Die Saitenniederhalter sind etwas wuchtig ausgefallen, erfüllen aber ihren Zweck und haben unterschiedlich hohe Abstandshalter.



    In der Artikelbeschreibung heißt es zwar "Rosenholz Griffbrett", dennoch ist es ein Rosewood Griffbrett - dessen deutsche Übersetzung Palisandergriffbrett wäre. Das Griffbrett ragt mit seinem 22. Bund leicht über den Hals hinaus. Die Dot-Inlays sind aus Perlmut-Imitat und schön anzusehen. Die Bünde sind gut eingesetzt und gut, wenn auch nicht sehr gut, abgerichtet und durchaus vertrauenserweckend. Hier steht dem Spielspaß nichts im Wege. Die meisten Bundstäbchen hatten Reste eines schwarzen Farbfilms (?), den ich aber einfach mit dem Fingernagel abkratzen konnte. Bei dieser Gelegenheit bekam das Griffbrett eine Öl-Massage von mir.
    Während die Vorderseite der Kopfplatte leichte Lackpickel aufweist (durch nachträgliches Überlackieren des HK Schriftzugs?) ist die Halsrückseite sehr gut und glatt seidenmatt lackiert. Die Bespielbarkeit des Halses ist als gut zu bezeichnen. Man fühlt sich schnell zuhause. Die Bespielbarkeit kommt zwar nicht an die meiner Rockinger oder Fender Tele heran, aber dieser Vergleich wäre wohl unfair. In einer Rangliste läge die Bespielbarkeit gleich auf mit der Justin Tele und Squier Bullet Strat. Die Bespielbarkeit der ALBA Tele ist einiges schlechter. Auf jeden Fall verleidet dieser Hals keinem Anfänger das Gitarre spielen.

    Negativ fällt beim HK-Hals lediglich die Verarbeitung der Rundungen der Halseinpassung und die Unterseite des überstehenden Rosewood-Griffbretts auf. Das ist arg lieblos und etwas schlampig gemacht. Diese Details verschwinden allerdings weitgehend in der Halstasche.


    Die Elektrik
    Die HK-Tele hat zwei normale Tele Pickups, die - für diese Preisklasse üblich - keine Einzelmagnete haben. Der Hals-Pickup hat 5,67k Ohm, der Steg-Pickup 6,05k Ohm - normale Werte. Wie minimale Wachsreste an beiden Pickups beweisen sind sie gut gegen Mikrofonie geschützt. Da typische SingleCoil Brummen ist zwar da, ansonsten sind Abschirmung und Verdrahtung aber vorbildlich. Besser als beim Vorbild sind hier auch die Kabel zu den Pickups abgeschirmt. Es wurden der typisch preiswerte Dreiweg-Schalter und zwei kleine 250k Potis verbaut. In der Kontrollplatte sind Bohrungen, die die Potis am Verdrehen hindern.



    Einziges dickes Manko: Nach dem Zudrehen des Volumenreglers kommt immer noch Signal! Bei der Kontrolle der sauberen Verdrahtung konnte ich keinen Fehler feststellen. Leider hatte ich vor erst die Dome Speed Knöpfe abzunehmen und dann die Potis durchzumessen. Beide Knöpfe saßen äußerst fest auf den Achsen. Beim Abziehen kam dann beim Volumenpoti die Achse mit raus! Ich kann daher nur spekulieren, dass das Poti bereits durch zu hartes Aufstecken des Dome Speed Knopfes Schaden genommen hatte.

    Ein kleines Manko wäre vielleicht noch, dass sich die Klinkenbuchse im schönen viereckigen Buchsenblech leicht per Hand losdrehen ließ. Eher früher als später hätte das für Laien zum Problem mit einer losen Klinkenbuchse geführt. Für den geübten Bastler lachhaft, für Laien und Anfänger erstmal eine kleine Katastrophe.


    Hardware
    Das Pickguard ist dreischichtig und hat eine schöne White Pearl Maserung. Leider entspricht es in seinen Maßen nicht einem Fender-Tele-Standardpickguard. Das ist dann auch der Grund, warum die Kontrollplatte nicht mittig auf die Ausfräsung passt. Wer die Gitarre nicht auseinander nimmt wird das aber kaum merken.



    Der Steg ist ein massiver verchromter L-Winkel mit drei Vintage Reitern. Die Saiten werden nicht durch den Body geführt, sondern hinten im L-Winkel eingehängt. Man kann eben nicht alles haben.
    Leider sind die Madenschrauben der Reiter zu schlecht entgratet. Hier sollte man kürzere Madenschrauben einsetzen - oder bewusst damit umgehen um sich nicht den Handballen zu verletzen. Das ist aber kein spezielles Problem der HK-Tele, sondern eher bauartbedingt.

    Die Mechaniken sind baugleich mit den Mechaniken der ALBA Tele. Die Köpfe könnten besser entgratet sein, aber so schlimm ist das nicht. Die sehr gut ausgerichteten Mechaniken liefern ansonsten gute Dienste - soweit man das von Niedrigpreis Mechaniken erwarten kann.

    Die Schrauben der Gurtpins sind mit 2,8 mm Durchmesser sehr dünn und reichen lediglich 17 mm in den Korpus hinein. Hier hätten stärkere Schrauben hin gemusst.


    Sound
    Man sollte nicht den Fehler machen die HK-Tele mit einer Fender Tele zu vergleichen. Da kann sie nicht mithalten. Trotzdem ist diese Gitarre vom Sound her für Anfänger ohne Geld, als preiswertes Zweitinstrument oder Bastelbasis brauchbar und zu empfehlen. Die Gitarre liefert einen netten Tele Sound inklusive Twang. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Wer will kann auch den Steg-Pickup gegen einen richtig heißen Tele-Humbucker umtauschen. Sowas kostet ca. 65 Euro und ist dank Hals und Body kein rausgeschmissenes Geld. Wenn man den Pickup dann noch splitbar macht hat man noch mehr Möglichkeiten. Ohne Tausch ist zwischen Statu Quo und Blues aber auch so jede Menge möglich.
    Was gerade Anfänger interessieren wird: Meine Tele schnarrt! Allerdings mache ich mir keinerlei Gedanken darüber. Es ist kein unangenehmes störendes Schnarren, sondern gehört meiner Meinung nach zum Charakter dieser Gitarre. Mit für das Schnarren verantwortlich dürfte neben dem Hals auch die gesamte Stegkonstruktion sein.


    Zubehör
    Nach dem Kauf bekommt man die Möglichkeit zur Gitarre zusätzliches Zubehör zu erwerben. Eine Gitarrentasche für 7,90€, ein Kapodaster, einen Saitenaufzieher, 6 Plektren und einen Gurt. Für Anfänger ist das meiste bestimmt nützlich und die Preise sind in Ordnung.
    Den Gurt und die Plektren habe ich ja umsonst bekommen. Da die Plektren aus unterschiedlichem Material mit unterschiedlicher Stärke sind ist das ideal für Anfänger um erstmal rauszufinden, welches Plektrum am besten zu einem passt.
    Einzig vom Gurt möchte ich abraten. Ich schätze, dass die Enden des Nylongurts aus Kunstleder sind. Sie sind meiner Meinung nach zu weich und halten die Gitarre nicht sicher genug. Ein Unfall ist vorprogrammiert.




    Fazit
    Wo liegt die HK Tele im Vergleich zu meinen anderen beiden Billig-Teles?
    Eindeutig an erster Stelle.
    Die Justin liegt mit ihrem gleich guten Hals, der aber schöner geformt ist, leicht vorne. Die Pickups sind prinzipiell gleich gut. Allerdings war sowohl die Verdrahtung im Elektrikfach, als auch an den Pickups selbst, bei der Justin vor meinem Eingriff katastrophal. Der Body der HK hat nicht nur wegen seinem wunderschönen Finish die Nase vorne. Hier halten die meisten Schrauben auch beim zweiten Einschrauben. Die ALBA kann mit ihrer Saitenhalterung und dem String Thru Body punkten, ist aber in Sachen Body, Hals und Pickups den anderen beiden unterlegen. Mechaniken tun sich bei allen drei kaum etwas.

    Weiterhin bleibt meine Squier Fender Bullet Strat die preiswerteste Gitarre die ich bedenkenlos Anfängern empfehlen kann. Überarbeitet sind sich Squier und HK jedoch ebenbürtig, da alle wesentlichen Komponenten ihren Preis wirklich wert sind. Vorteil der Squier ist, dass - meiner Erfahrung nach - Wert auf den letzten Feinschliff gelegt wird und mehr auf kleine (aber evtl. entscheidende) Mängel geachtet wird. Da stecken meiner Meinung nach die 30 bis 50 Euro, die sie von anderen Billiggitarren unterscheidet.

    Schuld daran dass die HK-Tele den Platz der Squier nicht übernimmt ist einzig das defekte Volumenpoti. Ganz bestimmt ein Einzelfall! Trotzdem hätte meine Tele bei einem Anfänger wohl für ein langes Gesicht gesorgt.

    Wer vor kleinen Nacharbeiten nicht zurückschreckt hat hier was für sein Geld. Ich meine, dass diese Gitarre auch für 90 Euro noch ihr Geld wert wäre. Auch als Basis für Umbauten ist die HK nicht zu verachten. Gerade mit dieser Farbe wäre ein Status-Quo-Umbau ja mal was?!
    Zuviel sollte man nicht erwarten. Teure Gitarren klingen nun mal anders. Wie die HK auf Temperaturschwankungen reagiert weiß ich noch nicht, aber auch hier werden wohl Abstriche gemacht werden müssen.
    Trotzdem gibt es ein klares "Daumen hoch" für die kleine Tele.

    Gruß
    Andreas

  • Fender Aerodyne Classic P-Bass SpecialDatum19.06.2008 17:51
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Bass
    Review vom 23.08.2008

    Hallöli,

    vorausschicken möchte ich, dass ich zwar seit Jahrzehnten Musik mache, aber erst relativ kurze Zeit Bassist bin. Obwohl ich die allgemeine Qualität eines Instruments recht gut einsortieren kann, fehlen mir bei Sound und Bespielbarkeit von Bässen die langjähre Erfahrung und der Vergleich.
    Alle Bilder zeigen übrigens meinen Aerodyne Bass.

    Vorgeschichte - mein Traumbass
    Vor über 25 Jahren bekam ich meine erste E-Gitarre von einem Bekannten. Die Les Paul Kopie hatte zwar zwei Pickups an Bord, ihr fehlten jedoch Potis und Verdrahtung.
    Auf meiner Suche nach geeigneten Bezugsquellen für die Elektrik stieß ich auf den Teile- und Zubehörkatalog der Firma Rockinger. Bei den Hannoveranern bekam man damals individuell gefräste Gitarren- und Bass-Bodys, auf Wunsch mit furnierter Decke und aus den verschiedensten Hölzern. Diesen Katalog lernte ich geradezu auswendig und stellte mir immer wieder neue Traumgitarren und Traumbässe zusammen.
    Meine Traumgitarre baute ich mir - soweit es das Geld zuließ - 1984/85 zusammen. Sie begleitet mich noch immer als meine Hauptgitarre. Der Traumbass von damals blieb ein Traumbass - auch wenn ich die Zusammenstellung nie vergaß.

    Vorbild für meinen Traumbass war der Bass, den Dusty Hill (ZZ Top) im April 1980 im Rockpalast spielte; ein Edelbass auf Grundlage des Fender Precision Bass 51 (Tele-Bass).
    Am liebsten hätte ich einen Bass mit Tele-Bass-Kopfplatte gehabt, der dennoch die schlanke Halsform eines Jazz Basses hat. Ein One-Piece-Maple-Neck (einteiliger Ahornhals) wäre erwünscht, aber kein Muss gewesen. Der Body sollte aus Esche sein und die Form eines Precision Basses haben; durchgehend flache Decke, mit furnierter Decke aus Zebrano oder Riegelahorn und cremefarbenen Bindings. Dazu eine PJ-Pickup Bestückung und verchromter Hardware.

    Als ich im Sommer 2007 von der Gitarre auf den Bass umsattelte stellte sich mir die Frage, ob ich nun meinen individuellen Traumbass von damals realisiere, oder einen "Bass von der Stange" kaufe. Hätte es das Angebot der frühen 80er Jahre in Sachen Bass bei Rockinger noch gegeben, wäre meine Entscheidung für einen niedersächsischen Bass sonnenklar gewesen.
    Bei Warmoth in den USA wollte ich mir keinen Bass zusammenstellen, da mich die Formulare, Garantiefragen und der Postweg abschreckten. Also ein Bass von der Stange? Ich suchte bei verschiedenen Anbietern, bis ich auf den Fender Aerodyne Bass stieß.




    Die Fakten
    Der Fender Aerodyne Classic P-Bass Special Bass wird in Japan hergestellt; soweit ich gehört habe im Werk der Gitarrenschmiede Tokai. In deutschen Geschäften dürfte der Preis bei ca. 729 bis 750 Euro liegen.

    Er ist ein viersaitiger Long Scale Bass mit 34" (864 mm) Mensur.
    Ab Werk wird er mit 045/065/080/100er Fender Super 7250ML Saiten ausgeliefert.

    Zu meiner Freude - und das war mit kaufentscheidend - hat man dem Aerodyne Precision Bass den schlankeren Jazz Bass Hals aus Ahorn mit 1,5" (38 mm) Sattelbreite und eingepflanzt. Der Hals hat ein C-Shape. In das Rosewood Griffbrett mit 20 Jumbobünden und 7,5" Radius sind Bundmarkierungen eingelassen, die Fender als "Aged Pearloid" bezeichnet. Auf der Rückseite befindet sich der klassische "Stinktierstreifen", durch den der Halseinstellstab eingebaut wurde. Die Einstellschraube mit metrischem Inbus befindet sich an der Kopfplatte. Der Hals ist bis auf die vordere Kopfplatte mit einem seidenmatten Polyurethan Finish lackiert - was von der Griffigkeit an geöltes und gewachstes Holz erinnert.



    Der relativ leichte Body aus zwei Teilen Linde hat zwar in der Draufsicht die klassische P-Bass Form, fällt aber im Profil sowohl an Vorder- als auch Rückseite nach außen hin ab. Er hat lediglich auf der Rückseite eine dezente Bierbauchaussparung.
    Die Decke aus zwei Streifen Riegelahorn (Flamed Maple Top) ist mit cremefarbigen Bindings eingefasst. Auch auf der Kopfplatte findet man Ahornfurnier, das im der Farbe des Bodys lackiert ist. Angeboten wird der Aerodyne P-Bass in den Farben "Crimson Red Transparent", "Blue Transparent" und "Natural" – was, wie man auf den Bildern sieht, am ehesten Bernstein entspricht. Der Body, wie auch die Vorderseite der Kopfplatte, sind mit glänzendem Polyurethan Klarlack überzogen.

    Nimmt man das Pickguard ab, findet man keine großzügigen Ausfräsungen. Das Elektrikfach ist gerade einmal so groß (und tief), dass darin die Buchse und die Potis Platz haben. Den Einbau eines Push/Pull Potis kann man bei einer Tiefe von 19 bis 23 mm vergessen. Für den P-Bass Pickup wurde eine passende Ausfräsung eingebracht; die Kabel laufen in einem Kanal unter der Decke. Es wäre möglich, eine kleine Elektrikfachabdeckung herzustellen und das große Pickguard wegzulassen.
    Als Besonderheit sein noch der "Flutschfinger" zu erwähnen - mehr dazu im Kapitel "Bespielbarkeit".

    Die Mechaniken sind typisch Fender und auch der Steg kommt als einfacher verchromter Blechwinkel mit 4 Saitenreitern daher. Auf den Reglern sitzen die berühmten "Dome Speed" Knöpfe.



    Zur Verstärkung wurden ein Precision Bass Pickup (8,66 k Ohm) in der Mittelposition und Jazz Bass Pickup (6,15 k Ohm) am Steg ein verbaut. Wie beim Jazz Bass finden wir einen Volumenregler für jeden Pickup, sowie einen Tonregler für beide Pickup zusammen. Auf der Decke befindet sich ein dreischichtiges, leicht grün schimmerndes P-Bass Pickguard. Mit der Jazz Bass Schaltung gibt es einen Regler mehr als beim klassischen P-Bass. Daher sitzt das Tone-Poti nun dort, wo normalerweise die Klinkenbuchse ist. Dadurch war es nötig, die 1/4" Klinkenbuchse in die Zarge des Bodys zu verlegen.
    Als Potis wurden, anders als bei einigen Fender Instrumenten aus Mexiko und den USA keine 6,3 mm Potis und Knöpfe verbaut, sondern kleine Potis mit 6 mm Riffelachse. Große Potis hätte zumindest an der Position wo sonst die Klinkenbuchse sitzt keinen Platz gehabt. Alle drei Potis sind logarithmisch und haben einen Widerstand von 500 k Ohm.


    Ansichtssache
    Schönheit ist Ansichtssache - und Bässe mit Naturholz Finish gleichen sich nun mal nicht wie ein Ei dem anderen. Es gibt Aerodyne Bässe, bei denen die Maserung des Riegelahorn gröber, aber auch intensiver ist. Bei anderen ist sie etwas feiner oder schwächer. Mein Aerodyne Bass dürfte im Mittelfeld liegen. Je nach Blickwinkel ändert sich die Farbe der Tigerstreifen von tiefem Braun bis hin zu schimmerndem Gold.




    Veränderungen
    Das mintfarbene Pickguard gefiel mir zwar, aber mit schwarzem Pickguard gefällt mir der Bass noch besser, da er etwas "rockiger" rüber kommt. Zudem nahm ich Veränderungen an der Elektrik vor.
    Ich wollte zwar einen Bass mit zwei Pickups haben, aber die klassische Jazz Bass Schaltung hat mich schon immer gestört. Ich will zum wechseln nicht den einen Pickup auf und den anderen zu drehen. Zudem stört mich die "falsche" Verdrahtung der Volumenpotis beim Jazz Bass.
    "Richtig" wäre es, wenn bei zugedrehtem Poti Hot mit Masse kurzgeschlossen wird. Beim klassischen Jazz Bass darf das aber nicht sein, da man beim Kurzschluss eines Pickups den anderen auch nicht mehr hören kann. Also vertauschte man zwei Drähte am Poti, damit die Schaltung funktioniert.
    In das Austausch-Pickguard bohrte ich zwei 6,5 mm Löcher für zwei Minischalter. Der Schalter zwischen den beiden Volumenpotis ist ein kleiner Dreiwegschalter. Mit dem hinteren Schalter, den ich mehr aus kosmetischen Gründen einbaute, kann ich mit einer Fingerbewegung einen Kondensator parallel schalten, der genau dasselbe bewirkt, wie ein zugedrehter Tonregler. Im Grunde sind die drei Potis nur noch zur Feinregelung. Pickupwahl (Mitte, Mitte + Hals, Hals), sowie weg gedrehte Höhen kann ich nun auch schalten statt die Regler zu drehen. Man wird eben alt und faul.




    Verarbeitung
    [Klischee] Man merkt, dass dieser Bass weder von ständig betrunkenen kleinen dunkelhaarigen Mexikanern, noch von überheblichen, selbstherrlichen Amis gebaut wurde. Hier waren fleißige, akkurat arbeitende Japaner am Werk, die das Wohl ihres Unternehmens über ihr eigenes Leben stellen.[/Klischee]
    Nein; im Ernst. Der Bass ist erstklassig verarbeitet! Das gilt nicht nur für die klassische Problemstelle Hals-Korpus-Übergang, sondern auch für die fehlerfreien Bindings und alles andere. Zudem sind alle Verstellschrauben und die Potiachsen metrisch. Wer die mitgelieferten Inbusschlüssel verlegt, muss nicht erst in Spezialgeschäften zöllige Schlüssel finden. Die Bünde sind sauber eingesetzt und entgratet. Auch der Lack ist 1a aufgebracht.

    Kritikpunkte liegen bei der Elektronik. Dass die Pickups selbst nach 50 Jahren noch nicht mit abgeschirmtem Kabel ausgestattet werden lässt einen darüber grübeln, ob Fender den Schlaf der Gerechten schläft. Ich liebe SingleCoils und bin der Meinung, dass sie ruhig etwas brummen dürfen - aber kann man nicht wenigstens die Kabel abschirmen? Gleiches gilt für die Kabel der gesamten Elektrik. Einfachste Litze. Hier habe ich bessere Abschirmung in 60 Euro Gitarren gesehen! Die Tochterfirma Squier kleidet ihre Elektrikfächer zumindest in der Standard-Serie mit Grafitlack aus. Warum kann Fender das nicht? Nicht einmal die Rückseite des Pickguards ist mit Folie beklebt.


    Hardware
    Die Verchromung aller Teile ist vorbildlich vorgenommen worden.
    Die Mechaniken arbeiten so, wie man es bei einem Instrument dieser Preisklasse erwartet. Der Steg ist ein "billiger" Blechwinkel. Das hat aber weniger mit Sparpolitik zu tun, sondern dient dem offenen Klang des Basses.
    Unter Sparpolitik fallen allerdings die 08/15 Gurtpins. Hier hätte ich eindeutig mehr erwartet. Sie sind im Werk nicht einmal mit Filzplättchen unterlegt wurden. Egal; wie immer habe ich die Gurtpins gegen Schaller Security Locks ausgetauscht.


    Bespielbarkeit
    Wie anfangs erwähnt, fehlt mir die jahrelange Bass-Erfahrung um ein objektives Urteil abzugeben. Daher bitte ich, die Abschnitte "Bespielbarkeit" und "Sound" als Wertungen eines Newbies einzuordnen.

    Der relativ leichte Bass ist wunderbar austariert und in keinster Weise kopflastig.
    Die "Bierbauchfräsung" auf der Rückseite fällt wesentlich kleiner als beim normalen Precision Bass aus. Das empfinde ich eher als positiv. Durch die Seitenneigung von Decke und Rückseite ist sie aber auch kaum nötig. Auf der Oberseite gibt es keine zusätzliche Armabschrägung. Daran musste ich mich kurz gewöhnen. Alles in allem empfand ich den Classic Aerodyne P-Bass auf Anhieb als bequem und "passend". Durch sein relativ geringes Gewicht kann man lange entspannt spielen.

    Wie bereits erwähnt, hat dieser Precision Bass keinen Precision Hals! Wer den Hals des Jazz Bass Hals nicht mag, wird also auch den Aerodyne Hals nicht mögen. Wer jedoch, wie ich, bei der Vergabe langer Finger nicht laut genug "hier" geschrieen hat, wird den Hals lieben.
    Für "fingertechnisch zu kurz gekommene" sei als Besonderheit noch der (meines Wissens von Rockinger erfundene) "Flutschfinger" erwähnt. Die Halshalteplatte ist nicht rechteckig, sondern hat - genauso wie der Body am Halsübergang - eine Abschrägung. Dadurch fällt es leichter in die hohen Lagen des Halses zu gelangen. Bei 20 Bünden mag man das als übertrieben betrachten - aber manchmal kommt es im Leben doch auch auf die Länge an.



    Obwohl ich meinen Bass über einen sehr großen süddeutschen Händler online kaufte, waren Hals und Saitenlage sehr gut eingestellt. Auf dem wunderbar glatten Ahornhals rast man geradezu dahin. Ich musste am Anfang etwas aufpassen, dass ich nicht zu weit rutsche, da alles so leicht und einfach geht.


    Sound
    Ich bin noch nicht so lange Bassist und habe nur wenige Bässe angetestet. Zuhause habe ich noch einen 20 Jahre alten Fenix Precision Bass (mit 44 mm Sattelbreit) und einen Squier Standard Jazz Bass. Beide Vergleichsbässe klingen unverstärkt weniger höhenreich, "bauchiger", "cremig schwerer". Der Aerodyne klingt einiges frischer, offener und drahtiger. Dabei fehlt es ihm aber nicht am nötigen Punch. Mitten- und Bassanteile sind immer wohldosiert vorhanden und es drückt trotz luftigem Ton sehr gut. Gerade in den tiefen Lagen sind die Töne viel definierter und differenzierter als bei den anderen beiden Bässen.
    Würde der Bass in Schweden gefertigt könnte man fragen: "Mulmst Du noch oder aerodynest Du schon?"

    Dieses Bild setzt der Fender Aerodyne am Verstärker fort. Über mangelnden Bass oder Mitten kann ich mich nicht beklagen. Gerade der P-Bass Pickup drückt ordentlich. DEN P-Bass Sound liefert der Aerodyne vielleicht nicht hundertprozentig; er will aber auch keine 50s Precision Kopie sein, sondern ein Aerodyne. Ich hoffe, dass andere Aerodyne-Besitzer vielleicht mehr und qualifizierter über den Sound berichten können. Ansonsten hilft eigenes antesten.


    Fazit
    Was Form und Aussehen angeht entspricht der Fender Classic Aerodyne P-Bass Special weitestgehend dem Traumbass, den ich mir vor 25 Jahren ausdachte. Mit Bespielbarkeit und Sound bin ich voll zufrieden. Es gibt zwar winzige Kritikpunkte, die aber aufgrund des - in meinen Augen - hervorragenden Gesamteindrucks leicht zu verschmerzen sind.
    Ein Bass für Leute, die klassische Fender Formen und passive Elektronik lieben, die aber dennoch etwas "Edles" oder Ausgefallenes suchen. Und nicht zuletzt ein Bass für P-Bass Freunde mit relativ kurzen Fingern oder Rückenproblemen.

    Es dürfte relativ schwer werden den Aerodyne Bass "Natural" in Musikgeschäften zu finden. Er scheint nur in relativ kleinen Stückzahlen nach Deutschland zu kommen. Zumindest habe ich ihn nur in einem einzigen der großen Online-Musikgeschäfte gefunden - und zugeschlagen.



    Fender Classic Aerodyne P-Bass Special
    Mulmst Du noch oder aerodynest Du schon?

    Gruß
    Andreas
  • Fender Nashville Deluxe TelecasterDatum19.06.2008 17:48
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Gitarre

    Review vom 30.03.2007

    auf vielfache Bitten (einer einzelnen Person) hier mein Review der Fender Nashville Deluxe Telecaster.

    Warum ich mir diese Gitarre gekauft habe
    Meine Rockinger Telecaster ist mit ihren beiden DiMarzio Humbuckern am ehesten mit einer SG oder Les Paul zu vergleichen. Ihre Stärken liegen in mittigen sahnigen Humbucker Sounds.
    Ich suchte nach einer Gitarre mit der ich typische SingleCoil Sounds realisieren kann. Dabei bevorzug(t)e ich die Tele-Form. Es sollte möglich sein in einer Band mit zwei Gitarren ein möglichst großes Spektrum an Sounds abzudecken.

    Am liebsten hätte ich eine Tele mit drei SingleCoils gehabt, aber so was gibt es ja nicht. Ich überlegte mir eine Rockinger Telecaster zu bauen oder umzubauen. Nach mehreren Wochen der Planung und des Überlegens stieß ich dann aber, mehr durch Zufall, auf einen Exoten im Fender Programm: Die Fender Nashville Deluxe Telecaster




    Daten im Überblick
    Body: Esche oder Erle (je nach Farbe), Polyester Finish, Honey Blonde Teles sind aus Esche
    Hals: Ahorn mit Palisandergriffbrett oder einteiliger Ahornhals, 21 Jumbo Bünde, C-Shape, 9,5" Radius, Polyurethan seidenmatt, 1 Saitenniederhalter
    Mechaniken: Kluson Type Vintage Mechaniken
    Steg: American Vintage Bridge, Blech, 6 Saitenreitern, Strings-Thru-Body
    Pickguard: vierschichtig, weiß - schwarz - weiß - tortoise
    Regler: 1 Volumen (250k), 1 Tone (250k), beide mit 6,3 mm Achse aus Vollmaterial mit Dome Speed Knöpfen, 1 Fünfweg-Schalter
    Pickups: Tele TexMex Steg (7,86k), Strat TexMex Reverse (6,39k), Tele TexMex Hals (5,88k)
    Zubehör serienmäßig: 2 Inbusschlüssel, Fender Deluxe Gigbag
    Herstellung: Ensenada, Mexico
    Preis: ca. 575 Euro


    Meine Änderungen
    Bei meiner Nashville habe ich einige kleine Veränderungen vorgenommen. So wurde die weiße Kappe des mittleren Strat Pickups gegen eine Chrome Plastikkappe getauscht. An der Kopfplatte wurde ein zweiter Saitenniederhalter für D- und G-Saite angebracht. Beide Potis und Dome Speed Knöpfe wurden ausgetauscht; das Tone Poti gegen ein Push/Pull Poti. Die Gurthalter wurden gegen Schaller Security Locks ausgetauscht und unten ein zweiter Gurthalter (zur Zugentlastung) angebracht.




    Der Body
    Mit 46 mm ist der Body aus normaler Esche (keine Swamp Ash) sehr dick. Ich habe mehrfach nach einer Nahtstelle gesucht; der Body scheint aber aus einem einzigen Stück zu sein. Die Maserung des Holzes scheint wunderschön leicht durch die halbtransparente Honey Blonde Lackierung (man könnte auch "Eiter Gelb" sagen). Leider ist das Durchscheinen nur mit der Kamera festzuhalten - zumindest wenn man meine beschränkten fotografischen Fähigkeiten hat. Auf jeden Fall ist der Polyester Lack sehr strapazierfähig und kratzfest. Ich habe es selbst nach Monaten nicht geschafft Macken oder Kratzer in die Lackschicht zu bekommen - was sehr ungewöhnlich ist. Er fühlt sich allerdings etwas künstlich an.
    Die Saiten werden klassisch durch den Body geführt und hängen hinten in sechs verchromten Stahlbuchsen. Unter dem vierschichtigen Pickguard befindet sich eine große "Badewannenausfräsung" für die beiden Pickups. Hier ist auch die Identifikationsnummer des Bodys mit einlackiert.
    Den Hals habe ich nicht entfernt. Zwischen Hals und Body war aber so eine Art "Farbe". Keine Ahnung, ob damit Unregelmäßigkeiten zwischen Body und Hals ausgeglichen werden sollen.




    Hals und Kopfplatte
    Da ich One-Piece-Maple-Necks liebe war klar welchen Hals ich nehme. Die Halsform, Bünde und Radius entsprechen fast exakt meiner Rockinger Telecaster. Mit der seidenmatten Lackierung ist auch das Spielgefühl sehr ähnlich. Der dunkle "Stinktierstreifen" ist sauber eingesetzt.
    Da ich seit 22 Jahren meine Rockinger Cadicaster spiele kann ich die Bespielbarkeit nur als sehr gut bezeichnen. Mag auch viel Gewöhnung drinstecken, aber ich habe mich sofort zuhause gefühlt. Gerade da die Nashville als Probe- und Live-Zweitgitarre gedacht ist kommt die exakt gleiche Halsform und Bespielbarkeit natürlich besonders gut. Trotz Gitarrenwechsel keine Umstellung.
    Der Halseinstellstab ist schwarz eingefasst. Die Kopfplatte entspricht natürlich 100% der Tele-Form. Auf der Rückseite sind die Seriennummer und ein "60 Jahre Fender" Sticker.




    Die Elektrik
    Ihren Namen "Nashville" verdankt die Tele dem Umstand, dass viele Country Studio-Gitarristen bei ihren Jobs nicht immer zwei Gitarren mit sich rumschleppen wollen. Neben den zwei normalen Tele Pickups hat sie noch einen Strat Pickup in der Mitte und einen Fünfweg-Schalter - und in den drei mittleren Stellungen klingt sie in der Tat sehr strat-ähnlich.
    Was in der normalen Schaltung fehlt ist die Hals-Steg-Kombination. Hierzu habe ich das Tone Poti durch ein Push/Pull Poti ersetzt. Zieht man es raus, sind Hals- und Steg-Pickup immer an.
    Potis und Knöpfe haben nicht die weltweit übliche 6 mm Achse, sondern den amerikanischen 6,3 mm Durchmesser. Das macht den Umbau nicht einfacher.
    Die Originalverdrahtung war sehr sauber. Trotzdem sollte Fender sich vielleicht überlegen abgeschirmte Pickup-Kabel einzusetzen (wie zum Beispiel bei der HK Billig-Tele). Da der mittlere Pickup Reverse gewickelt ist, wird in den Stellungen 2 und 4 das Brummen unterdrückt. Ansonsten hat man es mit normalen SingleCoils zu tun - es brummt also leicht.
    An der Nashville sieht man sehr schön, dass ein Strat Pickup größer ist als ein Tele-Halspickup.


    Hardware
    Das Pickguard der Nashville ist vierschichtig. Man kann darüber streiten ob Tortoise schön ist oder nicht.
    Die Brücke ist aus Blech und an drei Seiten hochgebogen. An den Rundungen steht das Blech leicht in die Höhe - was zu Verletzungen führen kann. Das habe ich bei Kopien schon besser gesehen. Mit ihren 6 Reitern lässt nicht die Nashville leicht oktavrein einstellen. Die Madenschrauben schauen nicht aus den Reitern heraus.
    Die Gurtpins habe ich gegen Schaller Security Locks getauscht. Sicher ist sicher.



    Zum Glück verfügt die Nashville ab Werk (wie meine Rockinger) über Kluson Type Mechaniken. Die Saiten werden also ca. 5 cm über der Mechanik abgeschnitten und dann von oben in die Mechanik eingeführt. Abwinkeln und dann einfach aufwickeln. Es gibt keine überstehenden Saitenenden, die zu Verletzungen führen können. Da die Tele kein Tremolo hat, hat diese Methode keinen negativen Einfluss auf die Stimmstabilität.
    Falls die Mechaniken genauso robust sind wie die Kluson meiner Rockinger, werden sie auch in 30 Jahren noch erstklassig funktionieren - auch wenn sie nicht geschlossenen oder ölgelagert sind.


    Sound
    Die drei TexMex Pickups verrichten gute Arbeit. Die Tele Pickups klingen nach Tele, der Strat Pickup nach Strat. Auch die Mittelstellungen 2 und 4 (ich mag sie) kommen richtig schön stratig rüber.
    Die Pickups meiner Rockinger Strat verzerren einiges später, wodurch "gerade noch clean oder doch schon verzerrt?" besser zu realisieren sind. Die Pickups der Fender klingen etwas fetter und liefern bei gleicher Lautstärke mehr Drive.
    Der Steg-Pickup klingt schön hoch, aber nie unangenehm schrill oder gar kraftlos. Der Hals-Pickup hat zwar deutlich mehr Bässe und Mitten sowie weniger Höhen, kommt aber immer noch klar definiert; so wie ein SingleCoil am Hals nun mal klingen soll.

    Der Preisunterschied zwischen meinem 70 Euro Teles und der 570 Euro Tele zeigt sich klar im Klangbild. Das hat sowohl mit Holz als auch Pickups zu tun. Bei der Nashville matscht nichts, klingelt nichts. Einzelne Töne und Akkorde kommen definierter und erwachsener daher.



    Verglichen mit meinen beiden Rockinger Gitarren, die ja in einer vergleichbaren Preisklasse angesiedelt sind, hat die Nashville weniger Charakter. Die Fender klingt ohne Zweifel sehr gut. Aber sie klingt so wie 1000 andere hochpreisige Studio-Gitarren im Radio oder auf CD auch klingen. Ihr fehlt etwas "die persönliche Note". Beide Rockinger haben hingegen etwas Unverwechselbares in ihrem Sound.
    Was ich hier bemängle kann man allerdings durchaus auch als Vorteil sehen! Vielleicht zeigt sich hier, dass die Fender tausenden von potentiellen Käufern gefallen soll, während die Rockinger sich eher an Individualisten wendet.


    Zubehör
    Neben den beiden Inbusschlüsseln zur Verstellung des Halseinstellstabs und der Reiter gehört auch noch ein original Fender Gigbag zum Lieferumfang. Das gut gefütterte Gigbag zeigt deutlich, dass es nicht für 20 Euro zu haben wäre. Neben zwei Griffen gibt es auch noch einen Umhängegurt. Zudem hat es mehrere Stautaschen.




    Fazit
    Ich suchte eine vielseitige Zweitgitarre für den Bandeinsatz, die von Natur aus die Sounds bietet, die meine Rockinger Cadicaster nicht auf Lager hat; also sowohl Tele als auch Strat Sounds. Das erledigt die Nashville erstklassig! Sie ist genau die richtige Gitarre für Leute, die sich nicht zwischen Strat und Tele entscheiden können - oder beide Sounds ohne Gitarrenwechsel brauchen.
    Die Verarbeitung hätte in Details besser sein können. Ob US Fenders aber viel perfekter sind möchte ich bezweifeln. Außerdem habe ich keine Lust 500 Euro mehr dafür auszugeben.
    Die Fender Nashville Deluxe Telecaster ist jeden Cent absolut wert. Dank ihrer Vielseitigkeit und guten Bespielbarkeit braucht sie keine Angst zu haben ihren Platz als Zweitgitarre im Bandeinsatz zu verlieren.

    Gruß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Reviews Gitarre
    Review vom 29.10.2006


    Vor 10 Tagen habe ich mir eine Justin Telecaster "Chicago Std. Mod.2006" in "Cream" für 69 Euro per Internet gekauft. Die Gitarre wird z.B. über Amptown in Hamburg, oder das Sound & Drumland in Berlin angeboten (worüber ich sie auch bestellt hatte).

    Die Gitarre soll einen massiven Lindenkorpus haben, hat teletypisch 2 SingleCoils, Volume- und Tone-Poti, sowie einen Dreiwegschalter.

    Die Gitarre kam gut verpackt und wohlbehalten an.
    Anscheinend reichte bei diesem Preis das Geld nicht mehr für einen Aufkleber, der das Herkunftsland verrät. Das Gewicht ist in etwa gleich wie das meiner Squier Strat - vielleicht etwas höher. Der Text behauptet zwar die Tele habe ein Rosewood-Griffbrett, aber auf den Bildern ist ein Ahorngriffbrett zu sehen - was auch der Realität entspricht. Einen One-Piece-Maple-Neck kann man für diesen Preis natürlich nicht erwarten. Das Griffbrett ist auf den Ahornhals aufgeleimt. Der Hals liegt angenehm in der Hand und ist seidenmatt lackiert. Die Form der Kopfplatte entspricht nicht 100% der Tele, ist aber zum verwechseln ähnlich. Der Sattel verläuft schief zum Tiefen E hin nach oben. War das Absicht, oder hatte da jemand einen schlechten Tag?
    Dass die Mechaniken unterster Standard sind, dürfte klar sein. Stimmen kann man die Gitarre aber halbwegs gut. Der Begriff Vintage-Mechaniken aus dem Werbetext soll wohl eher andeuten, dass man nicht mit Qualität rechnen sollte.

    Die Saiten werden, anders als beim Original, nicht durch den Korpus geführt, sondern werden durch Löcher in der L-förmigen Steghalterung gesteckt. Anscheinend wurde meine Tele wirklich in einer chinesischen Todeszelle gefertigt – und der Häftling hatte zwei Stunden zuvor seinen Hinrichtungstermin mitgeteilt bekommen, denn auf der Stegplatte sind tiefe Riefen on den Saitenreitern zu sehen, die sogar durch die dünne Chromschicht gehen.

    Eigentlich war mir schon vor dem Kauf klar, dass ich die Gitarre total auseinander schraube. Vorher hätte ich mir den Steg genauer ansehen sollen!
    Die vier Halsschrauben halten gut im Hals, sind jedoch leicht unrund - was das Losschrauben zum eiern macht. Warum ich schreibe, dass sie gut halten? Weil man das von den Schrauben des Pickguards (=Schlagbretts) und der Elektrikabdeckung nicht gerade behaupten kann. Falls der Body aus Lindenholz ist, scheint es sehr frisches Holz zu sein - oder altes marodes …

    Nachdem alle Abdeckungen entfernt sind, bietet sich ein abenteuerlicher Blick auf die Lackierung (die etwas cremig gelber ist als auf den Fotos - aber nett anzusehen). Im Elektrikfach und unter dem Steg sind lange dicke Lacknasen zu finden.

    Erstmal entferne ich den Steg-Pickup aus dem Steg, denn die Klebebandummantelung der Pickup-Spule ist so schlecht, dass ich beschlossen habe, ein paar Lagen guten deutschen Isolierbandes drüber zu wickeln.
    Der Hals-Pickup ist nicht am Pickguard, sondern auf dem Boden der Tele befestigt. Beide Varianten gab’s auch im Original. Allerdings waren beim Original die Schrauben wohl nicht so schief drin wie bei meiner Justin Chicago / Telecaster. Lustigerweise ist in er Metallkappe des Pickups ein da. 1 cm langer und 0,5 mm breiter Spalt an der Oberseite!!! Da hat wohl in China das Lötzinn nicht gereicht. Oder besagter Todeskandidat war wieder am Werk. Merkwürdig; anscheinend hat sich niemand im Sound & Drumland die Gitarre jemals angesehen. Auf jeden Fall wickle ich auch noch mal etwas Isolierband um das leicht wackelnde Metallgehäuse und befestige es damit am Pickup selbst.

    Volume- und Tone-Poti sind zwar etwas schwergängig, aber sie kratzen zumindest nicht. Was jedoch sehr stört ist, dass die verchromten Knöpfe gute 5 mm über der Elektronikabdeckplatte stehen. Also Knöpfe runter, Potis raus, passende Unterlegscheiben gesucht (man kann auch alte Muttern nehmen) und zwischen Potis und Abdeckplatte gelegt. Dann die Potis wieder angeschraubt und die Knöpfe wieder drauf. Jetzt stehen sie nur noch 1 bis 2mm über der Platte. Prima! So, alles wieder zusammengeschraubt …

    Jetzt die Oktavreinheit einstellen! Doch; oh Schreck!!!
    Dass das Stegblech total verkratzt war hatte ich bereits gemerkt. Was mir nicht aufgefallen war: Alle Saitenreiter (es sind 6 statt der abgebildeten 3) sind bis ultimo angezogen! Einzige Möglichkeit die Gitarre einzustellen ist, den Steg nach hinten zu versetzen …
    Gesagt, getan. Also alle sechs Saitenreiter abschrauben, denn anders kommt man nicht an die vie Befestigungsschrauben für das Halteblech. Theoretisch komme ich zwar weiter als 6 mm nach hinten, aber dann sähe man bereit die Pickupausfräsung (die übrigens auch einen Humbucker aufnehmen könnte.
    Also bohre ich vorsichtig vier neue Löcher für die Steghalterung und befestige den Steg wieder. Die Schrauben sagen mir, dass ich das nicht allzu oft machen soll. Jetzt lassen sich die Saitenreiter gerade eben so einstellen, dass die Gitarre weitestgehend oktavrein ist.

    Im Werbetext heißt es (Zitat): Wenn nichts mehr hilft, die ganze Band schon kurz vorm Aufgeben ist , weil der Song einfach nicht gelingen will, dann ist die Zeit dieser "telegenen" Gitarre gekommen um mit ihrem unnachahmlichen "TWANG" neues Leben und Inspiration in die Musik zu bringen!
    Hm; das telegene TWANG finde ich nirgends - und ohne Fortgeschrittenenkenntnisse dürfte eher der Besitzer als die Band am Aufgeben sein.
    In Steg und Mittelposition klingt die Gitarre aber sogar ganz gut! Dummerweise stellt sich nach ein paar Tagen ein fieser Wackelkontakt beim Halspickup ein. Ich tippe zuerst auf den Dreiwegschalter – aber der ist okay! Dummerweise hat sich bei dieser Aktion eine der beiden Befestigungsschrauben ganz durchgedreht – aber ich habe zum Glück noch eine passende längere Schraube in meiner Bastelkiste.
    Schuld am Wackelkontakt ist der Halspickup selbst. Ich hätte ihn wohl nie bewegen dürfen. Da der mir der Halspickup zu dumpf klingt, schaue ich mal, ob ich die Kappe nicht abmachen kann. Sie hat ja eh ein Loch. Nach dem Öffnen mache ich die Kappe wieder drauf. Da ist wohl irgendeine Klebemasse, die eigentlich die Kappe halten sollte? Auf jeden Fall ist der Pickup offen nicht zu gebrauchen. Nachdem ich das Phase-Kabel ebenfalls mit Isolierband umklebt habe, ist zumindest der Wackelkontakt weg.

    Resume:
    Im Vergleich zu meiner Squier Fender Bullet Strat (109 Euro) ist diese Justin Chicago 2006 absoluter Schrott. Die Squier hat trotz ihres Preises eine gute Verarbeitung, besseres Holz und eine meilenweit bessere, vertrauenserweckende Elektrik. Das schlimmste an der JustIn ist wohl, dass man sie nur durch das Versetzen des Stegs oktavrein kriegen konnte.
    Was mache ich jetzt mit der Justin? Ein schönes Bild kostet mehr als 69 Euro. Also wäre sie als Wandschmuck gar nicht sooo teuer. Aber nach den ganzen Einstellungen und Verbesserungen lässt sie sich auch als Gitarre benutzen. Hätte sie halbwegs die Qualität der Squier Strat gehabt, hätte sie ein oder zwei neue Pickups bekommen; aber bei dieser Qualität lohnt das wirklich nicht. Der Halspickup klingt mir alleine zu dumpf, aber in Steg- oder Mittelposition gefällt der Klang.
  • No.1 StretchgurtDatum19.06.2008 17:43
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Bass

    Die meisten Saitenzupfer überlegen zu Recht Tage und Wochen welchen Bass, welches Effektgerät oder welchen Amp sie sich kaufen. Auch über die passenden Saiten wird lange sinniert und diskutiert.
    Geht es jedoch um den Gurt, nehmen viele einfach was ihnen gefällt oder gerade verfügbar ist.

    Ich fange zwar gerade erst intensiv mit dem Bassspielen an, doch bin ich seit 20 Jahren im Besitz einer 4,5 kg schweren Rockinger Telecaster und kenne daher die Problematik, die sich aus schweren Arbeitsgeräten bei stundenlangem Spiel ergibt.

    Meine Lösung? Der No.1 Stretchgurt!

    Was bitte schön soll man mit einem Stretchgurt?!
    "Das ist doch alles nur Spielerei", mag sich der ein oder andere Musikus denken. Falsch; denn eine Gitarre wiegt zwar 4,5 Kilo, übt aber in Ruhestellung eine Kraft von 45 Newton aus.
    Zugegeben; es gibt einige Bassisten, die eher Werbung für Madame Tussaut als für Ampeg oder Trace Elliot machen könnten, doch viele bewegen sich gelegentlich auf der Bühne - ein gewisser Prozentsatz sogar deutlich für den Laien erkennbar.

    Sobald man sich aber bewegt hat man es nicht nur mit einer Masse, sondern auch mit daraus entstehenden Kräften zu tun. Ist man nach einem Luftsprung wieder auf seinen Beinen gelandet, will das beschleunigte Saiteninstrument mit vehementer Kraft dem Erdmittelpunkt zustreben und zerrt verärgert heftig an der Schulter seines Besitzers um seinen Willen durchzusetzen. Dieses Verhalten legt unser hölzerner Freund aber auch bei weitaus nichtigeren Anlässen, wie dem bloßen Umschnallen an den Tag.

    Hier setzt der No.1 Stretchgurt ein, indem er zwischen dem Willen des Instruments und seines Inhabers vermittelt. Die Kraft, die sonst an der Schulter reißen würde wird in die Dehnung des Stretchgurtes gesteckt und verpufft weitestgehend. Dabei flitzt der Gurt aber nicht wie ein Yoyo vielfach auf und nieder. Es bedarf zwar einer kurzen Eingewöhnungsphase mit dem Gurt, bei normelen Belastungen ist aber kaum ein Unterschied zu herkömmlichen Gurten festzustellen.

    Weiterer Vorteil des Stretchgurtes ist seine Oberflächenstruktur. Zum einen ist sie halbwegs luftdurchlässig, sie ist aber auch etwas rauh, was bei leicht kopflastigen Instrumenten von Vorteil sein kann.
    Nachteil mag sein, dass die Stretchgurte schneller altern als normale Gurte. Sie haben ja auch einiges wegzustecken. Je nach Spiellust und Bewegungsdrang ihres Besitzers können sie aber mehrere Jahre halten.

    Hergestellt werden die Gurte ausnahmsweise mal nicht in chinesischen Todeszellen. Vielmehr prangt auf dem - mit 9,90 Euro sehr erschwinglichen Zubehörteil - der Aufdruck "Made in Germany"! Es gibt den Gurt derzeit in mindestens zwei Farben und zwei verschiedenen Längen. Die Gurte sind gut bis sehr gut verarbeitet und haben an den Enden Lederlaschen mit Löchern zur Aufhängung.
    Ich benutze seit 20 Jahren diese Stretchgurte und ziehe sie jedem anderen Gurt vor. Es empfiehlt sich, Schaller Security Locks an Instrument und Gurt anzubringen, denn ist die Gitarre gesund, lacht und freut sich der Musikant.

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