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107 Beiträge & 55 Themen
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  • Vorwort - Bitte lesen!Datum11.01.2010 18:19
    Foren-Beitrag von Cadfael im Thema

    Hallo Rockinger,

    danke für deine Lob und viel Spaß/Glück beim Umbau!

    Das mit der Galerie möchte ich nicht machen, da dies kein "Forum" werden soll. Dazu sollte man entsprechende Foren nutzen - dann haben noch mehr Leute etwas davon. Im Musiker-Board gibt es eine "Bastelecke" im Bass Bereich, wo Umbau Stories (besonders bebilderte immer gerne gesehen sind.

    Gruß
    Andreas

  • Roland FußschalterDatum24.12.2009 20:38
    Thema von Cadfael im Forum Bastelecke

    Hallöli,

    hier ein Werk von mir in dem einiges über die original Roland Fußschalter zu lesen ist, wie auch Anregungen zu preiswerterem Ersatz und Do-It-Yourself Lösungen ...

    Gruß + viel Spaß
    Andreas

  • Aktiv - Passiv - Version IIDatum20.12.2009 15:57
    Thema von Cadfael im Forum Aktive Elektronik

    So; hier die um einiges erweiterte Version meines kleinen Nachschlagewerks zum Thema passive - aktive Schaltungen

    Viel Spaß
    Andreas

  • Hallöli ...

    Über viele Fender Instrumentenserien gibt es Bücher, lange Abhandlungen, ja eigene Foren im Internet. Der Fender Mustang Bass und seine Fender Short Scale Verwandten hingegen führen eher ein ruhiges und stilles Schattendasein.

    Wirklich umfangreiche und gebündelte Informationen zum Fender Mustang Bass habe ich weder in deutschen, noch englischen Quellen gefunden. Daher hielt ich es für angebracht, Informationen, Meinungen und Fakten zusammenzutragen, zu bewerten, zusammenzustellen und anhand dessen die [B]Geschichte des Fender Mustang Bass von 1966 bis 2009[/B] - soweit mir erschließbar - niederzuschreiben.
    Dass mein Artikel am Ende 30 DIN A4 Seiten füllen würden, hätte ich vor über einem Jahr, als ich mit den Recherchen begann, nicht gedacht.



    Ich bin mir im Klaren, dass meine Zusammenstellung erneut kaum jemanden interessieren wird. Trotzdem wird es bestimmt einige Mustang Bass Freunde oder zumindest historisch interessierte Musiker geben. Zudem eröffnet die Abhandlung auch "Nicht-Mustang-Fans" einige aufschlussreiche Einblicke in die Fender CBS Zeit zwischen 1966 und 1981.

    Viel Spaß
    Andreas

  • Hallöli,

    hier ein neues Nachschlagewerk von mir ...

    Wer jemals versucht hat ein Fender Instrument (das zwischen 1950 und 1981 gefertigt wurde) genauer zu datieren, der weiß, wie kompliziert und komplex die Materie ist. Zudem ist entsprechende Fachliteratur meines Wissens ausschließlich in englischer Sprache erhältlich.

    Daher habe ich 2008 nach mehreren hundert Stunden Recherchearbeit einen "kleinen Leitfaden" zur genaueren Altersermittlung von Fender Instrumenten verfasst. Da ich keine Bekanntschaft mit den Anwälten des Fender Konzerns wegen Urheberrechts- oder Lizenzverletzungen machen wollte, hieß es warten, bis eine "Duldung / Ignorierung" meines Nachschlagewerks zugesichert ist. Das ist nun der Fall.

    Ich habe für meine Zusammenstellung zwar unter anderem viele Quellen aus dem Internet studiert (Fender Bücher besitze ich derzeit nicht), dies ist aber kein Plagiat, keine Übersetzung und auch keine schlichte Übernahme fremder Daten!

    Wer mein Nachschlagewerk praktisch einsetzen möchte, sollte sich unbedingt die "Warnhinweise" und Zusatztexte durchlesen! Die von mir angegebenen Daten sind zwar weitgehend verlässlich (und gegengeprüft worden), allerdings ersetzen sie nicht das tiefgehende Wissen eines Experten. Zu einer verlässlichen Echtheitsbestimmung gehört weit mehr als hier beschrieben!

    So; viel Spaß allen Fender Fans und historisch interessierten Musikern!
    Andreas

  • Schaltungen der / für die TelecasterDatum13.06.2009 19:44
    Thema von Cadfael im Forum Passive Schaltungen

    Hallo,

    ich habe mal 26 Schaltungen zur Telecaster zusammengefasst.
    In der PDF-Datei sind sowohl "historische Schaltungen" als auch Umbauvorschläge enthalten.
    Im Anhang finden sich dann noch Schalterverdrahtungen, Anmerkungen zu Diagrammen und eine Tabelle der Hersteller-Farbcodes von Humbuckern. Alles in allem 34 Seiten ...

    Gruß
    Andreas

  • In ca. 250 bis 300 Stunden Recherche, Datenaufbereitung, Erstellung von Zeichnungen und Texten habe ich versucht die gesamte Geschichte der Roland Bassverstärker von 1977 bis 2009 nachzuerzählen. Um keine Urheberrechte zu verletzen und die Datei(en) trotz ihrer insgesamt 68 Seiten möglichst klein zu halten habe ich alle Logos und Verstärker (meist in mehreren Ansichten) per Hand eigenständig vektorisiert.

    Inhalt
    • Übersicht über die Roland Bassverstärker von 1977 bis 2009
    • Wie alles begann
    • Die Roland Bassverstärker Serien
    • 1963-72 - Ace Tone Bassverstärker
    • 1972/73 - RB-600 und RB-800 plus Boxen und Stacks
    • 1974 - CB-40
    • 1974 - RB-70 und RB-120 plus Boxen und Stacks
    • 1976 - GB-30 und GB-50
    • 1977 - RB-60 plus Box und Stack
    • 1977 - SB-100 STUDIO BASS
    • 1978 - GB-50 R&P
    • 1979 - GB-30, GB-50 und GB-50 R&P
    • 1979 - CUBE-60 BASS
    • 1979 - SB-200 STAGE BASS plus Box
    • 1979 - SIB-301 BASS GUITAR PRE AMP
    • 1982 - SPIRIT BASS 15 / 30* / 50* (*evtl. bereits Ende 1981)
    • 1982 - BN-60 und BN-100 BASS NOTE
    • 1984 - SCB-40, SCB-60, SCB-100 SUPER CUBE BASS
    • 1986 - DAC-15B
    • 1993 - SB-20 STUDIO BASS
    • 1998 - Aufbruch ins neue Jahrtausend: COSM, DSP, FFP, V•Bass
    • 1999 - D-BASS DB-500
    • 1999, 2000, 2002 - D-BASS DB-500, DB-700, DB-900
    • 2003 + 2004 - CUBE-30 BASS und CUBE-100 BASS
    • 2005 - D-BASS 115, D-BASS 210, D-BASS 115X
    • 2008 - MICRO CUBE BASS RX
    • Sounds der Helden für Roland CUBE Bassverstärker
    • Vergleich CUBE Verstärker (alle drei aktuellen Modelle)
    • Vergleich D-BASS Verstärker (alle sechs D-BASS Modelle)
    • Roland und BOSS Fußschalter (Roland FS-1/-2 /-3, DP-2, BOSS FS-5L/-5U/-6)
    • Welches Pedal für welchen aktuellen Roland Verstärker?
    • Welches Pedal für welchen Roland Bassverstärker?
    • Welches Pedal für welchen Roland Gitarrenverstärker?
    • Übersicht über die Roland Gitarrenverstärker 1972 bis 2010

    Damit keine Missverständnisse entstehen:
    Ich bin KEIN Mitarbeiter von Roland und habe keinen Cent (und auch keine Sachgüter) für mein Nachschlagewerk von Roland bekommen! Ich habe dieses Nachschlagewerk ausschließlich aus "Spaß an der Freude" geschrieben!
    Allerdings habe ich erfolgreich beim Marketing von Roland Deutschland um die "Duldung" der Datei(en) nachgefragt. Anderenfalls hätte ich theoretisch für die Publikation im Internet tierisch Ärger wegen Urheber- oder Markenrechtsverletzungen bekommen können ...
    Dies ist aber kein versteckter Werbebeitrag der Firma Roland! Ich bin Privatmann und stehe in keiner Beziehung zu Roland - außer, dass ich seit Jahren überzeugter Benutzer von Roland/BOSS Produkten bin (wie viele andere Hobbymusiker auch).

    Schaut euch also meine beiden PDF-Dateien an, wenn ihr mehr über die Geschichte der Roland Bassverstärker von 1977 bis 2009 erfahren wollt. Könnte für "Nicht-Roland-Fans" zumindest interessant sein.

    Viel Spaß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Bitte die aktuelle Version nehmen!

    Grundwissen Verstärker + Boxenverkabelung (Version 3)

    Gruß
    Andreas

  • Roland D-Bass 115Datum30.10.2008 20:11
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Bass
    Hallöli,

    ich habe über ein Jahr überlegt ob und welchen neuen "größen Bassverstärker" ich mir kaufen soll. Geld spielte bei meinen Überlegungen keinerlei Rolle (welcher Luxus!). Glockenklang, Genz Benz, EBS, Gallien-Krueger Neo, Trace Elliot und mehr standen auf meiner Liste.
    Schlussendlich ist es der Roland D-BASS 115 geworden. Neben den Features des D-BASS spielten auch meine in über 20 Jahren gesammelten Erfahrungen mit Roland/BOSS Produkten ein Rolle. Wie ich öfters betone: Man sollte nicht nur mit seinem Verstand kaufen, sondern auch auf sein Herz hören.

    Hier mein Review

    Neben seinem weit aus beliebteren Bruder D-BASS 210 fristet der etwas höher bauende Roland D-BASS 115 vergleichsweise ein Schattendasein. Das mag daran liegen, dass Musiker in Equipment Fragen oft sehr konservativ denken und bei dem Schlagwort "15er Combo" weiterhin die althergebrachten 15 Zoll Comboverstärker im Hinterkopf haben; sehr schwer, gerade laut genug für die Band, schlechte Reaktionszeit des Lautsprechers, mangelnde Differenzierung in den Hochmitten und unflexibel im Klang. Dem muss man entgegenhalten: "Think new - think Roland D-BASS 115!"

    Der Combo ist - wie nicht anders bei einem Roland zu erwarten - sehr gut verarbeitet. Einzige, die Roadtauglichkeit betreffende Kritikpunkte sind die seitlichen Schalengriffe (man sollte sie von unten packen) und das nicht abnehmbare 230 V Netzkabel. Die Schalengriffe kommen allerdings normalerweise nur zum Einsatz, wenn man seinen D-BASS aus dem Auto hebt. Dank 24 kg Gewicht und steckbaren Rollen lässt sich der Verstärker auch als schwächlicher Kettenraucher alleine transportieren.

    Der D-BASS 115 ist als Bi-Amp-Verstärker ausgelegt; es gibt also eine Frequenzweiche, die das Signal der Vorstufe nach Frequenzen aufgeteilt und an zwei Endstufen weiter gibt. Der 15 Zoll Neodymium Lautsprecher wird mit 250 Watt, das Horn mit 80 Watt befeuert. Neben dem Mastervolumen Regler gibt es noch einen eigenen Volumenregler für das Horn, der dem Mastervolumen untergeordnet ist. Dank FFP-Technologie fällt die Lautstärkeausbeute ausgesprochen hoch aus und der Klang bleibt bis in hohe Lautstärken hinein äußerst präzise und (im wahrsten Sinne des Wortes) kontrolliert.

    Der D-BASS kann aber auch leise! Kein Ventilator brummt im Hintergrund und der Rauschabstand ist hervorragend; so gut, dass mir der Unterschied zwischen Humbucking- und SingleCoil-Stellung des Jazz Bass aufgefallen ist wie nie zuvor. Selbst bei voll aufgerissenen Master-Reglern übertönt das Abrollgeräusch mancher vorbeifahrender PKWs das Eigengeräusch des 330 Watt Verstärkers. Damit ist der D-BASS bestens für Studioaufnahmen - inkl. Mikrofonabnahme - geeignet. Über einen DI-Ausgang (Pre/ Post wählbar sowie Ground Lift) und einen Line Out verfügt der D-BASS sowieso.
    Zudem liegt am Kopfhörerausgang auf der Vorderseite ein frequenzkorrigiertes Signal an. Dass die Lautsprecher des Combo dadurch abgeschaltet werden ist normal. Wenn ich das Schaltdiagramm richtig deute, wird der "Sub Out" (Line-Anschluss für D-BASS 115X Aktiv-Zusatzbox) beim Einstecken eines Kopfhörers ebenfalls stumm geschaltet, während am "Line Out" weiterhin ein Signal anliegt.

    Neben dem großen An/Aus-Schalter mit blauer POWER-LED befindet sich eine Mute-Taste, die den Verstärker stumm schaltet. Die Mute-Funktion ist auch per Fußschalter (Standardschalter - kein Taster) steuerbar. Besonders pfiffig ist die blinkende MUTE-LED. Selbst in der Hektik eines Auftritts dürfte ein Blick auf den Verstärker genügen um zu sehen, warum kein Ton aus der Anlage kommt; eine hervorragende Detaillösung, wie ich meine. Auf der Rückseite des Verstärkers befindet sich eine "Tuner Out" Buchse für das Stimmgerät, die nicht von der Stummschaltung betroffen ist.

    Weiteres Highlight ist der voll regelbare Effektweg. Zwischen 100% Direktsignal (Verstärker) und 100% Effekt ist alles möglich. Ich hätte nicht gedacht, dass mein 19 Jahre altes BOSS SE-50 Multieffektgerät noch einmal zum Einsatz kommt. Da es sich aber exzellent mit dem Einschleifweg des D-BASS verträgt und zudem die Effekte durch den Effektregler auf der Vorderseite des D-BASS stufenlos zumischbar sind, steht einer trauten Zweisamkeit nichts im Wege.

    Die Eingangssektion (aktiv/passiv plus zusätzlichem Piezo-Eingang), die sechs Klangvarianten (drei Modelings plus Shape-Funktion) sowie der Compressor mit zwei Arbeitsmodi wurden schon an anderen Stellen im Internet besprochen. Dies gilt auch für die sehr flexible Dreibandklangreglung mit parametrischen Mitten. Zwischen modernem Bass Sound (fette Bässe, gepaart mit strahlenden Höhen) und leicht rotzigem punchigem Vintage Sound ist vieles machbar. Mit wenigen Handgriffen kann man vom 70s Bluesrock zur Slapp-Orgie wechseln. Unbedingt anzumerken sei, dass der 15 Zoll Lautsprecher weder träge, noch arm an Hochmitten ist!
    Die Charakteristik des Basses und die Spieltechnik werden wunderbar nuanciert vom Roland wiedergegeben. Trotzdem würde ich den D-BASS nicht als "schonungslos" bezeichnen. Selbst ein mittelmäßiger Bassist wie ich es bin muss sich nicht mit seinem Sound verstecken.

    Wem empfehle ich den D-BASS 115? Auf jeden Fall schwächlichen Kettenrauchern wie mir, die einen starken, voll bandtauglichen Verstärker wollen, aber die Schlepperei leid sind. Studiomusiker und Bassisten in Top 40 Bands sollten den D-BASS ebenfalls antesten; er ist sehr flexibel, hat sehr gut durchdachte exzellente Komponenten und erleichtert "die Arbeit". Dabei ist er trotzdem überschaubar und relativ leicht einstellbar. Spätestens mit der D-BASS 115X Zusatzbox wackelt auch die Stadthalle.
    Mit 750 Euro ist der D-BASS durchaus auch für den Hobbymusiker eine denkbare Alternative zum 410er Half Stack der Mittelklasse.

    Wem empfehle ich den D-BASS nicht? Leuten, die auf stylisches Aussehen stehen, denn der D-BASS versprüht den Charme eines Briefmarkenautomaten. Wer auf stärker angezerrten Vintage oder Metal Sound steht sollte sich wohl auch besser einen entsprechenden Verstärker zulegen. Der D-BASS ist zwar vielseitig und er kann auch rotzen, er will aber nicht alles können.

    Über die Langlebigkeit meines 115ers kann ich noch nichts sagen; ich besitze aber mehrere Roland/BOSS Geräte, die teilweise über 20 Jahre alt sind und noch immer einwandfrei funktionieren. Ähnliches erhoffe ich mir vom D-BASS. Ginge es gerecht zu auf dieser Welt, müssten die Verstärker der D-BASS Reihe ähnlich legendär werden wie die Gitarrenverstärker der Roland Jazz Chorus Reihe. Für mich ist mein D-BASS (bisher) jeden Cent wert.

    Gruß
    Andreas
  • Foren-Beitrag von Cadfael im Thema
    Hallöli,

    Dude aus dem Musiker-Board war so nett mir eine mit Kunststoff beschichtete Elixir Saite zu schicken.
    Wie lange die Saite im Gebrauch war weiß ich nicht. Es handelt sich aber nach Dudes Angaben um eine "aufgebrauchte" 130er H-Saite. HJat man die Saite in der Hand, ist die Kunststoffummantelung deutlich zu spüren.

    Heute hat sich mein Kollege mit mir die Saite mal schnell im REM angesehen.
    Kenner werden in den SE-Bildern erneut Überstrahlungen sehen - das bitte ich zu entschuldigen! Es liegt nicht an den Fähigkeiten des REM oder meines Kollegen; es sollte halt schnell gehen. Zudem kann man als Laie (wie auch ich einer bin) mit den Überstrahlungen die Kontraste besser sehen.

    Im ersten Bild seht ihr zwei Windungen der Saite. Wie man sieht ist die Saite rechts noch weitgehend frisch, während die Stelle links sehr fertig aussieht. Der Querstreifen auf der rechten Windung dürfte eine winzige Falte sein, die vermutlich (!) in der Produktion entstanden ist. Darunter könnte sich ein Einschluss im Kunststoff befinden. Zwar wird der Raum in dem die Beschichtung aufgetragen wird Luftfilter haben, eine Produktion unter Reinraumbedingungen wie in der Chip-Produktion würde die Saiten aber unbezahlbar machen. Das darunter scheint hingegen Schutz auf der Saite zu sein.



    Auf dem zweiten Bild sehen wir eine andere Stelle der Saite. Hier sieht man sehr unterschiedliche Stadien. Die runden / ovalen Stellen scheinen mir richtige Druckstellen durch das "Hämmern" auf die Bundstäbchen zu sein. Die weißen länglichen Stellen entstehen wahrscheinlich durch winzige Seitwärtsbewegungen auf den Bundstäbchen oder auf dem Griffbrett (pure Spekulation!). Hier wird die Kunststoffschicht also mehr zerrieben. Vielleicht entsteht das auch durch ie Reibung mit den Schuppen der Haut.



    Im dritten Bild sieht man noch einmal drei Windungen und die Ummantelung.



    Das letzte Bild beweißt, dass auch die Elixir Saiten eine hervorragend glatte Oberfläche haben.



    Gruß
    Andreas
  • Johnson JB-M5-BK - MusicMan KopieDatum30.08.2008 16:51
    Thema von Cadfael im Forum Reviews Bass

    Bisher hatte ich noch keinen Fünfsaiter in meiner Sammlung und da mir noch eine MusicMan Kopie fehlte, entschied ich mich für den Johnson JB-M5-BK. Es sollte kein hochwertiger Bass werden, sondern nur "ein billiges Teil, auf dem man mal rumklimpern kann".
    Meinen Bass fand ich im Programm des Musikhauses Kirstein. Auf dem Karton steht zwar Johnson JB-M5-BK (und der Bass entspricht auch 100% den beiden Fotos auf der Kirstein Seite), die Johnson JB-M5-BK die z.B. bei Topsoundseller und anderswo abgebildet sind, sehen in vielen Details jedoch eindeutig anders aus. So haben die Johnson MuMa-Kopien anderer Anbieter ein Ahorngriffbrett, keinen Pickup mit original MuMa-Maßen, nur zwei Regler sowie einige andere Unterschiede.



    Dienstags online bei http://www.kirstein.de bestellt kam der Bass am Donnerstag an.
    Erster Eindruck: Der Bass entspricht genau den Bildern und der Beschreibung auf der Website. Im Kaufpreis von 159 Euro ist zusätzlich ein Gigbag mittlerer Qualität enthalten. Zwei Inbusschlüssel zur Einstellung der Halskrümmung und der Saitenreiter waren ebenfalls dabei.




    Ausstattung
    Der Fünfsaiter ist kein Leichtgewicht. Ich habe leider nur eine sehr grobe Waage; das Gewicht dürfte aber gute 5 kg betragen. Das mag unter anderem am 43 mm dicken Body liegen. Für einen Billigbass ist das sehr dick. Kirstein gibt für den Body lediglich "Massivholz" an. Bei dem hellen Holz hätte ich auf Linde getippt, was aber nicht ganz mit dem Gewicht übereinstimmt. Die Rundungen des Johnson sind nicht ganz so üppig wie beim teuren Vorbild, trotzdem ist die Form des Body sehr gut gelungen.
    Die Standard-Johnson-Kopfplatte erinnert bereits an die Kopfplatte des fünfsaitigen Stingray. Hier musste nichts geändert werden um die MuMa Optik zu kopieren. Die fünf 19er Mechaniken sind typisch 4/1 angeordnet. Ein Saitenniederhalter drückt alle fünf Saiten herunter. Sehr ungewöhnlich ist, dass der Johnson zwei Halseinstellschrauben besitzt, deren Zugang an der Kopfplatte liegen. Der Hals dieses Basses ist für einen Fünfsaiter sehr schmal und dünn. Am Sattel ist der Hals nur 45 mm breit, am 20. von 21 Bünden nur 71 mm. Selbst 5-String Fender Jazz Bässe USA haben 47,6 mm am Sattel.



    Das Tortoise Pickguard wirkt, wenn man original Tortoise Pickguards kennt, etwas billig; aber bei dem Preis?! Bei genauerem Vergleich weist die Brücke Unterschiede zum Original auf, grob stimmt sie aber überein. Jeder weiß was gemeint ist.
    Überrascht hat mich der Pickup des Johnson. Ein Vergleich mit den 5er MM-Pickup-Maßen von Bartolini und Delano zeigt, dass die Maße genau überein stimmen. Und nicht nur das; aus dem Pickup werden alle vier Adern ins Elektrikfach geleitet. Löblich, löblich! Dadurch sind bei einem Umbau alle Verdrahtungsmöglichkeiten offen. Der MM-Pickup ist so schwer, dass man mit ihm prima Fensterscheiben einschlagen könnte. Warum er sich nicht vernünftig in der Höhe justieren lässt fand ich später beim Auseinandernehmen des Basses heraus. Unten mehr dazu.
    Hinter dem Volumenregler sitzt in der Mitte der erste Tonregler. Er ist als "normale" Höhenblende (47nF) verdrahtet, der hintere Tonregler ist eine Bassblende (1nF). So etwas habe ich zwar schon vor 25 Jahren gebaut, aber noch nie in einem passiven Bass von der Stange gesehen. Alle Potis haben einen Wert von 500 k Ohm (kleine Bauform). Auf dem Kontrollblech befindet sich zuletzt noch die Klinkenbuchse.

    Ich bin kein MusicMan Experte, aber meines Wissens sind dieses Kontrollblech und das Pickguard nicht auf MM-Fünfsaitern zu finden. Sie gehören eigentlich zu den viersaitigen MuMa Bässen. Da ich es so wesentlich schöner finde, stört mich diese Abweichung vom Original nicht im Geringsten.




    Verarbeitung
    Der Body ist an allen sichtbaren stellen tadellos lackiert.
    Nimmt man den Bass auseinander (wie ich das immer zu tun pflege) sieht man einige Nasen; vor allem aber, dass unter der schwarzen Lackierung eine Sunburst Lackierung zu stecken scheint?!
    Der Hals passt gut in die Halstasche - auch wenn dieses "Lack-Etwas" nicht gerade vertrauenerweckend aussieht. Da die Reiter sehr niedrig gedreht waren entschloss ich mich einen Shim in die Halstasche zu legen - davon später mehr. Wirklicher Kritikpunkt ist die Lackschicht an der Halsrückseite. Da gab es richtig raue Stellen. Mit etwas Schmirgel war das allerdings zufriedenstellend behoben.
    Das Palisanderholz des Griffbretts ist keine gute Qualität. Zudem war es sehr dringend nötig dem Palisander Griffbrettöl zu geben. Die Bundstäbchen sind bis auf den ersten Bund gut eingesetzt und befriedigend abgerichtet. Der Sattel war gut gekerbt, jedoch viel zu hoch. Alle Hardwareteile waren gut montiert.
    Neben der Lackierung der Halsrückseite gab es zwei weitere Kritikpunkte. Die zur Höhenverstellung des Pickups nötige Federung ging gegen Null. Zudem ähnelte das Volumenpoti einem An-/Aus-Schalter. Auch dazu später mehr.



    Klang
    Das Holz des Johnson schwingt schön mit und es entwickelt sich ein gutes Sustain.
    Der MM-Pickup entwickelt einen gewaltigen Wums mit riesigem Output. Da der Humbucker seriell geschaltet ist, hat er eine Impedanz von 13,45 k Ohm. Typisch für viele Humbucker schwächelt er in den Höhen. Mit guten Saiten dürfte noch einiges an Brillanz herauszukitzeln sein, Höhenwunder darf man aber keine erwarten.

    Handling
    Hebt man den Bass aus dem Ständer wird man direkt daran erinnert, wie schwer er ist. Mit einem guten Gurt lässt er sich aber gut tragen. Der Bass ist minimal kopflastig, was aber mit breitem Gurt nicht mehr auffällt. Auch im Sitzen lässt sich der Johnson bequem spielen. Wer ansonsten P- oder J-Bass spielt, wird vielleicht das fehlende Shaping an Vorder- und Rückseite vermissen. Trotzdem sollte man schnell eine geeignete Position für die rechte Hand finden.



    Der Bass - bewertet wie er ist ...
    Ich habe mich zu zwei Bewertungen entschlossen. Kauft ein Anfänger diesen Bass, so erhält er zumindest einen Bass, der ihn nicht am Einstieg in die Welt der tiefen Töne hindert.
    Der Hals war befriedigend eingestellt. Die Saitenreiter waren zwar sehr weit unten, aber die Saitenlage war noch in Ordnung. Der viel zu hohe Sattel kann beim Spielen in tiefen Lagen stören, da der linke Zeigefinger hier deutlich anschlagen kann. Höhen- und Bassblende tun ihren Dienst, das Volumenpoti hingegen arbeitet nicht korrekt.
    Solange der Anfänger keinen modernen HiFi-Basssound erwartet wird er mit dem Sound zufrieden sein können. Da preiswerte Bassverstärker eher in den Bässen schwächeln, sollte der Johnson das prima ausgleichen können.
    Da der Johnson JB-M5-BK ein beträchtliches Gewicht hat, sollte der Einsteiger nicht zu jung sein und auch keine Rückenprobleme haben. Dieser Bass ist schon ein richtiger Brocken.

    Aufgrund der Kritikpunkte ist er für einen blutigen Anfänger, der keine Leute mit Bass- und Bastelerfahrung kennt nur bedingt zu empfehlen. Da bieten Squier, Ibanez und Co. einfach einen höheren Standard. Trotzdem sind die Einzelkomponenten nicht schlecht. Es fehlt hauptsächlich am Schliff (und Wissen) bei der Endmontage. Für mich ein typisches Beispiel von Fernostfertigung durch ungelernte Mitarbeiter. Ich habe den Eindruck, dass Squier, Ibanez und andere Markenhersteller den Mitarbeitern auch erklären was sie da tun - und dass aus diesem Verständnis heraus ein besseres Endprodukt entsteht.
    Der Johnson liegt aber sehr deutlich über "Brennholz-Niveau"!




    Bastelzeit - Hals und Body
    Ich hatte bereits überlegt den Hals komplett abzuschleifen und zu wachsen. Das war mir dann aber doch zuviel Arbeit. Nachdem ich die Halsrückseite mit etwas Schmirgel bearbeitet hatte war die raue Stelle weg.
    Das Palisandergriffbrett bekam erstmal einen ordentlichen Schluck Griffbrettöl, schön mit einem Tuch eingerieben. Dabei verfärbte sich das Tuch leicht bräunlich. Man scheint dem Farbton des Griffbretts also mit etwas Beize nachgeholfen zu haben.
    Den Sattel habe ich bestimmt über einen Millimeter abgefeilt und die Kanten leicht gebrochen bzw. entgratet. Die Kerben selbst habe ich nicht verändert, da die Saitenhöhe am Sattel in Ordnung war. Den Saitenniederhalter habe ich etwas tiefer geschraubt um mehr Anpressdruck am Sattel zu erreichen.
    Die beiden Halseinstellschrauben machen mir keinen sehr Vertrauenserweckenden Eindruck; besonders der Sechskant des Stabes für die tiefen Saiten wird nicht ewig seine Form behalten. Trotzdem ließ sich der Hals gut einstellen.

    Während die sichtbare Lackierung des Johnson sehr gut ausgefallen ist, sieht man nach dem Abschrauben des Halses eine abenteuerlich anmutende Halstasche (deren Maße aber okay sind). Da weiß man, warum der Bass nur 159 Euro kostet. Hier fällt auch auf, dass die Halsbefestigungsschrauben nicht in der Mitte des Halses / der Halstasche angeordnet sind.



    Da die Saitenreiter der Brücke meiner Meinung nach viel zu tief waren, habe ich einen ca. 0,5 mm dicken Shim eingelegt um den Hals leicht schräg zu stellen. Furnier hatte ich nicht zur Verfügung - also habe ich mir einen Streifen Notizblockpappe so zurechtgeschnitten, dass er schön in die Halstasche passte. Dadurch konnte ich später die Saitenreiter ca. 2 mm höher schrauben - was gleichzeitig den Winkel zur Saitenaufhängung vergrößerte.

    Bei der Einstellung zwischen niedriger Saitenlage und Schnarren habe ich einen guten Kompromiss gefunden. Ganz habe ich das Schnarren nicht weg bekommen, aber es hält sich in Grenzen. Mit Markensaiten kann man vermutlich noch bessere Ergebnisse erzielen.



    Nachdem ich den Bass auseinander genommen hatte war klar, warum ich der Pickup nicht vernünftig in der Höhe justieren ließ. Der Gummistreifen der als Puffer zur Höhenverstellung dienen soll und unter den Pickup geklebt wurde ist ein schlechter Scherz. Entweder war er nie flexibel genug, oder er ist unter der Last des schweren MM-Pickups zusammengebrochen. Statt dieses Gummis setzte ich drei starke Federn ein. Jetzt lässt sich auch die Höhe gut justieren.




    Bastelzeit - Elektrik
    Schraubt man die Kontrollplatte des Elektrikfachs ab, fällt zunächst die saubere und aufgeräumte Werksverdrahtung auf. Bei genauerer Betrachtung fallen jedoch ein paar Kritikpunkte auf. Zum einen steckt über den verlöteten roten und weißen Kabeln des Humbuckers lediglich eine Tülle. Sie kann sich mit der Zeit los vibrieren. Hier wäre ein Stück Schrumpfschlauch oder einfaches Isolierband besser gewesen.
    Vor allem sieht man aber, warum das Volumenpoti nicht richtig funktioniert. Die Kabel sind verkehrt angeschlossen! In der Skizze habe ich Ist- und Sollzustand aufgemalt. In der angehängten PDF-Datei habe ich das ganze auch als "Lötplan" hinterlegt. Zudem sind dort zwei Alternativverdrahtungen aufgeführt. Wer will, kann sich natürlich auch einen Vierfach-Drehschalter einbauen, mit dem man die Spulen des Pickups einzeln, seriell und parallel betreiben kann.
    Schlussendlich habe ich mich übrigens dazu entschlossen den Humbucker einfach mit Höhen- und Bassblende zu betreiben; so wie es von Johnson vorgesehen war. Lediglich das Volumenpoti und den Kondensator habe ich korrekt angeschlossen.




    Schlussfazit
    Nach meinen Bastelarbeiten bin ich mit dem Johnson JB-M5-BK sehr zufrieden. Für 159 Euro habe ich einen Fünfsaiter mit einem schlanken Hals erhalten, der sich gut bespielen lässt. Ich kämpfe noch etwas mit den ungewohnten fünf Saiten. Wo bitte war doch gleich die A-Saite?
    Wer sich zutraut etwas nachzuarbeiten und zu basteln (oder sogar einen preiswerten Bass sucht an dem er/sie das üben und erlernen kann), der hat hier eine tolle Ausgangsbasis. Die Grundsubstanz meines Johnson stimmt (gemessen am Preis) und am Ende habe ich genau wonach ich suchte: Einen preiswerten gut bespielbaren Fünfsaiter.

    Anhänge
    Ich habe drei Soundsamples aufgenommen. Im ersten und zweiten Sample ist der Humbucker ohne Blenden zu hören, im dritten wurden die Bässe mit der Bassblende etwas herausgenommen (auch wenn man es hier kaum hört). Aufgenommen habe ich die Samples mit dem MicroCube Bass RX, Super Flat, EQ neutral, kein Compressor, keine Effekte.

    Die PDF-Datei zeigt die (falsche) Originalschaltung, wie sie richtig verdrahtet sein sollte, sowie zwei optionale Schaltungsmöglichkeiten. Es gibt natürlich noch viel mehr Möglichkeiten den MM-Pickup zu verdrahten.

    Gruß
    Andreas

  • Der Rockinger & Diego Kalender 2009Datum28.08.2008 14:38
    Thema von Cadfael im Forum Diverses

    Hier der von mir gemachte
    Rockinger & Diego Kalender 2009

    Die abgebildetebn Gitarren und Bässe gehören Mitgliedern von http://www.Musiker-Boards.de
    Hier geht es zum "Rockinger/Diego User-Thread": http://www.musiker-board.de/vb/userthrea...ser-thread.html

  • Der Rockinger & Diego Kalender 2008Datum28.08.2008 14:35
    Thema von Cadfael im Forum Diverses

    Hier der von mir gemachte
    Rockinger & Diego Kalender 2008

    Die abgebildetebn Gitarren und Bässe gehören Mitgliedern von http://www.Musiker-Boards.de
    Hier geht es zum "Rockinger/Diego User-Thread": http://www.musiker-board.de/vb/userthrea...ser-thread.html

  • Wie schlimm sind Shim?Datum24.08.2008 23:39
    Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Unter Gitarristen gibt es die tollsten Horrorgeschichten über den Shim, die meisten Bassisten stehen dem Shim eher gelassen gegenüber. Dieser Beitrag soll beleuchten was Shims sind, was sie machen, wie man sie einsetzt und nicht zuletzt ob sie wirklich so schlimm sind.

    1. Was ist ein Shim?

    Das Wort kommt aus dem Englischen und bedeutet soviel wie "Abstandsstück", "Ausgleichsblech" oder "Distanzstück". Manche schreiben das Wort auch "Shimm", die korrekte englische Schreibweise lautet aber "Shim".
    Im Instrumentenbau werden Shims aus dünnen Streifen Furnierholz hergestellt. Ein Shim besteht in der Regel aus dem gleichen Material wie der Hals - also aus Ahornfurnier. Ein Shim muss aber nicht unbedingt aus dem gleichen Material wie der Hals bestehen. Man kann auch Furnier einer anderen Holzsorte verwenden. Es ist sogar möglich statt Holz Papp- oder Metallstreifen zu verwenden. Ich habe sogar von einem Fall gehört, bei dem bei einer Fender Telecaster Unterlegscheiben aus Metall zum Einsatz kamen.
    Die Dicke (Höhe) eines Shims beträgt meistens zwischen 0,2 und 0,7 mm.

    [[File:Shim01.gif|none|auto]]

    2. Warum gibt es Shim?

    Würden alle deutschen Musiker ähnlich hohe Ansprüche an ihre eigene Arbeit in Schule oder Beruf stellen wie sie es an die Fertigungsqualität ihrer Instrumente tun, wäre Deutschland über Jahrhunderte hinweg unschlagbar und unerreichbar für andere Nationen. Wir wären ein Volk von Strebern und pingeligen Perfektionisten.
    Doch selbst wenn dies so wäre könnten Shim nötig sein!

    Wer keine praktische Ausbildung in Handwerk oder Industrie gemacht hat muss wissen, dass sich in allen Bereichen der Montage Toleranzen ausgleichen, aber auch "negativ addieren" können. Das ist wie ein "Naturgesetz".
    Eine Fertigung ohne Toleranzen gibt es grundsätzlich nicht - besonders nicht bei der Fertigung von Teilen aus Holz werden immer Abweichungen vom Idealmaß entstehen. Daher kann es notwendig sein einen Shim einzusetzen um sich "negativ addierende" Fertigungstoleranzen bei der Montage auszugleichen.

    Es kann sein, dass der Hals nicht dick / hoch genug ist oder die Halstasche etwas zu tief ausgearbeitet wurde. Winzige Winkelabweichungen beim Fräsen der Auflagefläche am Halsfuß oder der Halstasche im Body können ebenfalls den Einsatz eines Shims notwendig machen.

    [[File:Shim02.gif|none|700px|150px]]

    3. Wie wirkt ein Shim?

    In Abbildung 3 sehen wir einen montierten Bass (oder eine montierte Gitarre) im Querschnitt. Wie man sieht (rote Linie) sitzt der Hals so in der Halstasche, dass das Ende des Griffbretts parallel zur Bodyoberkante liegt. Das hat zur Folge, dass der Saitenreiter extrem weit heruntergeschraubt werden muss, damit der Abstand zwischen Saite und Griffbrett nicht zu groß wird. Gleichzeitig muss der Pickup extrem weit hineingeschraubt werden.

    [[File:Shim03.gif|none|700px|250px]]

    In Abbildung 4 wurde ein Shim am Ende der Halstasche eingelegt (vergleiche Abb. 2). Hebt sich der Hals in der Tasche nur um wenige Zehntel Millimeter, kann der Unterschied an der Brücke einen Millimeter und mehr betragen (siehe rote Linie).
    Nun kann der Saitenreiter auf die optimale Höhe eingestellt werden. Dadurch vergrößert sich auch der Winkel zwischen Saitenauflage und Saitenbefestigung, was zu mehr Anpressdruck der Saite führt.
    Gleichzeitig kann der Pickup etwas weiter herausgeschraubt werden.


    4. Wie kann ein dünner Shim solch eine Wirkung haben?

    Um die Wirkung eines Shim zu verstehen müssen wir unser Schulwissen der Mittelstufe bemühen. Auch Hauptschüler dürften dieses Thema behandelt haben.
    Schauen wir uns eine Halstasche mit Shim an sehen wir, dass der Hals an Punkt (bzw. dreidimensional gesehen Gerade) A aufliegt. Gleichzeitig liegt er an Punkt (Gerade) C auf. Zusammen mit Punkt (Gerade) B ergibt sich ein rechtwinkliges Dreieck (ein Keil). Die Entfernung zwischen A und B nennen wir Länge l1. Die Höhe des Shims (B - C) nennen wir die Höhe h1.

    [[File:Shim04.gif|none|700px|200px]]

    Nehmen wir an, der Shim liegt 80 mm von der Außenkante des Bodys entfernt (l1 = 80 mm) und die Höhe des Shim beträgt 0,4 mm (h1 = 0,4 mm), dann ist das Steigungsverhältnis 200:1. Auf einer Länge von 200 mm steigt der Höhenunterschied also bereits auf einen Millimeter an.

    In Skizze 6 und 7 habe ich die Länge vom Auflagepunkt des Halses bis zum Auflagepunkt der Saite auf dem Saitenreiter als l2 bezeichnet. Die Länge vom Beginn der Halstasche (erster Auflagepunkt) bis zum Saitenreiter ist l3.

    [[File:Shim05.gif|none|700px|133px]]

    Beträgt die Länge l3 360 mm und haben wir eine Steigung von 200:1 ergibt ein 0,4 mm Shim also einen Höhenzugewinn von 1,8 mm am Saitenreiter. L3 ist 4,5-mal so lang wie l1. Daher ist h3 auch 4,5-mal so hoch wie die Höhe des Shim.
    Grob gerechnet wird der Höhengewinn bei Bässen ungefähr bei Faktor 4 bis 5 liegen. Man kann es sich leicht selbst mit Dreisatz ausrechnen.

    [[File:Shim06.gif|none|700px|150px]]

    5. Der Shim in der Praxis

    Wie bereits am Anfang erwähnt, besteht der Shim im Instrumentenbau meist aus Ahornfurnier. Da für die Halstasche einer Gitarre oder eines Basses ein kleines Stück ausreicht, dürfte man so ein Ahornfurnier kostenlos aus der Abfalltonne eines Schreiners / Tischlers bekommen. Wer keinen Schreiner oder Tischler in der Nähe hat, kann aber zur Not auch zu einem Streifen Metall oder sogar Pappe greifen. Besser / fachgerechter wäre jedoch Holzfurnier.

    Den ca. 0,2 bis 0,7 mm dicken Shim kann man sich so zurechtschneiden und anrunden, dass er perfekt am hinteren Ende der Halstasche anliegt. Man kann ihn mit etwas Alleskleber in die Tasche fixieren, muss es aber nicht. Von Holzleim würde ich eher abraten, da der Klebstoff lediglich als Verrutschschutz dient. Entfernt man den Hals später wieder, kann man einen perfekt sitzenden Shim aber auch mit Holzleim festkleben.

    Nachdem der Shim positioniert ist setzt man den Hals in die Tasche des Bodys und verschraubt alles. Der Anpressdruck der Halsschrauben sorgt dafür, dass Hals und Shim bombenfest sitzen. Den winzigen Spalt der durch die Halskippung entsteht sieht man nicht / kaum.
    Hat man die Dicke des Shims vorher richtig berechnet (oder stimmte die Daumenrechnung mit Faktor 4 bis 5) sollte der Steg nun optimal in der Höhe einstellbar sein.

    Am besten sollte man die Dicke des Shim vorher ausrechnen, da das Schraubgewinde im Hals bei jedem Lösen und Festziehen leidet. Bei zu häufiger Demontage besteht die Gefahr, dass das Gewinde im Hals irgendwann "ausnudelt".


    6. Wie schlimm sind Shim?

    Gerade unter Gitarristen werden Horrorgeschichten über den Shim und seine Auswirkungen erzählt. Entdeckt jemand einen Shim in der Halstasche seiner Gitarre, wird der Shim für alles Mögliche und Unmögliche verantwortlich gemacht. Dem Shim wird besonders nachgesagt ein "Sustain-Killer" zu sein.
    Anhand meiner Erfahrungen stimme ich mit der Firma Rockinger und anderen Gitarrenbauern überein, dass dies Aberglauben ist. Ein Shim hat keinen negativen Einfluss auf das Schwingungsverhalten einer Gitarre oder eines Basses.
    Die Firma Fender kam in den 1970er Jahren sogar auf die Idee von außen verstellbare Shims in ihre Gitarren einzubauen. Nichts anderes ist die berühmte 3-Punkt-Halsjustierung. Wäre der Shim ein "Sustain-Killer", würde dies auf Fender Gitarren und Bässe ganzer Jahrgänge zutreffen. Der legendäre Fender Jazz Bass von 1975 hatte aber gerade diesen Mechanismus.

    Um eine bessere Höhe der Saitenreiter zu erhalten habe ich an meinem Johnson Billigbass sogar einen 0,5 mm Pappstreifen als Shim in die Halstasche gelegt. Das Sustain des Basses hat sich dadurch eindeutig nicht negativ verändert. Hals und Body schwingen weiterhin sehr gut zusammen.
    Ich gebe zu, dass das Schwingungsverhalten eines Instruments auch für mich mehr Mysterium als leicht erklärbar ist. Ich kann die Faktoren die zu einem gut schwingenden Instrument führen nicht eindeutig benennen. Soviel weiß ich aber: Schwingt ein Instrument ohne Shim gut, wird es das auch mit Shim tun. Das ist zumindest meine Erfahrung und Meinung.

    Gruß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Diverses

    Hallöli,

    ich arbeite in einem mittelständischen Betrieb, der unter anderem Rasterelektronenmikroskope vertreibt.
    www.eos-do.de

    Heute hatte ich einen Satz Fender Super Bass 7250 (Nickelplated Steel Roundwound) zur Ultraschallreinigung mit. Schön, wenn man ein Ultraschallbad in der Firma hat! Da kam ich auf die Idee, mal eine Saite ins REM (Rasterelektronenmikroskop) zu legen um mir den Verschleiß der Saite anzusehen.

    Da ich selbst keine Übung im Umgang mit REM habe, hat mir ein netter Kollege geholfen. Sehr viel Zeit hatten wir natürlich nicht - irgendwann muss ja auch gearbeitet werden. Mit mehr Zeit hätten die Bild natürlich besser werden können. Das ist nicht das Optimum unserer REM!
    Zudem habe ich die Aufnahmen noch einiges verkleinert um sie kompatibel für das Internet zu machen. Die Vergrößerungszahl stimmt also nicht genau; ihr könnt aber den Nonius zur Orientierung nehmen.
    Bevor diese Aufnahmen entstanden waren diese 065 dicke Saiten im Ultraschallbad mit Haushaltsreiniger / Fettlöser.

    Auf dem ersten Bild erkennt man eine abgeriebene Saitenstelle. An dieser Stelle dürfte ein Bundstäbchen gewesen sein. Diese Abflachungen entstehen, wenn die Saite auf das Bundstäbchen schlägt oder auf ihm gerieben wird.
    Dieses Bild wurde mit der BSE-Methode (Rückstreuelektronen) aufgenommen. Dadurch entsteht ein "Materialkontrastbild", das ermöglicht Rückschlüsse auf die chemische Natur des Objektmaterials bzw. die Verteilung verschiedener Materialien in der Probe zu ziehen. Zu den "schwarzen Punkten" später etwas mehr.



    Zoomt man an dieser Stelle um das dreifache, sieht man an der mittleren Abflachung (rechts) einen Grat. Da dieses Bild mit der SE-Methode (Sekundärelektronen) aufgenommen wurde, werden aus den schwarzen Pünktchen "Pickel".



    Im dritten Bild sieht man den Grat in 1000facher Vergrößerung (wie gesagt; habe das Bild verkleinert – und es hängt auch vom Monitor ab). Wenn ich mich nicht irre, entsprechen die 50µm ungefähr einem menschlichen Haar (wobei es da auch starke Unterschiede gibt).
    Man kann sich bestimmt vorstellen, was passiert wenn man stundenlang mit seinen Fingern über diese Stelle gleitet. Das ist der Grund, warum man sich erstmal Hornhaut aneignen muss.
    Eine EDX-Analyse (Energiedispersive Röntgenspektroskopie) ergab, das dieser "Klumpen" hauptsächlich aus Nickel besteht. Das gilt natürlich auch für die Wendel.



    Im dritten Bild sieht man oben rechts in der Ecke auch noch ein "Steinchen". Das ist einer der schwarzen Flecken im BSE-Bild. Hier ergab die EDX-Analyse, dass es eine Mischung aus Salzen und anderen Elementen die typisch für "menschliche Verschmutzung" sind. Ob der Fund von Schwefel damit zusammenhängt dass ich Kettenraucher bin, weiß ich nicht. Es sind auf jeden Fall Rückstände meiner Finger.

    Im vierten (BSE) Bild sieht man eine zweite Abriebstelle. Hier sieht man, wie das Nickel auf dem Bundstäbchen zerrieben wurde. Zudem sind die schwarzen Flecken wieder schön zu erkennen.
    Da diese Bilder nach dem Ultraschallbad gemacht wurden kann man also feststellen: Das Ultraschallbad reinigt zwar oberflächlich, schafft es aber nicht die Saite "neu" zu machen. Es bleiben trotzdem Körperpartikel an der Saite hängen.



    Die letzten beiden Bilder zeigen das Ballend. Das erste Bild dient der Orientierung wo wir uns überhaupt befinden. Die Fasern gehören zum stink normalen schwarzen Faden, der um die Saitenenden gewickelt ist.



    Auf dem letzten Bild kann man sehr gut den nicht mehr ganz frischen Stahlkern erkennen, der um das Ballend gewickelt ist.



    Ja ... das waren mal ein paar Bilder von einer Basssaite im Rasterelektronenmikroskop. Besonders wissenschaftlich war das nicht - aber ich bin ja auch kein Wissenschaftler. In erster Linie sollten es nur ein paar nette und interessante Bilder sein. Ich hoffe, sie haben euch gefallen.

    Gruß
    Andreas

  • Wissenswertes (?) zu Bassmechaniken Datum12.08.2008 15:02
    Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Hallöli,

    ich habe mal einiges zum Thema Bassmechaniken zusammengetragen. Es gäbe zwar noch mehr zu schreiben (über D-Tuner oder Headless Mechaniken), das überlasse ich aber anderen. Auch so dürfte für einige neues / wissenswertes dabei sein.

    1. Funktionsprinzip
    Das Herz der meisten E-Bass-Mechanik ist das Schneckengetriebe. Es setzt sich zusammen aus der Schnecke und dem Schneckenrad. Schneckengetriebe sind ideal für den Einsatz in Stimmmechaniken, weil sie gleichzeitig eine "Übersetzung" und die Selbsthemmung in sich vereinigt.
    Die Übersetzung (meist zwischen 10:1 und 20:1) bewirkt, dass sich die Saiten feinfühlig einstellen lassen. Das Drehen den Stimmflügel des Stimmwirbels (an dem sich auch die Schnecke befindet) bewirkt nur eine relativ kleine Bewegung des Schneckenrades, das mit dem Saitenaufnahmebolzen verbunden ist.
    Die Selbsthemmung des Schneckengetriebes sorgt dafür, dass sich der Saitenaufnahmebolzen trotz des hohen Zuges der Saite nicht zurückdrehen kann.
    Der Schneckentrieb ist eine Sonderform der Zahnradverbindungen. Wie bei jede Zahnradverbindung gibt es auch hier ein mehr oder weniger großes "Spiel". Das heißt: Es gibt immer einen kleinen Bereich in dem man den Stimmwirbel bewegen kann, ohne dass sich das Schneckenrad bewegt.



    2. Bauarten
    Es gibt bei E-Bass-Mechaniken verschiedene Bauarten.
    Hier sind die vier am häufigsten vorkommenden Varianten abgebildet:



    • Bei offenen Mechaniken sind Schnecke und Schneckenrad sichtbar.
    Obwohl 1951 auf allen Fender Gitarren geschlossene Mechaniken eingesetzt wurden, entschied sich Leo Fender bei seinem neu entwickelten Precision Bass offene Mechaniken zum Einsatz zu bringen. Solche Mechaniken wurden auch vorher schon bei Akustikgitarren und Banjos verbaut. Diese simple Bauform ist bis zum heutigen Tag die bei Bässen die bekannteste und am weitest verbreitete Mechanikart. Hochwertige offene Mechaniken können problemlos 25 Jahre und mehr präzise ihren Dienst verrichten.
    • Bei halboffenen Mechaniken ist die Schnecke verdeckt.
    • Bei geschlossenen Mechaniken sind Schnecke und Schneckenrad durch eine Kappe verdeckt, jedoch nicht hermetisch abgeriegelt. Die Kappe ist lediglich ein grober Schutz vor Staub und Schmutz.
    • Bei gekapselten Mechaniken läuft der Schneckentrieb in einer abgedichteten Kammer, die meist mit Öl gefüllt ist. Das Öl dient dazu die Reibung zwischen Schnecke und Schneckenrad zu verringern und so Verschleiß zu minimieren. Zudem ist es ein sehr guter Schutz gegen Schmutz.

    Es gibt auch noch Unterarten dieser Mechaniken, sowie Mechaniken für Headless Bässe. Darauf gehe ich in diesem Artikel aber nicht näher ein.

    Will man sich Ersatzmechaniken anschaffen, sollte man unbedingt auf die Maße für die Kopfplattenbohrung achten. Auch Hersteller wie Fender verwenden je nach Bass unterschiedliche Maße. Die meist gebräuchlichen Maße für die Bohrungen bei Bassmechaniken sind 12, 14 und 17 mm.


    3 Materialien
    Die Metallteile der meisten Gitarren- und Bassmechaniken bestehen aus Stahl, Messing oder Bronze. Die Oberflächenveredelung der Einzelteile hat mehrere Gründe. Zum einen sieht es homogener und schöner aus, wenn alle Teile die gleiche Farbe haben. Man sieht den Einzelteilen nicht an aus welchem Material sie gefertigt sind. Zum anderen schützt die Schicht auch die Stahlteile vor Rost. Zudem sind die Chrom- und Nickelschichten extrem hart und verlangsamen so den Verschleiß.



    Der Unterschied zwischen vernickelten und verchromten Teilen ist meistens
    nicht so deutlich wie auf diesen Beispielbildern. Generell haben vernickelte
    Teile aber eher einen leicht ins rötlich oder gelblich gehenden Schimmer,
    während verchromte Teile eher weiß schimmern.
    Allerdings ist es mittlerweile möglich Verchromungen in fast allen Farben des Regenbogens herzustellen.

    Am Schneckengetriebe treten enorme Kräfte auf. Hochwertige Stimmwirbel sind komplizierter aufgebaut als man annehmen mag. Der Wellenschaft mit Schnecke, Wellenlagern und Aufnahme für den Stimmflügel besteht aus einem Teil. Damit der Wellenschaft bei starken Stößen und Schlägen nicht bricht sondern sich höchstens verbiegt, muss er relativ weich sein.
    Schnecke und Lager müssen jedoch sehr hart und verschleißfest sein. Daher werden sie bei teuren Modellen randschichtgehärtet. Das Schneckenrad muss weicher als die Schnecke sein. Meistens ist es ebenfalls aus Stahl, es kann aber auch aus Messing oder Bronze hergestellt sein.



    4. Der Aufbau
    Offene, halboffene und geschlossene Mechaniken sind größtenteils gleich aufgebaut. Die Grundplatte dient meistens gleichzeitig als Lagerung für den Stimmwirbel. Der Saitenaufnahmebolzen wird durch die große Bohrung in der Grundplatte gesteckt. Der Schaft ist seitlich abgeflacht, so dass er mit dem aufgesteckten Schneckenrad eine formschlüssige Verbindung eingeht.
    Damit der Saitenaufnahmebolzen fest mit den anderen Teilen verbunden ist, wird auf das Schneckenrad eine Karosseriescheibe gelegt und alles mit einer Schraube verbunden. In die Bohrungen für die Mechaniken in der Kopflatte des Halses werden Steckhülse eingepresst. Sie sorgen dafür, dass der Saitenaufnahmebolzen nicht gegen Holz reibt. Die vier Befestigungsschrauben fixieren die Grundplatte am Hals.
    Für Wartung und Pflege können die meisten Teile demontiert werden.



    Gekapselte Mechaniken hingegen bestehen aus einem Mechanikkörper, der nicht einfach zerlegt werden kann - und auch nicht zerlegt werden sollte. Im Mechanikkörper befinden sich Schnecke und Schneckenrad, die meist in Öl gelagert sind um Reibung zu verringern. Der Mechanikkörper wird durch die Mechanikenbohrung in der Kopfplatte gesteckt und dann mit der Gewindehülse, über die vorher eine Unterlegscheibe gesteckt wurde, verschraubt. Durch diese Verbindung wird die Mechanik bereits kraftschlüssig am Hals gehalten. Die Mechanik wird zwar noch zusätzlich durch eine Fixierschraube am Drehen gehindert, die Hauptlast trägt aber die Gewindehülse. Beim festziehen der Gewindehülse sollte man mit viel Gefühl vorgehen, da sonst die Hülse oder eines der Gewinde reißen kann.
    Oft besteht die Möglichkeit den Drehflügel auszutauschen. Dabei sollte man aber vorsichtig vorgehen.



    5 Wartung und Pflege
    Die meisten Gitarristen und Bassisten wollen, dass ihr Instrument hervorragende Schwingungseigenschaften hat. Was jedoch darüber oft genug vergessen wird: Je besser etwas schwingt, desto leichter können sich Schraubverbindungen lösen!
    Daher sollte jeder Musiker an seinem Instrument regelmäßig prüfen, ob alle Schrauben noch fest sitzen. Das gilt besonders für Gurtpins, die Schrauben am Buchsenblech, die Höheneinstellschrauben für die Tonabnehmer, aber auch die Schrauben zur Befestigung der Mechaniken.
    Zur Prüfung steckt man den Schraubendreher auf und dreht mit geringer Kraft. Lässt sich die Schraube mit dieser geringen Kraft nicht drehen ist alles in Ordnung.

    Gekapselte Mechaniken sind wartungsfrei. Das einzige was man machen kann ist, ein Tröpfchen Öl (Waffenöl, Nähmaschinenöl, WD40 ...) zwischen Saitenaufnahmebolzen und Gewindehülse zu tröpfeln / sprühen.
    Wer seine gekapselten Mechaniken komplett neu montiert, kann vor der Verschraubung mit der Gewindehülse den Schaft des Saitenaufnahmebolzens dünn mit Teflonfett bestreichen. Durch das Teflonfett wird die Reibung - und damit der Verschleiß - zwischen Bolzen und Gewindehülse optimal minimiert.
    Bei bereits fest montierten Mechaniken sollte man Öl nehmen, da es durch seine Kriecheigenschaft in die Zwischenräume eindringt. Auch ohne diese Pflege dürften die Mechaniken aber viele Jahre oder Jahrzehnte halten!

    Offene Mechaniken guter Qualität halten ebenfalls ohne jegliche Pflege Jahre oder Jahrzehnte. Auch hier kann man den Bolzen bei der Montage leicht einfetten oder ein Töpfchen Öl zwischen Bolzen und Steckhülse geben um den Verschleiß zu verringern.
    Theoretisch sollte man Schnecke oder Schneckenrad einfetten oder leicht einölen. Das kann aber auch Nachteile haben. Zum einen besteht dadurch die Gefahr sich Hände oder Kleidung zu beschmieren. Zum anderen fangen Öl oder Fett auch Staub und Schmutz auf, der dann wie Schmirgelpapier wirken kann und den Verschleiß eher noch erhöht. Im Grunde reicht es, die offenen Mechaniken von Zeit zu Zeit mit einem Staubpinsel abzustauben.
    Haben geschlossene Mechaniken extra eine kleine Schmieröffnung, kann man dort alle paar Jahre etwas Schmiermittel eingeben.


    6. Reparaturen
    Es kommt äußerst selten vor, kann aber passieren, dass der Stimmfügel schlecht mit dem Wellenschaft verlötet oder vernietet ist. Löst sich der Flügel vom Wellenschaft, ist guter Rat teuer. Verlöten sollte man die Teile nicht. Für eine sichere und gute Lötstelle müssen die zu verlötenden Teile eine hohe Temperatur haben. Man wird es kaum schaffen diese Temperatur mit herkömmlichen Lötkolben überhaupt zu erreichen. Zudem würde sich dann wahrscheinlich die Chromschicht verfärben.
    Der beste Weg ist, Flügel und Welle miteinander zu verkleben. Sekunden- oder Zweikomponentenkleber kann man allerdings vergessen. Im Maschinenbau verwendet man für hochfeste Verbindungen zwischen Metallteilen gerne Loctite 648. So ein kleines Fläschchen kostet im Elektronikladen ca. 7 Euro. Am besten baut man die betroffene Mechanik zuerst aus. Wichtig ist, dass die Klebestellen absolut fettfrei sind. Da nicht jeder Aceton zuhause hat, kann man sich einfach mit Nagellackentferner behelfen. Mit dem Nagellackentferner werden zuerst die Klebestellen gesäubert und von feinen Fettrückständen befreit. Dann streicht man die Klebestellen mit 648 ein und verbindet die Teile. Überschüssiges 648 entfernt man mit einem Lappen. Danach sollte man die Mechanik 24 oder besser 48 Stunden ruhen lassen, denn 648 braucht lange bis es ausgehärtet ist.
    Loctite 648 sollte auf keinen Fall an Stellen angewandt werden, die man irgendwann wieder lösen will oder muss! Die Verbindung kann so stark sein, dass die sich nie mehr lösen lässt.



    Es kann vorkommen, dass sich die Schraube die das Schneckenrad mit dem Saitenaufnahmebolzen verbindet immer wieder von alleine löst. In so einem Fall wäre Loctite 648 falsch, da die Verbindung vielleicht irgendwann einmal wieder gelöst werden muss. Von Loctite gibt es auch Klebstoffe, die extra zur Schraubensicherung gedacht sind. Es gibt aber eine preiswertere Alternative.
    Auch in diesem Fall sollten die beiden Gewinde zuerst mit Nagellackentferner entfettet werden. Nachdem der Nagellackentferner verdunstet ist steckt man alle Teile zusammen, bestreicht das Gewinde der Schraube mit etwas Nagellack und schraubt die Schraube in den Bolzen. Der Nagellack dürfte verhindern, dass sich die Schraube ungewollt löst.

    Bei Mechaniken mit Steckhülse kann es vorkommen, dass die Steckhülse irgendwann nicht mehr im Holz der Kopfplatte hält. Ähnlich wie ein Dübel hat die Hülse eine Riffelung und ist im Außendurchmesser etwas größer als die Mechanikenbohrung. Bei der Montage wird die Hülse ins Holz gedrückt. Dass sich die Hülse aus dem Holz löst kann mehrere Ursachen haben. Die Bohrung kann zu groß gewesen sein, das Holz kann nachgetrocknet sein oder der Zug der Saiten kann die Bohrung unrund gemacht haben. Solange die Steckhülse nur wenig heraus schaut kann man alles so lassen wie es ist - oder man drückt die Hülse mit dem Finger wieder herein. Hilft das nichts, kann man die Hülse auch mit Pattex oder ähnlichen Klebern wieder einkleben. Solange die Hülse nicht klimpert wenn man spielt oder sich mit dreht wenn man stimmt darf sie ruhig locker in der Bohrung sitzen. Ihren Zweck - nämlich dass der Saitenaufnahmebolzen nicht direkt am Holz scheuert - erfüllt sie trotzdem.


    7. Richtig stimmen
    Im ersten Kapitel wurde beschrieben, dass jeder Schneckentrieb ein mehr oder weniger großes "Spiel" hat. Es gibt also immer einen Bereich, in dem sich trotz drehen am Flügel nichts tut. In diesem Kapitel ist ebenfalls von Selbsthemmung die Rede. Was hat das mit dem Stimmen zu tun?

    Man sollte eine Saite immer "hoch stimmen". Der Ton sollte also zuerst etwas zu tief sein und dann unter Beobachtung des Stimmgeräts hoch gestimmt werden. Hat man zu hoch gestimmt, sollte man den Flügel über das Spiel hinaus zurück drehen und erneut hoch stimmen.
    Im Bereich des Spiels wirkt die Selbsthemmung nicht! Stimmt man von oben nach unten herunter kann es passieren, dass sich nach dem Stimmen der Saitenbefestigungsbolzen im Bereich des "Spiels" noch etwas bewegt, bis die Selbsthemmung greift. Damit wäre die Saite dann verstimmt.
    Stimmt man die Saite von unten nach oben hoch greift die Selbsthemmung direkt, da das Spiel "auf der anderen Seite liegt". Die Saite kann den Bolzen also wegen der Selbsthemmung nicht mehr bewegen.

    Anbei gibt es diesen Beitrag noch als (grafisch schönere und druckbare) PDF-Datei.

    Gruß
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Im Laufe eines langen Musikerlebens hört oder sieht man immer wieder, wie Musiker ungewollt ihre Verstärker zerstören. In Internetforen häufen sich solche Berichte. Manchmal scheint es Schicksal zu sein, manchmal ist es vorhersehbar und wie im Puppentheater möchte man laut rufen: "Nein! Tu es nicht!"
    Ich habe hier einige der beliebtesten Methoden seinen Verstärker zu zerstören aufgelistet; nicht als Nachmachtipps! Manches müsste man vielleicht mehr differenzieren, dies soll aber ein grober Leitfaden sein.

    Falsche Spannungsquelle
    - Die meisten mitteleuropäischen Staaten verwenden für ihre normalen Stromnetze eine Spannung von 220 bis 240 Volt. In Deutschland sind es theoretisch 230 Volt; der wahre Wert kann aber leicht schwanken.
    - Spielt man im Ausland, sollte man sich vorher über die dortige Spannung informieren und ggf. vorher nach Möglichkeiten suchen seinen Verstärker dort zu betreiben. Man kann zwischen seinen Verstärker und das abweichende Stromnetz einem Spannungswandler setzen. Es ist aber unbedingt auf die Qualität des Spannungswandlers und dessen ausreichende (Über-) Dimensionierung zu achten! Zudem kann eine Beeinflussung des Klangs nicht ausgeschlossen werden.
    - Es gibt auch 380 Volt Drehstrom (auch Stark- oder Kraftstrom genannt). Dieser Drehstrom wird eingesetzt, wo große Energiemengen nötig sind. Um Verwechslungen auszuschließen hat Drehstrom ganz andere Stecker/Kupplungen. Trotzdem sei vor Drehstrom gewarnt. Er ist nicht nur für Verstärker tödlich!
    - Gerade in alten oder maroden Gebäuden sollte auf die korrekte Erdung des Leitungssystems geachtet werden. Dies gilt auch für Auftritte bei denen einem die Stromversorgung sehr unprofessionell oder improvisiert erscheint.

    Falsche Spannungseinstellung
    - Es gibt Verstärker bei denen man, meist auf der Rückseite und per rotem Schiebeschalter, die Spannung einstellen kann. Dieser Schalter sollte in den deutschsprachigen Ländern auf 220, 230 oder 240 Volt stehen (Angabe kann je nach Hersteller und Baujahr schwanken). Von diesem Schalter sollte man möglichst die Finger lassen!
    Sieht man also auf der Rückseite einen Schalter auf dem Zahlen im Bereich von 110 und 240 sind: Finger weg! Man muss nicht jeden Schalter betätigen! Einzig vor der ersten Inbetriebnahme kann man den Schalter kontrollieren und ggf. den Verkäufer fragen, falls einem etwas spanisch vorkommt (der Schalter z.B. auf 110 zu stehen scheint).
    - Selbst wenn man in einem Land mit anderer Netzspannung spielt kann es unter Umständen nicht ausreichen lediglich den Schalter umzustellen, da evtl. zusätzlich die Sicherungen getauscht/angeglichen werden müssen.

    Sicherung überbrücken
    - Fliegt einmal die Sicherung des Verstärkers heraus, sollte man die defekte Sicherung auf keinen Fall mit irgendwelchen Metallstücken oder -folien überbrücken. In Sicherungshalter gehören ausschließlich Sicherungen!
    - Auf jeder Sicherung stehen die maximale Spannung (Volt), der Strom (Ampere) und wie die Sicherung reagiert (flink, träge). Es sollte immer eine Sicherung mit den gleichen Werten eingesetzt werden! Ist der Wert zu niedrig, kann die Sicherung zu schnell ansprechen, ist der Wert zu hoch, können teure Bauteile zerstört werden.
    - Fliegt eine Sicherung heraus hat das immer eine Ursache. Das können ganz profane Gründe wie eine Spannungsspitze im Netz sein. Fliegt die Sicherung eines Verstärkers jedoch öfters / direkt wieder heraus, sollte man es nicht weiter versuchen. Hier ist der Fachmann gefragt! Weitere Versuche können Folgeschäden verursachen.

    Jugend forscht an der Elektrik
    In einem Fernsehbeitrag aus den 1960er Jahren über Jugendbands aus Liverpool wurde berichtet, dass Instrumentenverstärker sehr anfällig sind und oft repariert werden müssen. Zum Glück hat sich das gebessert. War es aber in den 60er Jahren noch möglich die relativ einfachen Schaltungen zu durchschauen, sind heutige Verstärker für den Laien kaum reparabel.
    Man kann zwar nach dem Ziehen des Netzsteckers das Verstärkerchassis aufschrauben und nach den Sicherungen oder offenkundigen Defekten suchen, im Zweifelsfall ist so etwas aber einer Fachkraft zu überlassen. Selbst bei gezogenem Netzstecker können sich in ELKOs leistungsstarker Verstärker weiterhin gefährliche bis tödliche Ladungen befinden. Wer nicht einmal weiß was ein ELKO ist, sollte also auf Experimente am offenen Verstärker verzichten.
    Durch falsch ausgeführte Bastelarbeiten kann man sich und seinem Verstärker schweren Schaden zufügen. Das gilt auch für eine vermeintlich geglückte, in Wirklichkeit aber falsch ausgeführte Reparatur. Hier besteht Lebensgefahr!

    Falscher Anschluss von Lautsprechern
    - Lautsprecher gehören ausschließlich an den Lautsprecheranschluss! Bei den meisten Verstärkern werden die Ausgänge mit "Speaker Out" gekennzeichnet.
    - Betreibt man Verstärker mit Röhrenendstufe ganz ohne Last (Lautsprecher), kann das sehr schnell zu ernsthaften Schäden führen. Daher sollte man bei jeder Neuverkabelung (z.B. nach einem Transport) sehr aufmerksam prüfen, ob man nicht aus Versehen die falsche Buchse (Line Out, Footswitch) genommen hat.
    - Lautsprecher sollten immer mit Lautsprecherkabel an den Verstärker angeschlossen werden. Instrumentenkabel haben wesentlich dünnere Leitungen, die bei starker Verstärkerleistung heiß werden und sogar versagen können. Das kann unter Umständen zu schweren Schäden am Verstärker führen.

    Falsche Impedanz
    - Bei Transistorverstärkern darf die so genannte "Mindestimpedanz" nicht unterschritten werden. Bei Röhrenverstärkern gibt es eine so genannte "Sollimpedanz", die möglichst eingehalten werden sollte.
    Nähere Einzelheiten, sowie die Formeln zur Berechnung der Gesamtimpedanz finden sich in meinem Nachschlagewerk "Grundwissen zu Verstärkern und Boxenverkabelung" http://161589.homepagemodules.de/t26f12-...erkabelung.html .
    - Zu 99% aller Verstärker gibt es Bedienungsanleitungen. Diese Anleitungen sind nicht für Feiglinge geschrieben, sondern für alle Anwender! Also sollte man sich die Bedienungsanleitung unbedingt durchlesen. Manche Hersteller verwenden in ihren Anschlüssen auch Spezialschaltungen

    Zu starker Verstärker
    - Die Lautsprecher sollten so dimensioniert sein, dass sie das Signal des Verstärkers verkraften. Ist die Box zu schwach, kann das Verstärkersignal die Lautsprecher schädigen ("kratzende Lautsprecher") oder zerstören.
    - Bei teuren Boxen / Lautsprecher ist die maximale Belastbarkeit (normalerweise in Watt RMS angegeben) oft relativ niedrig angesetzt, damit die Boxen auch starke Signalspitzen sicher verkraften können. Bei preiswerteren Boxen sollte man sich nicht darauf verlassen. Daher sollte die Leistung der Box zumindest bei Bassverstärkern ca. 50% über der Leistung des Verstärkers liegen.
    - Die Leistungsangabe bei Verstärkern bezieht sich auf das unverzerrte Endstufensignal. Bei Röhrenverstärkern kann die Leistung einer übersteuerten Endstufe weit über den Nennwert des Verstärkers hinausgehen.
    - Gerade bei Bassverstärkern können große Leistungsspitzen auftreten. Diese Leistungsspitzen müssen die Lautsprecher verkraften können.

    Zu schwacher Verstärker
    - Das ist bei Verstärkern junger Musiker wahrscheinlich die häufigste Todesursache. Um in einer Band mithalten zu können wird der Verstärker so laut aufgedreht, dass die Transistorendstufe verzerrt; ein Effekt, den man auch von preiswerten Autoradios kennt. Eine verzerrende Transistorendstufe kann allerdings jede noch so starke Box zerstören. So kann man es schaffen auch mit einem 60 Watt Verstärker eine 400 Watt Box zu zerstören. Lautsprecher, besonders Hochtöner, vertragen dieses Clipping-Signal nicht!
    - Endstufenverzerrung ist einzig bei einer Röhrenendstufe gefahrlos möglich. Dann müssen die Lautsprecher aber entsprechend dimensioniert sein.

    Falsche Handhabung der Regler eines Verstärkers
    - Gerade viele junge Musiker glauben, ihr Verstärker gäbe seine maximal erlaubte Lautstärke bei voll aufgedrehtem Master-Volumenregler ab. Das ist falsch! Das Signal das vorne an der Endstufe (also hinter der Vorstufe) anliegt kann so hoch sein, dass der Verstärker bereits bei halb oder dreiviertel aufgedrehtem Master-Regler seine maximale Leistung erreicht.
    Man sollte also auf Verzerrungen durch Überforderung der Endstufe hören und auch die Bewegung der Lautsprechermembranen ab und zu prüfen. Irgendwann sollte man einfach sagen: "Mein Verstärker kann nicht lauter", statt den Verstärker so laut aufzudrehen, dass er stirbt.
    - Auch extreme Einstellungen in der Klangreglung (z.B. Bässe oder Presence voll auf) können Lautsprecher beschädigen oder zerstören.

    Falsches Instrument
    - Die meisten Lautsprecher von Gitarrenverstärkern im unteren bis mittleren Preissegment sind nicht für Basssignale ausgelegt. Leise und vorsichtig kann man einige Zeit auch mit einem Bass über einen Gitarrenverstärker spielen. Es besteht aber die Gefahr, dass der Lautsprecher Schaden nimmt. Je dynamischer man spielt, desto größer die Gefahr.
    - Theoretisch kann man mit einer Gitarre über einen Bassverstärker spielen. Mit einer verzerrten Gitarre besteht aber die Gefahr den Hochtöner eines Bassverstärkers zu zerstören. Falls möglich, sollte man den Hochtöner vorher abschalten.

    Falsches Input-/Output-Signal
    - In den Input eines Instrumentenverstärkers gehören Instrumente oder für Instrumente gedachte Effektgeräte! Aktive Instrumente gehören (zuerst) in den aktiven Eingang. Nur wenn das Eingangssignal zu niedrig ist, kann man es vorsichtig beim passiven Eingang probieren.
    - Man kann versuchen das Line-Out-Signal eines anderen Verstärkers an den Input zu hängen. Vorher sollte man aber möglichst die Bedienungsanleitungen beider Verstärker lesen und vorsichtig vorgehen (Gain langsam angleichen). Hier besteht immer die Gefahr die Vorstufe des zweiten Verstärkers zu beschädigen.
    - Vor dem Ein-/Umstöpseln von Instrumenten oder Effekten sollte man besonders bei leistungsstarken und/oder laut aufgedrehten Verstärkern die Lautstärke am Verstärker herunter drehen oder den Verstärker stumm schalten (Mute / Standby).
    - Vom "Speaker Out" eines Verstärkers in den Input eines zweiten Verstärkers zu gehen bedeutet meistens DEN TOD mindestens eines der beiden Verstärker. Der "Speaker Out" dient nicht dazu das Signal an andere Verstärker weiterzugeben! Der "Speaker Out" dient auch nicht dazu, bedenkenlos Kopfhörer anzuschließen.

    Einwirkung von Wetter und Elementen
    - Wasser ist der größte Feind des Verstärkers. Das gilt nicht nur für das Spielen an, in oder auf Swimmingpools, sondern genauso für Regen. Kommt Spritzwasser im Verstärker an die falsche Stelle, kann das schwere Schäden verursachen.
    - Ein in einem feuchten Proberaum abgestellter Verstärker sollte nach dem Spielen nicht mit Plastik oder Leder abgedeckt werden. Ansonsten kann sich Kondenswasser unter der Abdeckung sammeln. Will man seinen Verstärker abdecken, sollte man luftdurchlässige Tücher / Laken wählen.
    - Getränke haben nichts auf Verstärkern zu suchen - erst recht nicht auf den Verstärkern anderer Musiker. So etwas sollte sofort eine Runde Getränke kosten! Hat der Verstärker ein umgekipptes Glas überlebt, ist aber Flüssigkeit im Chassis: Verstärker: Sofort ausschalten und Netzstecker ziehen!
    - Neben Wasser ist Überhitzung der größte Feind eines Verstärkers. Also dafür sorgen, dass (kühlende) Luft an das Chassis kommen kann. Etwas Abstand zur Wand halten! Weiß man, dass der eigene Verstärker sehr hitzeempfindlich ist, kann ein kleiner Ventilator Abhilfe schaffen. Meist ist das aber nicht nötig.
    Größere Bassverstärker haben oft eingebaute Lüfter. Hier sollte man regelmäßig prüfen, ob der Lüfter noch wie vorgesehen funktioniert. Es gibt auch temperaturgesteuerte Lüfter. Im Verlauf einer Probe werden sie höchstwahrscheinlich irgendwann anspringen.
    - Beim Transport sollte ein Verstärker immer gegen Umfallen gesichert sein.
    - Einen Verstärker auf einem Rollbrett 200m über Kopfsteinpflaster zu rollen kann zum Bruch von Platinen oder Lötstellen führen. Verstärker (auch Röhrenverstärker) sind nicht übertrieben empfindlich; man sollte es aber auch nicht darauf anlegen. Gerade warme Röhrenverstärker sollte man einige Minuten abkühlen lassen.

    Abschließend
    Wer diese Regeln befolgt hat gute Chancen lange Freude an seinem Verstärker zu haben. Am wichtigsten ist aber zu denken, bevor man handelt! Viele Fehler können so vermieden werden. Bewegt man seinen Verstärker bereits am Limit, kann eine Slap-Einlage den Tod des Systems bedeuten.

    Viel Spaß mit eurem Equipment
    Andreas

  • Thema von Cadfael im Forum Passive Schaltungen

    18.08.09 / Letzte Änderung: 27.03.11

    03.07.11
    ACHTUNG!!! NEUE VERSION 4 UNTEN!

    - - - - - - - - - - - - - - - -

    Viele werden die "Version 1" meiner "kleinen Sammlung von Schaltplänen für E-Bässe" bereits kennen. Mit einigen Dingen der ersten Version war ich nicht (mehr) ganz zufrieden. Das lag auch daran, dass die Inhalte der ersten Version mit der Zeit "gewachsen" waren.
    Nun ist es soweit!

    Version 2 meiner
    "kleinen Sammlung von Schaltplänen",
    "Passive Schaltungen für E-Bässe" ist fertig und online.

    Die völlig überarbeitete zweite Version umfasst derzeit 125 Seiten.

    Sie beinhaltet:
    - 42 "historische" Bass-Schaltungen
    - 31 Umbauten / Eigenbauten / Modifikationen von Schaltungen
    - 40 Seiten Hintergrundinformationen zu Theorie / Do It Yourself
    - und mehr

    Neu ist, dass jetzt alle 71 Schaltungen sowohl als "Ansichtszeichnung“, wie auch als Schaltplan vorliegen. Das sollte es interessierten Bastlern einfacher machen zu erkennen, wie man Schaltpläne selbst zeichnen und eigene Schaltungen entwerfen kann. Zudem wurden die Erklärungen zu den Schaltungen erweitert.

    Im historischen Teil sind unter anderem folgende Schaltungen dabei:
    Fender Precision Bass 1951, 1954, 1955, Precision Bass 1957, Precision PJ Bass (+ Tony Franklin), Jazz Bass 1960-62, Jazz Bass 1963, 1975, 2000, Mustang Bass, MusicMaster Bass, Telecaster Bass I und II, Squier Standard, VM und CV Bässe, Gibson EB-2 und EB-3, SG Bass, Les Paul Bässe, Rickenbacker 4001 Bass, Höfner 185 und 500/1, Ibanez ATK 100, Warwick Rockbass Streamer und Yamaha Attitude Ltd. 2 ...

    Im Umbauteil geht es unter anderem um:
    Parallel-seriell, mehrere Volume-Schaltungen, Balance Poti, Minischalter, Toggle Switch, Lever Switch (Fender Schalter), Drehschalter, Mute- und Kill-Schalter, Lautstärkeabgleich von Pickups über Trimmpoti, einfache Pre-Amp-Umgehung und mehr.

    Im Theorieteil geht es unter anderem um:
    Aufbau von Pickups, Single Coil, verschiedene Humbucker, Kabelfarben und mögliche Kabelbelegungen, Potis, Widerstände, Kondensatoren, Schalter, Kabel, Abschirmung, Klinkenbuchsen, Grundwissen Aktiv-Passiv und mehr.

    Aufgrund des Umfangs kann ich die Inhalte erneut nicht in einem normalen Foren-Thread veröffentlichen; das würde alle Grenzen sprengen. Daher wieder eine PDF-Datei. Die Datei wurde wieder mit CorelDraw 9, 11 und X3 an meinem PC erstellt.
    Ich hätte vielleicht noch mehr schreiben und zeichnen können, hatte aber ein 2 MB-Grenze (von der ich derzeit 1,97 MB ausgeschöpft habe). Auch so dürfte die Version 2 mit ihren 125 Seiten umfangreich genug geworden sein und reichlich Lesestoff für viele Stunden, ja Tage bieten.

    Also viel Spaß mit der Schaltplan-Sammlung für passive E-Bässe - Version 2
    Der Link und auch der Dateiname sind (wegen Suchmaschinen) der gleich geblieben.

    Gruß
    Andreas

    Änderung
    Version 2.24: Verkabelungsfehler Seite 46, Zeichnung 2.1.01 behoben
    Version 2.25: Verkabelungsfehler Seite 46, Schaltplan 2.1.01 behoben
    Version 2.31: Zusätzlich Rockbass Streamer Schaltungen, Ergänzungen zu Drehschaltern, Kapitel Passiv-Aktiv erweitert
    Version 2.32: Verkabelungsfehler Seite 46, Zeichnung 2.1.01 behoben
    Version 2.32: Erklärungen bei 1.8.01 + 1.8.02 hinzugefügt
    Version 2.34: Zehn Gibson Bass Schaltungen hinzugefügt
    Version 2.44: Weitere historische Schaltungen von Gibson, Epiphone, Rickenbacker, Gretsch, Guild, Vox

  • Bauarten von VerstärkernDatum22.06.2008 11:01
    Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Als Einsteiger hat man es mit jeder Menge neuer Begriffe zu tun.
    Im Grunde ist der Aufbau von Bass- (oder Gitarren-) Verstärkern aber immer gleich. Die einzelnen Komponenten jedoch können alle zusammen in einem Gehäuse oder aber einzeln daher kommen.



    Mit seinem Instrument geht man zuerst in die Vorstufe (engl. Pre-Amp) des Verstärkers. Je nach Hersteller und Modell enthält die Vorstufe verschieden viele Regler. Meistens kann am Anfang die Eingangslautstärke (der Pegel) des Instruments angeglichen und der Klang verändert werden. Die Vorstufe eines Verstärkers kann auch Effekte oder verschiedene Ein- und Ausgänge beherbergen - doch dazu später mehr.
    Von der Vorstufe geht es in die Endstufe (engl. Power-Amp). Hier wird das Signal der Vorstufe so verstärkt, dass wir es hören können.
    Von der Endstufe geht es dann zu dem / den Lautsprecher(n).


    1. Der Comboverstärker

    Die ersten Verstärker die Musiker um die 1930er Jahre einsetzten waren so genannte Comboverstärker. Die Jazz- und Swing-Bands jener Zeit waren mit ihren Bläsern so laut, dass Gitarristen und Bassisten ihre Instrumente verstärken wollten um sich gegen Gehör zu verschaffen.

    Der Instrumenteneingang und das Bedienfeld des Combo können sich auf der Vorderseite, aber auch oben auf dem
    Verstärker befinden. Bis in die 1960er Jahre hinein standen Verstärker meistens vor und nicht hinter den Musikern. Daher machte es Sinn, das Bedienteil oben auf dem Verstärker zu platzieren.

    In einem Comboverstärker sind alle wichtigen Komponenten zusammengefasst. Um mit einem Comboverstärker spielen
    zu können muss man ihn nur mit dem Stromnetz verbinden und das Instrument mit einem Kabel anschließen.

    Da sich der Ausdruck "Combo" nicht auf "die Musikcombo", sondern auf "den Comboverstärker" (eine Kombination aus Verstärker und Lautsprecher) bezieht, sollte man "der Combo" und nicht "die Combo" sagen.

    Vorteil eines Comboverstärkers ist der einfache Aufbau. Zudem sind die Komponenten (Verstärker und Lautsprecher) meistens optimal aufeinander abgestimmt. Combos sind oft relativ klein und platzsparend - und man muss nur einmal schleppen. Zudem sind sie meistens billiger als vergleichbare Lösungen aus Topteil plus Box.
    Nachteil bei größeren leistungsfähigen Combos kann das hohe Gewicht sein. Außerdem hat man natürlich weniger Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Komponenten - und Combos haben relativ wenig Boxenvolumen.


    2. Half Stack, Full Stack, Tower

    Mitte der 1960er Jahre wurden Half Stacks, Full Stacks und Tower beliebt. Zum einen wurden Beat und Rock Musik lauter gespielt als zuvor Jazz und Rock'n'Roll. Weiterer wichtiger Grund ist aber auch die Vervielfachung der
    Zuhörerzahl. Um ein riesiges Publikum oder gewaltig große Bühnen ausreichend beschallen zu können. braucht man leistungsstarke Verstärker und große Schallflächen. Da es noch keine marktreifen Transistorverstärker gab, wären Vollröhrencombos mit einer Leistung von 100 Watt und vier 12 Zoll Lautsprechern enorm groß und schwer geworden.

    Pete Townshend von The Who ließ sich von Jim Marshall einen Tower (engl. = Turm) bauen. Dieser Tower bestand aus einem separaten Verstärkerteil und einer Box mit acht 12" Lautsprechern. Sehr schnell wurde aber klar, dass sich so eine Monsterbox kaum transportieren lässt. Die Roadies (Helfer für den Auf- und Abbau) von Townshend sollen nach kurzer Zeit gemeutert haben.
    Da kam man auf die Idee diesen großen Tower in der Mitte zu halbieren. Das Stack (engl. = stapeln) war geboren. Bei einem Full Stack handelt es sich um zwei Boxen, die zu einem Tower gestapelt sind. Benutzt man nur eine dieser beiden Boxen hat man ein Half Stack.
    Half und Full Stacks sind bei Bassisten sehr beliebt, aber auch der Tower hat überlebt! Gerade zu legendär ist der Tower der Firma Ampeg. Die wuchtige Ampeg Box hat acht 10" Lautsprecher und wird wegen ihres Aussehens von
    Musikern auch "Kühlschrank" genannt, da sie an die großen amerikanischen Kühlschränke erinnert.

    Vorteil einer Stack-Lösung ist, dass man Boxen mit verschiedensten Lautsprecherbestückungen von verschiedenen Herstellern oder Serien miteinander kombinieren kann. Zudem haben die Boxen meist ein großes Volumen und eine große Schallfläche. Sind an einem Auftrittsort bereits Boxen vorhaben, kann man evtl. nur das Topteil mitnehmen.
    Nachteil ist oft das große Gewicht sowie dass man mehrere Komponenten transportieren und schleppen muss. Außerdem muss man darauf achten, dass Verstärker und Boxen von der Leistung und Impedanz zueinander passen. Ansonsten können beide schweren Schaden davon tragen.

    3. Das Rack

    Anfang der 1980er Jahre wurden sogenannte Racks populär. Bei einem Stack befinden sich Vor- und Endstufe noch untrennbar im Topteil. Bei einem Rack hingegen bestehen Vor- und Endstufe(n), Effekte und mehr aus getrennten Komponenten. Diese Komponenten werden dann meistens in ein Gehäuse (Flight Case / Rack) montiert und untereinander verkabelt.

    Vorteil einer Rack-Lösung ist die große Flexibilität. Man kann sich genau die Komponenten zusammenstellen,
    die den gewünschten Klang und die gewünschte Lautstärke ergeben.
    Nachteil ist der sehr hohe Preis. Zudem muss man bei der Zusammenstellung berücksichtigen, ob die ausgesuchten
    Einzelkomponenten wirklich zusammen passen. Die teilweise umfangreiche Verkabelung macht ein Rack auch etwas anfälliger gegenüber Störungen.



    4.Persönliche Entscheidung

    Viele Faktoren können beeinflussen für welche Bauart man sich entscheidet. Manchmal ist es bereits das Aussehen. Ein kleiner Comboverstärker in einer Death Metal Band sieht ähnlich fehl am Platz aus, wie ein Full Stack in einer Country Band.
    Jungen Musikern mit sehr wenig Geld sei wegen Transportfähigkeit und Preis- / Leistungsverhältnis ein Combo ans Herz gelegt. Bei einem Combo kann man auch in Sachen Verkabelung kaum große Fehler machen. Für ein Rack sollte man sich entscheiden, wenn man bei keinem Hersteller ein geeignetes Top oder keinen Combo findet, gerne tüftelt und großen Wert auf kleinste Sound-Nuancen legt. Man sollte aber unbedingt über das nötige Kleingeld verfügen! Billig zusammengestrickte Racklösungen kommen meistens nicht an die Qualität gleich teurer Tops heran.

  • Thema von Cadfael im Forum Grundwissen

    Neben verschiedenen Bauarten gibt es auch verschiedene Gehäuseformen von Verstärkern. Der klassische Verstärker / die klassische Lautsprecherbox ist ein "einfacher" viereckiger Kasten.
    Es gibt aber auch Verstärker und Boxen, die man wahlweise aufrecht stellen, oder aber kippen kann, damit man sich besser hört. Diese Bauform nennt man "Kickback Gehäuse" oder "Wedge Gehäuse" (engl. wedge = Keil). Manche Boxen sind auch angeschrägt und haben Rollen in die Schräge eingebaut. Kippt man die Box, kann man sie auf den Rollen schieben. Ist eine Box oder ein Verstärker hauptsächlich dazu gedacht schräg gestellt zu werden, spricht man vom sogenannten "Monitorgehäuse".

    Hier einige Bauformen in der Seitenansicht:

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